Nordische Kombination: Nathalie Armbruster verzückt die Franzosen

Nathalie Armbruster ist in Topform – und die nutzte sie auch in Chaux Neuve.
Silas Stein/dpaDas war fast eine Machtdemonstration: Nathalie Armbruster hat beim zweiten Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination im französischen Chaux Neuve den zweiten Sieg geholt.
Lief es zu Beginn im Training auf der Schanze noch nicht ganz rund, war schon beim provisorischen Wettkampfsprung mit Platz 3 der Knoten geplatzt, tags darauf wiederholte sie diese gute Leistung auch im Wettkampf.
Tags darauf schnappte sie sich – nach Bestleistung aller Teilnehmerinnen auf der Schanze – zusammen mit Jenny Nowak auch den Sieg im Teamsprint. Allerdings waren da nur fünf Paare am Start. Die Herzen der Französinnen und Franzosen flogen der sympathischen 19-Jährigen nur so zu. „Ich habe überall ‚Allez Nathalie!‘ gehört“, berichtete sie im Ziel, „das war einfach nur cool.“
„Allez Nathalie!“
Überhaupt: das Publikum! Die Vorfreude auf den Winter war bereits in Oberstdorf spürbar, und auch in Frankreich herrschte Partystimmung bei den begeisterten Fans. „Ich habe das Rennen vor diesem Publikum genossen“, war auch Nathalie Armbruster begeistert – und platt vom Ansturm der Fans: „Ich war sehr überrascht, wie viele Leute da waren und uns Deutsche unterstützt haben.“
Beim Springen am Morgen musste Armbruster, die für den SV/SZ Kniebis an den Start geht, auf der Schanze La Côté Feuillée (HS118) hauchdünn der Finnin Minja Korhonen Platz 1 überlassen, die bei nicht ganz idealen Bedingungen auf 104 Meter flog (99,8 Punkte).
Eine Lokalmatadorin mischt mit
Gar auf 109,5 Meter brachte es unter dem Jubel der Fans die Lokalmatadorin Romane Baud, die allerdings wegen des Windausgleichs mehr Punkte abgezogen bekam und mit 99 Punkten drei Sekunden hinter der Finnin auf die fünf Kilometer lange Skirollerstrecke ging.
Nur fünf Sekunden zurück
Von den zweitschlechtesten Bedingungen ließ sich Nathalie Armbruster, die nach wie vor wegen IOC-Bedenken um eine Olympiateilnahme 2030 zittern muss, nicht aufhalten und verlor als Dritte mit 102 Metern (98,5 Punkte) lediglich fünf Sekunden, die die Gesamtweltcupsiegerin 2024/25 aber in Nullkommanichts wettmachte. Sie und Korhonen bestimmten lange das Tempo, Baud fiel zurück.
„Ich habe mich am Berg ziemlich gut gefühlt“, berichtete Armbruster – und das nutzte sie nicht nur, um die Verfolgergruppe um Baud und Teamkollegin Jenny Nowak auf Distanz zu halten, sondern auch, um Korhonen abzuschütteln. „Es lief sehr gut bei mir, ich habe mich im ganzen Rennen wohlgefühlt“, resümierte die Freudenstädterin: „Es ist ein tolles Gefühl, diesen zweiten Sieg zu erringen.“
Werbung für die Frauen-Kombination
Korhonen behauptete Platz 2, und die heranbrausende Slowenin Ema Volavsek lieferte sich mit der Amerikaner Tara Geraghty-Moats ein hauchdünnes Rennen um den letzten Podestplatz, das die Slowenin knapp für sich entschied. Das war wieder Werbung für die Frauen-Kombination.
Doppelsieg bei den Männern
Bei den Männern feierten ohne den Baiersbronner Manuel Faißt Routinier Johannes Rydzek und Youngster Richard Stenzel einen Doppelsieg vor dem Österreicher Florian Kolb. Zusammen bildeten Rydzek/Stenzel auch das Team für den Sprint am Sonntag, in dem sie sich überraschend den Italienern Raffaele Buzzi/Samuel Costa geschlagen geben mussten.
