Nordische Kombination in Seefeld: Alarmstufe Rot für Nathalie Armbruster

Davon träumt Nathalie Armbruster (Mitte, mit Herz) auch in Seefeld: Das deutsche Team jubelt mit der Freudenstädterin über Platz 3 in Oberhof.
Hendrik Schmidt/dpaDer Rückblick auf 2025 fällt nicht nur bei den Fans triumphal aus, auch Nathalie Armbruster bekommt Gänsehaut, wenn sie an das Seefeld-Triple im vergangenen Jahr zurückdenkt. „Also Seefeld ist immer ein besonderer Ort. Stimmungstechnisch auch wirklich grandios“, erzählt sie. Und: „Ich hab da ja vom letzten Jahr wirklich wahnsinnig gute Erinnerungen.“
Denn vor zwölf Monaten erklomm die Gleichberechtigung in der Nordischen Kombination eine weitere Stufe: Zum ersten Mal durften neben den Männern auch die Frauen das legendäre Seefeld-Triple bestreiten. Und aus dem turbulenten Geschehen als Siegerin hervor ging eine damals 19-Jährige: Nathalie Armbruster!
Nach Platz 3 am Eröffnungstag folgte ihr allererster Weltcup-Sieg an Tag 2, und am dritten Tag holte sie sich den Titel „Königin von Seefeld“ mit sagenhaften 1:24,3 Minuten Vorsprung auf Gyda Westvold Hansen (Norwegen) und 1:40,7 auf Haruka Kasai (Japan) – und legte den Grundstein für den Sieg im Gesamtweltcup.
Drama mit Disqualifikationen
Begünstigt wurde der Erfolg zwar durch die Disqualifikation ihrer harten Konkurrentin Ida Marie Hagen, aber: Die Regeln sind die Regeln. Durch diese harte Schule musste auch die 20-jährige Sommer-Grand-Prix-Siegerin und deutsche Meisterin in diesem Jahr schon gehen.
Nun steht also die Titelverteidigung an – und die Vorzeichen sind sehr durchwachsen. Das Wetter und die Psyche werden zwar wohl mitspielen, wie Bundestrainer Florian Aichinger berichtete: „Das Wetter meldet richtig gut, und wir kommen mit Rückenwind aus Oberhof.“
Ida Marie Hagen gilt es zu schlagen
Aber zum einen ist da die diesjährige Dominatorin, Ida Marie Hagen, die einen Wettkampf nach dem anderen dominiert. Nathalie Armbruster hat sicherlich das Zeug, sie zu schlagen, und um Haaresbreite wäre ihr das in Trondheim zum Auftakt schon gelungen.
Die Gesundheit wird zum Thema
Aber da gibt es noch das „zum anderen“. „Ich hoffe, dass ich am Freitag wieder“, sagt Nathalie Armbruster und ein Hustenanfall unterbricht sie, „dass ich am Freitag wieder fit dort an den Start gehen kann.“ Denn am Mittwoch, als sie das sagt, ist sie es noch nicht. „Leider Gottes hat die Natalie nach Oberhof ein bisschen die Grippe erwischt“, erklärt Aichinger, der guter Dinge ist, dass sein Top-Star „im Normalfall am Start sein kann“.
An Training nicht zu denken
Doch gut hört sich die 20-Jährige vom SV/SZ Kniebis nicht an. „Ich konnte jetzt nach Oberhof eigentlich nicht mehr trainieren“, berichtet sie mit typischer Erkältungsstimme und dämpft selbst erst einmal ihre Erwartungen. Denn: „Es wird natürlich sehr anstrengend werden.“
Es kann gefährlich werden
Seefeld heißt: drei harte Rennen innerhalb von drei Tagen. Auf den Massenstart vom Freitag folgt ein Individual Compact Race am Samstag, und am Sonntag, beim abschließenden Gundersen-Wettkampf, müssen die Frauen 7,5 statt der üblichen fünf Kilometer in der Loipe zurücklegen. Mit angeschlagener Gesundheit? Schwierig. Mit Infekt? Gefährlich!
„Wir werden mit dem Arzt noch mal gut abklären, inwieweit das auch Sinn macht“, verspricht Aichinger. Aber eine Start-Absage würde wohl allen Beteiligten extrem weh tun. „Ich hoffe, dass ich wieder super Sprünge zeigen kann“, denkt Nathalie Armbruster schon wieder vor allem an den Wettkampf, aber den ärztlichen Check nimmt sie ernst: „Ich wünsche ich mir einfach erst mal, dass ich überhaupt am Freitag an den Start gehen kann.“
