Nordische Kombination: Nathalie Armbruster greift nach Gold

Auf einer Welle des Erfolgs reitet Seefeld-Triple-Siegerin Nathalie Armbruster – auch in Italien?
Georg Hochmuth/APA/dpaNathalie Armbruster aus Freudenstadt steht vor ihrem nächsten großen Erfolg. Nachdem sich die 19-Jährige im vergangenen Winter den Gesamtweltcup der nordischen Kombiniererinnen gesichert hatte, steht am Wochenende der Abschluss der (kurzen) Sommer-Grand-Prix-Serie im italienischen Val di Fiemme auf dem Programm.
Und die für den SV/SZ Kniebis startende Freudenstädterin führt das Placement an nach ihren Siegen auf den beiden bisherigen Stationen Oberstdorf („Ich bin echt überwältigt, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet nach drei Wochen Urlaub“) und Chaux Neuve („Ich habe überall ‚Allez Nathalie!‘ gehört, das war einfach nur cool“).
In Italien (Freitag, 10.15 Uhr Springen/14.15 Uhr Skirollerlauf) nun Streich Nummer 3 folgen zu lassen, wird nicht ganz so einfach, denn die bisher aussetzenden Norwegerinnen schicken ihre besten Kräfte ins Rennen.
Noch ist Sand im Getriebe
Beim provisorischen Wettkampfsprung (PCR), der in die Wertung kommt, wenn am Wettkampftag nicht gesprungen werden kann, überzeugten Ida Marie Hagen (Platz 13/89,5 Meter) und Marte Leinan Lund (auch Platz 13/92,0 Meter) noch nicht ganz. Auch bei Armbruster ist nach 90,5 Metern und Platz 12 noch Luft nach oben.
Die Zeitabstände beim Gundersen-Wettbewerb wären allerdings nicht so groß, zur Spitze fehlen Armbruster 1:08 Minuten. Gefährlich wären da vor allem die laufstarken japanischen Schwestern Yuna und Haruka Kasai.
Zwei Rivalinnen sind gefährlich
Doch auch die waren bisher noch nicht am Start, sodass es wohl darauf ankommen wird, die Slowenin Ema Volavsek (PCR Platz 11/89,5 Meter; Rangliste Platz 2 mit 170 Punkten gegenüber 200 für Armbruster) und die Finnin Minja Korhonen (PCR Platz 3/98,0 Meter; Rangliste Platz 3 mit 145 Punkten) im Griff zu behalten.
Eine große Rivalin der Vergangenheit ist bei den Kombiniererinnen nicht mehr dabei. Die 23-malige Weltcupsiegerin Gyda Westvold Hansen aus Norwegen will nicht warten, bis das IOC gnädigerweise vielleicht auch mal die Kombi-Frauen ins olympische Programm aufnimmt – oder die Kombination den olympischen Tod sterben lässt. Sie ist zum Spezial-Skispringen gewechselt. „Ich nutze die einzige Möglichkeit, die ich habe, um bei den Olympischen Spielen dabei zu sein“, erklärte sie, ehe sie gleich mal den norwegischen Sommertitel gewann.

Im Anflug aufs Weltcup-Team: Skispringer Luca Roth aus Meßstetten
Foto: David Inderlied/dpaApropos Skispringen: Auch die Springer sind in Val di Fiemme am Start – auf der vierten von sechs Sommer-Stationen greifen für die deutschen Adler zum ersten Mal die Top-Springer an, die wohl im Winter nach derzeitigem Stand das Weltcup-Team bilden werden.
Große Chance für Luca Roth
Und neben Karl Geiger, Andreas Wellinger, Pius Paschke und Philipp Raimund ist auch der im Sommer bisher so starke Luca Roth aus Meßstetten (Zollernalbkreis) am Samstagabend um 20.30 Uhr an Bord. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Traum vom Start im Weltcup für den 25-Jährigen endlich in Erfüllung gehen könnte.
