Nordische Kombination: Nathalie Armbruster schnappt wieder zu

Aus dem Strahlen kommt Nathalie Armbruster gar nicht mehr heraus.
Georg Hochmuth/APA/dpa/thDas war wieder einmal Werbung für die Frauen-Kombination: In einem dramatischen Grand-Prix-Finale sicherte sich Nathalie Armbruster (SV/SZ Kniebis) nach dem Gesamtweltcup-Sieg im letzten Winter nun auch zum ersten Mal die Top-Position im Sommer.
Doch für diesen Erfolg musste die Freudenstädterin hart kämpfen. Auf der Olympiaschanze 2026 kam sie wieder nicht so klar, wie sie sich das vorstellt, doch mit 89,5 Metern und 113,9 Punkten lag sie in Val di Fiemme nur 59 Sekunden hinter der Spitze.
Aber die bestand zum einen aus Yuna Kasai (Japan/99,5 Meter), zum anderen aber auch aus der Finnin Minja Korhonen (97,0 Meter), die in der Grand-Prix-Wertung mit 55 Punkten Rückstand auf Armbruster noch einigermaßen aussichtsreich im Rennen lag.
Mit Rückstand auf die Strecke
Klar war also: Nathalie Armbruster musste auf der Skiroller-Strecke Dampf machen – und das kann sie ja. Das hatte sie auf den ersten Stationen in Oberstdorf und Chaux Neuve bei ihren dortigen Siegen bewiesen. Hinter der Slowenin Ema Volvsek, ihrer zweiten großen Rivalin, die allerdings nach dem Springen nur auf Platz 14 lag (+ 1:17 Minuten), lief die Freudenstädterin das zweitschnellste Rennen und holte kräftig auf.
Yuna Kasai und Minja Korhonen waren zu weit weg, aber dahinter kämpften sechs Athletinnen um Platz 3. Hauchdünn schnappte sich Heta Hirvonen (Finnland) den letzten Treppchenplatz vor Nathalie Armbruster – und die rettete Platz 4 ebenso hauchdünn um 0,4 Sekunden vor Teamkollegin Jenny Nowak. Damit buchte sie 70 Punkte und gewann die Grand-Prix-Wertung mit 270 Punkten vor Korhonen (245). Das war spannend – und wieder ein Wink mit dem Zaunpfahl ans IOC.
Luca Roth liefert wieder ab
Bei den Skispringern holte sich Luca Roth aus Meßstetten (Zollernalbkreis) wieder mal ein Sonderlob von Bundestrainer Stefan Horngacher ab: „Der Luca Roth hat wie Felix Hoffmann seine Trainingsleistungen rübergebracht, das war völlig in Ordnung.“ Am Ende stand zwar „nur“ der 16. Platz, doch hinter Philipp Raimund („Er ist sehr gut gesprungen“ – Horngacher) war Roth damit zweitbester Deutscher in einem Wettkampf mit vielen großen Namen.
So ließ der 25-Jährige, der bisher im Sommer schon viele gute Ergebnisse zu verzeichnen hatte, nicht nur Andreas Wellinger (22.), Karl Geiger (29.) und Pius Paschke (36.) hinter sich, sondern auch Kamil Stoch (Polen/31.), Halvor Egner Granerud (Norwegen/38.) und im sehr guten zweiten Durchgang auch den Österreicher Stefan Kraft, dessen Polster allerdings noch für Platz 10 reichte.
Die großen drei schwächeln noch
„Leider sind Andreas Wellinger, Pius Paschke und Karl Geiger nicht so gut in Fahrt gekommen“, kritisierte Horngacher. Allzu viel wollte der Bundestrainer dem Ergebnis nicht beimessen, „die drei sind ja zum ersten Wettkampf hier“, und wagte lieber einen Ausblick: „Jetzt geht es weiter auf die große Schanze.“ Sicher ist: Ein Start im kommenden Winter-Weltcup von Luca Roth rückt immer mehr in greifbare Nähe.
