Nordische Kombination: Nathalie Armbruster – Drama auf den letzten Metern

Der kurze Kombinations-Sommer ist vorbei: Grand-Prix-Gesamtsiegerin Nathalie Armbruster kann mit den Ergebnissen mehr als zufrieden sein.
Hendrik Schmidt/dpaAuch bei ihrem letzten Wettkampf der kurzen Sommersaison, dem Mixed Team, betrieb Nathalie Armbruster aus Freudenstadt mit ihren Teamkollegen wieder Werbung für die Nordische Kombination.
Das Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Team Österreich 1 blieb bis auf den letzten Meter spannend. Am Ende hatten Armbruster und Co. die Nase um 1,7 Sekunden vorn – auch dank einer taktischen Meisterleistung von Schlussläufer Johannes Rydzek.
Eine Ahnung davon, wie spannend das Rennen werden würde, hatte Frauen-Bundestrainer Florian Aichinger schon tags zuvor gehabt: „Da freuen wir uns schon, mit den Herren gemeinsam Gas geben zu können, und da werden wir uns wie immer voll reinhauen.“
Entfesselte Österreicher
Und so war es auch. Hinter den wie entfesselt aufspringenden Österreichern – Stefan Rettenegger (104,5 Meter) und Lisa Hirner (101,5) hauten zwei Supersprünge raus – sammelten Jenny Nowak (96,0), Julian Schmid (101,0), Johannes Rydzek (101,5) und die wieder einmal bei äußerst schwierigen Bedingungen geforderte Nathalie Armbruster (94,0) 27 Punkte weniger, was einen Rückstand für den Lauf von 27 Sekunden bedeutete.
Während der Rückstand bei der ersten Männer-Laufrunde mit Schmid und Johannes Lamparter kaum schmolz, jagte Jenny Nowak Claudia Purker und fuhr auf 4,9 Sekunden heran. Sommer-Grand-Prix-Siegerin Nathalie Armbruster, die in Oberstdorf und Chaux Neuve triumphiert hatte, sorgte danach für ein Höllentempo, dem Lisa Hirner aber die ganzen 2,5 Kilometer überraschend standhielt.
Dann kam der große Auftritt von Johannes Rydzek. „Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, um den Sieg mitfahren zu können“, gab er zu, „aber Julian, Jenny und Nathalie haben einen tollen Job gemacht. Ich war nur wenige Sekunden hinter Stefan und konnte die Lücke schnell schließen.“ Und die Taktik war ihm schon vor dem Rennen klar: „Ich hatte gestern die Ziellinie überprüft und wusste, dass es in dieser Kurve schwierig ist zu überholen. Also habe ich etwa 500 Meter vor dem Ziel Vollgas gegeben.“ Ergebnis: Sieg mit 1,7 Sekunden Vorsprung.
Im Wochenfazit war Bundestrainer Aichinger mit seinen Frauen läuferisch sehr zufrieden. „Die Nathalie und die Jenny sind durch das Feld gepflügt“, meinte er stolz, verwies aber auch auf die noch vorhandenen Probleme auf der Schanze: „Da ist nach vorne hin noch ein bisschen Luft, da haben wir noch ein bisschen Arbeit.“
Bei Luca Roth läuft’s nicht
Apropos Arbeit: Die hat nach seinem Großschanzen-Einsatz in Val di Fiemme auch Luca Roth. Der Springer aus Meßstetten (Zollernalb-Kreis) kam beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi vor Manuel Fettner (Österreich) und Philipp Raimund (Oberstdorf) nur auf den 44. Platz und verpasste den zweiten Durchgang klar. Zur Spitze fehlten dem 25-Jährigen über zehn Meter.
Noch viel Arbeit bis zum Winter
Hinter Philipp Raimund wurde es bei den gesamten deutschen Adlern eng: Karl Geiger als 21. und Andreas Wellinger als 23. im Finaldurchgang, Pius Paschke (33.) und Felix Hoffmann (34.) auch nur eine Runde dabei – das ist weit am Anspruch vorbei.
