Nordische Kombination in Seefeld
: Nathalie Armbruster – Startverbot droht

Am Wochenende hat Nathalie Armbruster eine extrem schwierige Aufgabe vor sich: die Titelverteidigung beim Seefeld-Triple. Aber vielleicht bekommt sie gar keine Gelegenheit dazu.
Von
Peter Flaig
Oberndorf
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Bekommt Nathalie Armbruster am Wochenende die Gelegenheit dazu, in der Loipe zu zeigen, was in ihr steckt?

Matthias Schrader/AP/dpa

Im vergangenen Jahr feierte Nathalie Armbruster aus Freudenstadt den ganz großen Triumph: Premiere des Seefeld-Triples bei den Frauen – und Siegerin wurde die damals 19-Jährige, die dabei auch gleich ihren ersten Weltcup-Sieg feierte.

Auch den Grundstein zum späteren Gewinn des Gesamtweltcups legte die sich danach auch zur Sommer-Grand-Prix-Siegerin und deutschen Meisterin kürende Freudenstädterin.

In diesem Jahr (den Bericht von Rennen 1 finden Sie hier: Nathalie Armbruster kämpf wie eine Löwin) gibt es allerdings kaum ein Vorbeikommen an Ida Marie Hagen (Norwegen), die in diesem Winter acht von neun Weltcups gewonnen hat. Lediglich beim zweiten Wettkampf in Trondheim musste sie der Österreicherin Katharina Gruber den Vortritt lassen. Und Nathalie Armbruster hätte sie im allerersten Rennen um ein Haar besiegt.

„Die Ida knacken!“

Umso mehr ist der Ehrgeiz von Nathalie Armbruster angestachelt. Das Motto hat Bundestrainer Florian Aichinger ausgegeben: „Die Ida knacken!“

Doch vielleicht hat da jemand schon im Vorfeld etwas dagegen – und derjenige kommt nicht von außerhalb. Denn für Mannschaftsarzt Lukas Pecher gibt es eine Maxime: „Gesundheit ist nicht verhandelbar!“

Training unmöglich

Und Nathalie Armbruster hat sich direkt nach dem mit Wut im Bauch absolvierten, erfolgreichen Wochenende von Oberhof mit Platz 2 und Platz 3 einen Infekt eingefangen, der zur Mitte der Woche hörbar nicht auskuriert war und der ein Training auf die harten Rennen in Seefeld unmöglich gemacht hatte.

Belastungstests auf dem Programm

Und so standen am Donnerstag ausgiebige Belastungstests auf dem Programm, damit Pecher einschätzen konnte, „inwieweit ein Start auch Sinn macht“, wie Bundestrainer Aichinger erklärte.

Noch nicht im Vollbesitz aller Kräfte

Im provisorischen Wettkampfsprung (PCR) am Donnerstagmorgen, der zum Einsatz kommt, wenn bei einem der drei Wettkämpfe am Wochenende nicht gesprungen werden kann, behinderten sie die Infekt-Auswirkungen spürbar.

Es läuft noch nicht rund

Auf einer Schanze, „die ich eigentlich auch ganz gerne mag“, so Nathalie Armbruster, landete sie bei ordentlichen Windbedingungen bereits bei 84,5 Metern – und damit elf Meter hinter Sprungsiegerin Ingrid Laate (Norwegen).

Großer Rückstand

Würde der Sprung im Wettkampf gewertet, hätte die 20-Jährige nach Gundersen-Regeln 1:36 Minuten Rückstand auf Laate. Zwar sind es „nur“ 30 Sekunden auf Ida Marie Hagen, aber mit angeschlagener Gesundheit wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, diesen Rückstand auf die konstant Bestzeiten laufende Hagen aufzuholen.

Bundestrainer Aichinger setzt auf den Faktor Zeit. „Wir sehen das positiv, dass das alles funktionieren wird“, sagte er in Bezug auf den am Donnerstagnachmittag intern angesetzten Fitnesstest. Denn das weiß auch Nathalie Armbruster: „Das wird natürlich sehr anstrengend werden. Die ersten Belastungen nach einem Infekt und dann gleich drei Wettkämpfe am Stück.“

Das letzte Wort hat der Teamarzt

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit haben aber nicht Florian Aichinger oder Nathalie Armbruster. Das letzte Wort hat Teamarzt Lukas Pecher.

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