Schock für Manuel Faißt: Für nordischen Kombinierer ist das Sportjahr schon vorbei

Auf Instagram sendet Manuel Faißt Grüße aus dem Krankenbett.
FaißtSchlechte Nachrichten für die deutschen Fans der Nordischen Kombination: Mit Manuel Faißt (SV Baiersbronn) wird ein Hoffnungsträger für eine lange Zeit ausfallen. Im bayrischen Oberstdorf (Kreis Oberallgäu) hat sich Faißt im Trainingslager die linke Achillessehne gerissen.
Mittlerweile wurde er erfolgreich operiert und hat sich auf Instagram gemeldet mit den Worten: „Nicht die Neuigkeit, die ich mir gewünscht hätte.“ Trotzdem fand der dreifache Junioren-Weltmeister auch positive Worte und bedankte sich bei allen Personen, die ihn in dieser Zeit ärztlich versorgt haben.
Die abschließenden Worte „bis bald“ lassen aber zumindest hoffen, dass sich der 32-Jährige zurückkämpfen will. Unserer Redaktion hat der neben Nathalie Armbruster erfolgreichste Kombinierer aus dem Schwarzwald ebenfalls einen Einblick in seine derzeitige Lage gewährt: „Nach der Verletzung ging alles glücklicherweise recht schnell, und nach zwei Tagen konnte ich schon operiert werden.“
Kleiner Eingriff – lange Pause
Der Skispringer sprach bei der OP von einem „kleinen Eingriff“, der nach der „Dresdner-Methode“ durchgeführt wurde. Mittlerweile befindet sich der Profisportler wieder in seinem Wohnort Oberried (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), wo ihn eine (zu) ruhige Zeit erwarten dürfte: „Mein Fuß ist jetzt für die nächsten Wochen relativ fixiert, danach geht’s so langsam wieder los. Jetzt heißt es erst mal, die Wunde ausheilen zu lassen.“
Eine langwierige Verletzung
Faißts Verletzung ist aber nicht nur ein persönlicher Rückschlag. Für Bundestrainer Eric Frenzel ist der Ausfall des erfolgreichen Dauerbrenners ein schwerwiegender Verlust: „Die Verletzung von Manuel tut uns natürlich sehr weh, vor allem in der aktuellen Saisonphase. Er ist eine große Stütze für uns gewesen.“
Für den Bundestrainer ist vor allem die Art der Verletzung eine bittere Angelegenheit: „Der Abriss einer Achillessehne ist natürlich eine langwierige Verletzung. Daher ist es doppelt schade.“
Horst Hüttel „tief getroffen“
Auch Horst Hüttel, DSV-Sportdirektor der Nordischen Kombinationen, äußert sich zur üblen Verletzung: „Ich war auf dem Weg zum Lehrgang, als mich diese Nachricht erreicht hat. Erst mal war ich tief getroffen und auch ein Stück weit geschockt.“ Hüttel kann sich nämlich nicht daran erinnern, ob es in den vergangenen „15 oder 20 Jahren“ beim DSV im Bereich Skisprung/Kombination eine dermaßen schwerwiegende Diagnose gab.
Viel Geduld nötig
Für den Sportdirektor ist daher wichtig, seinem verletzten Top-Athleten den nötigen Halt zu geben: „Die ganze Aufmerksamkeit gilt jetzt Manuel. Wir werden von Verbandsseite aus alles tun, um Manuel wieder zurückzubringen.“ Lukas Pecher, Mannschaftsarzt des DSV, rechnet mit einer langen Pause: „Das ist eine schwere Verletzung, weil die Nachbehandlungszeit so viel Geduld erfordert und grob sechs Monate in Anspruch nehmen wird.“
Lobende Worte fand Pecher aber für seinen medizinischen Kollegen Dr. Klaus Düwell, der Faißt im Operationszentrum Allgäu unters Messer nahm: „Noch mal Danke an Klaus Düwell, der Manuel höchst professionell operiert hat. Da sind wir in top Händen gewesen.“
OP-Arzt: „Schlimme Verletzung“
Düwell selbst schätzt die Lage ebenfalls als unglücklich ein: „Eine Achillessehnenverletzung ist eine echt schlimme Verletzung, vor allem für einen Profisportler. Das ist die dickste und stärkste Sehne, die wir im Körper haben.“ Eine Alternative zur Operation gab es aus Düwells Sicht nicht: „Oft und vor allem bei Sportlern, muss so eine Verletzung operiert werden, um die alte Funktion wieder zu erreichen.“