Nordische Kombination in Seefeld
: Abgezockt! Nathalie Armbruster begeistert

Beim zweiten Wettkampf des Seefeld-Triples holt Nathalie Armbruster in der Loipe alles aus sich heraus – und wird belohnt.
Von
Peter Flaig
Oberndorf
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Ihr Plan ist voll aufgegangen: Nathalie Armbruster.

Hendrik Schmidt/dpa

Was für ein Finish! „Hut ab vor dem Zielsprint. Das war extrem geil“, konnte Co-Bundestrainer Tim Kopp seine Begeisterung über den zweiten Auftritt von Nathalie Armbruster nach Platz 4 am Freitag am ZDF-Mikrofon kaum zurückhalten.

Und auch mit ein bisschen Abstand hatten die Bilder, wie die von ihrer Erkältung aus Oberhof offenbar genesene Nathalie Armbruster in einem Zielsprint der Extraklasse die Norwegerin Marte Leinan Lund überholte und sich den dritten Platz hinter der wieder überragenden Ida Westvold Hansen (Norwegen) und der bärenstarken US-Amerikanerin Alexa Brabec sicherte. Hallo IOC: Das war wieder Werbung für die Frauen-Kombination.

„Wirklich, wie sie es gemacht hat beim Zielsprint: frech gewesen, cool geblieben, und den Kampf Frau gegen Frau perfekt ausgematcht“, sprudelte es aus Kopp heraus.

Eine Frau voller Adrenalin

Und auch die gelobte Freudenstädterin vom SV/SZ Kniebis war voller Adrenalin. „Total cool, wenn man sich so auf seinen Zielsprint verlassen kann“, strahlte die letztjährige Seefeld-Siegerin über das ganze Gesicht und lebte ihre Freude komplett aus.

Platz 3 war nach dem Springen fast die einzige Option. Obwohl Tim Kopp zugab, dass das Podest „das kleine Ziel heute war“. Doch während es bei Ida Marie Hagen und bei Nathalie Armbruster auf der Schanze nicht so gut lief, landete die auch in der Loipe starke Alexa Brabec wieder einen Monstersprung.

Der Sprung misslingt

Hätte es entgegen den Triple-Regeln in Seefeld, bei denen die Ergebnisse des Vortages jeweils mitgenommen werden, eine eigene Sprung-Wertung gegeben, hätte vor dem Namen „Nathalie Armbruster“ eine 18 geleuchtet. So war es eine 5. Und da es ein Individual-Compact-Format war, hielt sich der Rückstand auf Platz 1 (Brabec) mit 22 Sekunden im Rahmen.

Spannung vorhergesagt

„Das wird ein sehr, sehr enger Fight“, sagte si vor dem Fünf-Kilometer-Langlauf voraus, „wir haben starke Läuferinnen vorne drin. Das wird echt spannend heute.“

Ida Marie Hagen lange gefordert

Da sollte die amtierende Gesamtweltcupsiegerin recht behalten. Ida Marie Hagen und Alexa Brabec liefen vorneweg, bis Brabec abreißen lassen musste, dahinter verteidigte Ema Volavsek so lange es ging Platz 3. Doch am letzten Anstieg war es für sie vorbei, Nathalie Armbruster nutzte den Windschatten der Konkurrentinnen aus, um am Ende ihren sensationellen Zielsprint anzusetzen.

„Das Rennen hat sie extrem clever gemacht. Sie hat sich die Lund und die Tara (Geraghty-Moats, Anm. d. Red.) als Zugpferd genommen“, hörte Tim Kopp gar nicht mehr auf zu loben. Der Rest ist bekannt – und Platz 3 das verdiente Ergebnis.

Niveau wieder gestiegen

„Ein Podestplatz ist echt wertvoll“, ordnete er ein, „weil: Da muss man einen richtig guten Tag haben, weil das Niveau wieder gestiegen ist vom letzten Jahr.“ Und neben den guten Tagen hatte Nathalie Armbruster in dieser Saison auch schon schlechte – und unverschuldet sehr schlechte.

Nathalie Armbruster beißt sich durch

Und so gut hatte sich Nathalie Armbruster gar nicht gefühlt: „Als ich war endlich losgelaufen bin, war ich wirklich nicht sicher, ob das heute was wird“, gab sie zu. Nach einem Kilometer verlor die Sommer-Grand-Prix-Siegerin und deutsche Meisterin eine halbe Minute auf Ida Marie Hagen. Das sah nicht gut aus, „aber dann habe ich mich irgendwie echt gut durchgebissen.“ So kann man das sagen.

Noch ein Rennen – nach klassischer Gundersen-Methode und mit einem 7,5-Kilometer-Abschlussrennen (Sonntag, 10.15/14.45 Uhr) – liegen vor der 20-Jährigen. Da wäre eine Sache von großem Vorteil: „Ich hoffe, dass ich auf der Schanze noch mal echt ein bisschen mehr zeigen kann. Bis jetzt ist es noch nicht ganz zusammengelaufen auf der Schanze. Von dem her: Morgen einen ein bisschen weiteren Sprung“, plant Nathalie Armbruster, und dann: „Volle Attacke!“

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