Hollywood im Schwarzwald
: Diese Filme und Serien wurden in der Region gedreht

Von nationalen Serien wie „Tatort“ bis zu Hollywood-Produktionen wie „Charlie und die Schokoladenfabrik“ waren mehrere Orte in der Region auf der Leinwand zu sehen. Eine Übersicht.
Von
Martina Coluccia
Oberndorf
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In den letzten Jahren haben sich einige Filmproduzenten entschieden, in der Region zu drehen. Wir haben die verschiedenen Drehorte zusammengetragen.

Tina Pflumm/Christoph Schmidt/dpa/Sunny Side Up Filmproduktion/Uli Deck dpa

Die Schwabo-Region, die Schwäbische Alb und vor allem der Schwarzwald wurden mehrfach als Film- und Serienkulisse genutzt.

Gleich zwei Mal fanden sogar Dreharbeiten für Hollywood-Produktionen statt. Wir haben die verschiedenen Drehorte zusammengetragen.

25 km/h: Reise durch den Schwarzwald

Die im 60er-Stil gestaltete Retro-Avia-Tankstelle am Kniebis bei Freudenstadt ist nicht nur ein echter Hingucker für Oldtimer-Fans. Auch Filmenthusiasten werden diese Kulisse aus dem Film „25 km/h“ erkennen. Im Film haben sich die Brüder Christian, gespielt von Lars Eidinger, und Georg, gespielt von Bjarne Mädel, seit 30 Jahren nicht gesehen. Erst auf der Beerdigung ihres Vaters treffen sie sich wieder. Auf der Trauerfeier kommt Alkohol ins Spiel, und so beschließen die Brüder einen alten Traum zu verwirklichen: Gemeinsam mit ihren Mopeds durch Deutschland zu reisen. Auch in Baiersbronn-Röt wurde eine Szene des Films gedreht.

Nicht nur in Freudenstadt machen die zwei Protagonisten einen Zwischenstopp, auch in Gengenbach im Ortenaukreis wurden einige Szenen gedreht. So diente zum Beispiel ein Hof im Ortsteil Fußbach als Elternhaus der Brüder. Außerdem wurde der Rathausplatz von Gengenbach als Kulisse für ein Weinfest im Film benutzt.

Die zwei Brüder tanzen auf den Tischen bei dem Gengenbacher Weinfest.

Foto: Sunny Side Up Film/Sony Pictures

Hotel Waldlust: Horror-Hotspot für mehrere Filme

Gleich mehrere Produktionen fanden in einem der bekanntesten Lost Places in Deutschland statt. Die deutsche Mystery-Doku-Serie „Haunted - Seelen ohne Frieden“, moderiert von Sky du Mont, machte im Jahr 2017 einen Zwischenstopp im „Gruselhotel“. In der Serie werden übernatürliche Ereignisse dokumentiert, die sich im deutschsprachigen Raum zugetragen haben sollen.

Auch der deutsche Entertainer Jens Knossalla, bekannt als „Knossi“, nutzte im Jahr 2020 den Lost Place als Kulisse für eine seiner YouTube- und Twitch-Serien. Gemeinsam mit Rapper Sido, Musiker Manny Marc von der Gruppe „Die Atzen“, Pietro Lombardi und weiteren bekannten Gesichtern der YouTube-Szene verbrachte er 40 Stunden im Hotel. In dieser„Horrorcamp“-Reality-Show mussten die Promis im Hotel verschiedene Herausforderungen und Challenges bewältigen – eine Aufgabe davon: Geister jagen.

Das Grandhotel Waldlust in Freudenstadt wurde im Jahr 2020 zum Schauplatz eines 40-stündigen „Horrorcamps“ mit Knossi, Sido, Manny Marc, Sascha Hellinger und weiteren Gästen.

Foto: Twitch Tv

Eine weitere Produktion, die im Hotel gedreht wurde, ist der Horror-Thriller „Béla Kiss“, basierend auf einer wahren Begebenheit. Der gleichnamige Protagonist war ein ungarischer Serienmörder Anfang des 20. Jahrhunderts. Er soll über 20 Frauen ermordet haben -gefasst wurde er aber nie. 100 Jahre später erleben Zeugen grausame Ereignisse in einem abgelegenen Hotel im Wald, die mit dem Killer in Verbindung stehen.

Nicht nur Horror-Geschichten wurden im Freudenstädter Kulturdenkmal produziert. Im Jahr 2021 diente die Location als Drehort für das deutsch-finnische Romantik-Drama „Franky Five Star“. Im Film geht es um Franky (Lena Urzendowksy), eine junge Frau, die große Schwierigkeiten hat, mit den vier Persönlichkeiten klarzukommen, die in ihrem Kopf leben. Diese Charaktere leben sinnbildlich in einem Hotel mitten im Nirgendwo.

Eine weitere, nicht gruselige Produktion ist der Film „Im Rosengarten“, gedreht mit bekannten Schauspielern wie Kostja Ullmann, in und um Freudenstadt. Vor allem wurden Szenen im Hotel Waldlust, im Hotel Palmenwald und Luftaufnahmen vom Schlosshotel Bühlerhöhe gedreht. Im Film geht es um den berühmten Berliner Sänger Yak, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere in eine Sinnkrise gerät. Und wie man so schön sagt: Ein Unglück kommt selten allein – er erhält gleich zwei unerwartete Nachrichten.

Sein Vater, der vor 30 Jahren nach Syrien zurückkehrt ist, liegt nun im Koma in einer Kölner Klinik. Und aus der Heimat hat er eine 15-jährige Tochter namens Latifa mitgebracht. Gemeinsam mit ihr, die nur Arabisch spricht, begibt sich Yak auf eine unfreiwillige Reise durch Deutschland, die die beiden schließlich in den Schwarzwald führt.

„A Cure For Wellness“ auf der Burg Hohenzollern

Im Juli 2015 wurden auf der Burg Hohenzollern Szenen für den Hollywood-Psycho-Thriller „A Cure For Wellness“ von Gore Verbinski gedreht. Im Film geht es um einen Wall-Street-Börsenmakler (Dane Dehaan), der in die abgelegenen Schweizer Alpen reist, um den CEO seiner Firma aus einem idyllischen und geheimnisvollen Wellness-Center zu holen. Doch erst dort merkt er, dass diese angeblich wunderbaren Behandlungen nicht das sind, was sie zu sein scheinen.

Auf der Burg Hohenzollern wurden Szenen für den Film „A Cure For Wellness“ gedreht.

Foto: Tina Pflumm

Charlie und die Schokoladenfabrik in Gengenbach

Wieder taucht die Stadt in der Ortenau in dieser Übersicht auf. Auch wenn es nur für wenige Sekunden war, hat es Gengenbach nach Hollywood geschafft. Hier wurde nämlich eine Szene der berühmten Buchverfilmung „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von Tim Burton gedreht. Wer sich 20 Jahre nach der Film-Premiere erinnert, weiß, dass ein deutscher Junge, Augustus Gloop, eines der begehrten „Goldenen Tickets“ gewann, um die Wonka-Schokoladenfabrik zu besuchen. Kurios ist allerdings, dass im Film die Szene, in der die Heimatstadt des Jungen eingeblendet wird, mit „Düsseldorf“ untertitelt wurde. Wer genau hinschaut, erkennt jedoch, dass die fünfsekündige Szene tatsächlich die Gengenbacher Altstadt zeigt.

„Takeover - voll vertauscht“ in Lahr

Im Jahr 2019 fanden sowohl im Europa-Park als auch in Offenburg und Lahr die Dreharbeiten für die Komödie „Takeover – voll vertauscht“ statt. Die Protagonisten sind die YouTube-Stars Heiko und Roman Lochmann, auch bekannt als „Die Lochis“. Die Zwillinge spielen im Film zwei völlig verschiedene Charaktere, die in einem Freizeitpark zufällig aufeinandertreffen und ihren Augen nicht trauen können. Nicht nur sehen sie sich ähnlich aus, sondern sind sie auch gleich alt. Nur beim Lebensstil gibt es keine Gemeinsamkeiten.

Ein Schwarzwaldkrimi

Die deutsche Kriminalfilm-Reihe, die seit 2019 vom ZDF ausgestrahlt wird, spielt - wie der Name schon verrät – ebenfalls im Schwarzwald. Im Jahr 2018 wurde der zweiteilige Film „Und tot bist Du! – Ein Schwarzwaldkrimi“ in Freudenstadt, Schiltach, am Elbachsee bei Baiersbronn und in Alpirsbacher Kloster gedreht. Fortgesetzt wurde die Reihe mit den Filmen „Waldgericht – Ein Schwarzwaldkrimi“, die im Jahr 2020 in Freudenstadt, Loßburg, Schiltach, Sulz am Neckar und in Bad Teinach-Zavelstein produziert wurden.

Tatort Schwarzwald

Seit 2017 ermitteln Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) in der ARD-Krimiserie „Tatort“ im Schwarzwald. Die meisten Szenen wurden in Freiburg und Umgebung gedreht. Doch auch in Calw stattete das Kamerateam der Serie einen Besuch ab. Für eine Folge wurde dort an der Klinik für Forensische Psychiatrie gedreht.

Die Schwarzwaldserie „Die Fallers“

In der Nähe von Furtwangen finden „Die Fallers“-Fans den Hauptdrehort der SWR-Kultserie. Die Seifenoper zeigt seit 1994 den Alltag und das Leben, mit Höhen und Tiefen, der Familie Faller auf einem Bauernhof im Schwarzwald.

Den Bauernhof gibt es tatsächlich, er befindet sich genau bei Furtwangen-Neukirch.

Der Unterfallengrundhof nahe Furtwangen ist Drehort der SWR-Serie «Die Fallers - Die SWR Schwarzwaldserie».

Foto: dpa

Die Schwarzwaldklinik

Eine der beliebtesten Fernsehserien, „Die Schwarzwaldklinik“, wurde zwischen 1984 und 1988 in Glottertal bei Freiburg produziert. In der Serie geht es nicht nur um Familiendramen, sondern auch um verschiedene zum Teil skurrile Geschichten von Patienten und Mitarbeitern der Glottertaler Klinik.

Noch in Produktion

Wie man sieht, bietet unsere Region unzählige Kulissen für Filme und Serien.

Das hat auch der Gastronom Angelos Karakikes aus Rottweil erkannt. Wie er unserer Redaktion bereits im März mitgeteilt hatte, dreht er in und um Rottweil seinen Debütfilm, eine Krimi-Komödie namens „Der Grieche im Schwarzwald“.

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