Die Basis gerät ins Wanken, das Geld wird knapp – auch in Königsfeld. Das betont Bürgermeister Fritz Link in seinem Rückblick auf 2025. Zahlreiche Themen bewegten die Gemeinde.
Zwischen großem Engagement und unvergesslichen Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen der Gesamtgemeinde Königsfeld und der „dunklen Schatten“ wirtschaftlicher und politischer Krisen blickt Bürgermeister Fritz Link auf das zu Ende gehende Jahr. In seinem Jahresrückblick legt er den Fokus auf die Projekte, die 2025 in der Gemeinde umgesetzt wurden.
Wohnen und Gewerbe
Das Neubaugebiet Herrenacker Ost in Buchenberg ist seit diesem Jahr erschlossen. Etwa 2,2 Millionen Euro investierte die Gemeinde in die rund 1,5 Hektar große Fläche. Nun stehen 18 Bauplätze zur Verfügung. Der Quadratmeterpreis liegt bei 245 Euro.
Zudem fiel im Gemeinderat der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Falkenmoos – ein umstrittenes Projekt, das Link in seinem Rückblick aber verteidigt. „Denn auch in unserer Gemeinde muss das Geld in der heimischen Wirtschaft verdient werden.“
Wie es in den Teilorten mit Bau- und Gewerbegebieten weitergeht, soll der Flächennutzungsplan 2040 zeigen, der 2025 den Gemeinderat und die Ortschaftsräte beschäftigte. Im kommenden Frühjahr soll der Plan verabschiedet werden. Link erwartet, dass ein „angemessenes Wachstumspotenzial für die Gesamtgemeinde mit ihren sechs Teilorten ausgewiesen werden“ kann.
Der Königsfelder Ortskern
Angelaufen ist die städtebauliche Entwicklung des südlichen Ortskerns. Sie soll der Reaktivierung innerörtlicher Brachflächen und Leerstände sowie der weiteren Aufwertung des öffentlichen Raums dienen. Die Maßnahme ist mit einem beantragten Förderrahmen von 7,85 Millionen Euro Teil des Landessanierungsprogramms Baden-Württemberg (LSP). Begleitet wird das Projekt durch eine Zustandserfassung samt Ausbauempfehlungen für die Ortsdurchfahrt der L 177.
Europaweit ausgeschrieben wurden die Planungsleistungen für mehrere Link zufolge „zukunftsweisende Infrastrukturvorhaben“ – eines davon ist der Neubau eines zentralen Wasserbehälters für die Ortsteile Burgberg, Königsfeld, Neuhausen und Erdmannsweiler am Stellwald im Rahmen des Strukturgutachtens für die Wasserversorgung. Die Baukosten werden auf rund 7,8 Millionen Euro geschätzt. Der Wasserhochbehälter in Weiler wurde 2025 bereits für etwa 113 000 Euro saniert.
Feuerwehrgerätehaus
Verabschiedet hat der Gemeinderat 2025 den Masterplan für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Kernort. Bis zu vier Abteilungen sollen in dem Gebäude neben der Königsfelder Grundschule unterkommen. Geschätzter Kostenpunkt laut Bürgermeister Link: etwa 8,4 Millionen Euro.
Seit diesem Jahr ist klar, dass der Breitbandausbau von Buchenberg im kommenden Jahr umgesetzt werden soll. Dank Förderungen von Land und Bund trägt die Gemeinde nur etwa 1,5 Millionen Euro der auf insgesamt 6,5 Millionen Euro geschätzten Maßnahme. Die Vergabe soll Anfang 2026 erfolgen; der Ausbau wird Link zufolge voraussichtlich im Frühjahr beginnen.
Mittlerweile – schneller als gedacht – in Betrieb genommen ist der Radweg über den Brogen zwischen St. Georgen und Hardt.
Realisiert wurde 2025 neben den Kanalsanierungen mit insgesamt 300 000 das reguläre Straßensanierungs- und -erneuerungsprogramm mit einem Volumen von 115 000 Euro. Im Gewerbegebiet Im Luppen in Weiler wird der Endbelag wegen des Wetters erst im Frühjahr 2026 eingebaut. Eigentlich war die Maßnahme, die rund 70 000 Euro kostet, schon für das zu Ende gehende Jahr geplant. Auch die Sanierung eines Teilstücks der Forststraße in Neuhausen soll etwa zur selben Zeit umgesetzt werden. Investiert werden etwa 475 000 Euro.
Abgeschlossen wurde 2025 auch der barrierefreie Ausbau je einer Bushaltestelle in den Ortsteilen sowie des Busbahnhofs in Königsfeld. Hierfür wurden bei einer Förderung von rund 650 000 Euro insgesamt etwa 1,2 Millionen Euro fällig.
Kurbetriebe und Tourismus
Bei den Kurbetrieben steht zum Jahreswechsel unter anderem der Pächterwechsel im Parkcafé im Fokus. Nach mehr als 20 Jahren zieht sich Carola Stern zurück. Mit Anastasios Worm und Grigorios Kefaloudis als neuen Pächtern geht der Betrieb Mitte Januar 2026 weiter.
„Der seit Jahren im ganzen Schwarzwald anhaltende Trend eines Rückgangs des Bettenangebotes wegen Überalterung, fehlenden Nachwuchses beziehungsweise Investitionsstaus hat sich leider durch die Ende August erfolgte Schließung des Schwarzwald-Park-Hotels, welches bereits in den letzten Jahren sein Angebot sukzessive reduziert hatte, erneut auf besorgniserregende Art und Weise realisiert“, schreibt Link in seinem Rückblick. „Neben der Frage, wie diese als ‚Sachgesamtheit‘ denkmalgeschützte und zum Verkauf stehende Hotelanlage mit ihren 60 000 Quadratmetern Grundstücksfläche und mehreren Außenresidenzen touristisch weiterhin genutzt beziehungsweise entwickelt werden kann, widmet sich die Gemeinde mit Hochdruck und in enger Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler der weiteren Planung hinsichtlich der Erschließung des Bebauungsplangebiets ‚Königshöhe‘“. Dort ist ein Sondergebiet für eine neue Hotelanlage mit bis zu 400 Betten ausgewiesen.
Ein Blumenladen schließt, eine Bäckerei und ein Goldschmied eröffnen – so fasst Link Licht und Schatten im Einzelhandel zusammen. Angesichts dessen habe der Gemeinderat im Sommer in enger Kooperation mit dem Handels- und Gewerbeverein ein „Strukturiertes Leerstands- und Nutzungsmanagement“ für die Ortsmitte auf den Weg gebracht. Es soll helfen, gezielt Nachfolgelösungen für die leider zunehmenden Leerstände in der Ortsmitte zu finden. Anfang 2026 sollen erarbeitete Vorschläge diskutiert und gegebenenfalls konkrete Schritte eingeleitet werden.
Energieversorgung
Im Juni ging die Freiflächen-Photovoltaikanlage im Gewann Halden in Buchenberg in Betrieb – seitdem ist Königsfeld Link zufolge rechnerisch energieautark.
Zudem wurde 2025 eine flächendeckende kommunale Wärmeplanung erstellt. Ihr zufolge kommen lediglich Teile des Kernorts mit Kliniken, Schulen und kirchlichen Einrichtungen für ein zentrales Wärmenetz in Frage.