Skispringen im Sommer: Luca Roth schlägt die Stars

Luca Roth belohnte sich am Sonntag mit einem Podestplatz für seine insgesamt tollen Sprünge im französischen Courchevel.
Eibner/Memmler/rWechselbad für Luca Roth beim Sommer Grand Prix in Courchevel: War er am Samstagabend noch – aussichtsreich auf Platz 8 liegend – wegen einer winzigen Abweichung beim Anzug im Schrittbereich disqualifiziert worden, belohnte er sich am späten Sonntagabend für seinen insgesamt starken Auftritt bei der Saisoneröffnung mit dem Sprung aufs Podest.
Hinter Sieger Niklas Bachlinger und Weltcup-Starter Philipp Raimund belegte der Meßstetter den dritten Platz und strahlte bei der Siegerehrung mit seinen beiden Konkurrenten um die Wette. „Luca Roth ist ausgezeichnet gesprungen“, gab es von Bundestrainer Stefan Horngacher ein Sonderlob, „er hat sich das wirklich verdient.“
Wenn der 25-Jährige am kommenden Wochenende in Wisla so weitermacht, könnte es in dieser Saison vielleicht doch mal mit einem Platz im Weltcup-Kader klappen.
Die deutschen Stars fehlen noch
Natürlich fehlten bei einigen Nationen die Spitzenspringer, auch Horngacher gab zu bedenken, dass „unsere Top-Leute hier noch nicht teilgenommen“ haben, auch Österreich setzte auf das B-Team, aber Luca Roth ließ am Sonntag solche Größen wie Marius Lindvik, Johann Andre Forfang (beide Norwegen), Gregor Deschwanden (Schweiz), Piotr Zyla oder Kamil Stoch (Polen) hinter sich.
Die Neu-Schwarzwälderin Anna Hollandt, die in dieser Saison für den SC Schonach an den Start geht, musste sich beim Sieg von Abigail Strate (Kanada) mit Platz 19 zufrieden geben. Dennoch war Bundestrainer Heinz Kuttin mit ihr sehr zufrieden. „Sie kommt immer besser in dieses Feeling, dass sie im Wettkampf die Sprünge laufen lassen kann“, bewertete er die Plätze 15 und 19 der 28-Jährigen: “Wir sind genau auf dem richtigen Weg.“
Kontrollen im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt stand natürlich auch die Frage der Anzugskontrolle. Während am Samstag neun Springer disqualifiziert worden waren, erwischte es am Sonntag nur Francesco Cecon (Italien) – aber wegen der Sprungschuhe. „Durch die neue Vermessung gab es schon ein paar Veränderungen“, berichtete die starke Selina Freitag, die zweimal (hauchdünn) Zweite geworden war.
„Viel Kuddelmuddel“
Und die Nicht-Betroffenen konnten der Härte der Regelung durchaus Positives abgewinnen. „Ja, es war zwar viel Kuddelmuddel mit den ganzen Anzügen“, gab Philipp Raimund zu, „aber ich muss sagen, ich bin echt happy, dass mal wirklich streng drauf geachtet wird.“ Auch Horngacher meinte: „Die neuen Regeln scheinen zu funktionieren.“
Der Versuchsballon, in zehn Fünfergruppen – beziehungsweise bei den Frauen in acht Vierergruppen – zu springen und ein wenig Vierschanzentournee-Feeling zu generieren, fand ein geteiltes Echo. „Bei diesen Bedingungen und einer Schanze, die so streut, war das schwierig“, meinte Kuttin. „Komisch, aber okay“ nannte es Horngacher. Vor einem endgültigen Resümee wartet der zweite Versuch in Wisla am nächsten Wochenende.
