Solarpark „Halden“
: So wird Königsfeld rechnerisch energieautark

Eine Besichtigung des Solarparks „Halden“, betrieben durch die in Bremen ansässige Energiekontor AG, im Ortsteil Buchenberg nahm der Gemeinderat vor.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Über Details zum Solarpark „Halden“ informieren sich die Gemeindevertreter.

Stephan Hübner

Mit der Mitte Juni in Betrieb gehenden Anlage, den vorhandenen Windrädern auf dem Brogen sowie Solaranlagen auf unzähligen Dächern wird Königsfeld rechnerisch energieautark, wie Bürgermeister Fritz Link erklärte.

Er sprach deshalb von einem „ganz wesentlichen Meilenstein in der regenerativen Energieerzeugung Königsfelds“, erinnerte an den sich über drei Jahre hinziehenden Planungsprozess. Das verdeutliche die intensive Beratung und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben.

Ursprünglich geplant war eine Fläche von 5,92 Hektar, mangels Einvernehmen mit Eigentümern musste diese aber auf 5,5 Hektar reduziert werden. Trotzdem erzielen die Module einen Jahresertrag von rund 5,5 Gigawattstunden, ausreichend für die Versorgung von 1700 Zwei- oder 1100 Drei-Personen-Haushalten. Jährlich werden so 3800 Tonnen CO2 eingespart.

Landschaftsbild wird nur wenig beeinflusst

Wichtig gewesen sei der Gemeinde die geringe Beeinflussung des Landschaftsbildes, so Link. Noch erledigt werden müsse die Eingrünung entlang des Zauns. Wenn die sich entwickle, sei die Anlage kaum mehr wahrnehmbar. Die Stellfläche der Module sei in eine Magerwiese umzuwandeln, was Grundwasserneubildung und Gewässerschutz unterstütze. Entsprochen wurde dem Wunsch nach einer Infotafel und Sitzgelegenheiten am Rand der Anlage.

Zielorientierte Zusammenarbeit

Link dankte Energiekontor für „sehr konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit“, auch wenn immer wieder intensive Diskussionen geführt werden mussten, insbesondere zu Wegerechten und Leitungstrassen. So liegt der Einspeisepunkt mit 700 Metern zwar relativ nah, die Trasse selbst ist aber zwei Kilometer lang, da für manche Flächen kein Einvernehmen zu erzielen war.

Trotz einer teilweisen Verlegung durch den Wald wurde darauf geachtet, keine Wurzeln zu verletzen, die Leitung deshalb dreieinhalb Meter tief verlegt, wie Cornelia Gottschling, Projektkoordinatorin Solar Süddeutschland bei Energiekontor, erklärte. Auch habe man ob der zu erwartenden höheren Schneelast stärkere Stahlstützen für die Module verwendet.

Bürgermeister Fritz Link durchschneidet im Beisein von Ortschafts- und Gemeinderäten sowie Vertretern von Energiekontor das Band zur offiziellen Eröffnung.

Foto: Stephan Hübner

Gottschling sprach von einem „Zeichen für Klimaschutz“, nur möglich dank engagiertem Ortschafts- und Gemeinderat sowie des Bürgermeisters, der mit Herzblut dabei gewesen sei. Man habe gespürt, dass die Gemeinde hinter dem Projekt stehe.

Fläche seit 25 Jahren ohne Ertrag

Zudem wäre es nicht ohne Unterstützung des Eigentümers Dietmar Fleig gegangen. Dieser erklärte, dass die Fläche seit 25 Jahren bio und ohne Ertrag sei, da die Frucht hier immer nur gelegen habe. Die vergangenen 15 Jahre sei nur Gras für Biogas entstanden, jetzt gebe es auch Energie, aber eben direkt. Im Schwarzwald mit 820 Metern Höhe müsse sich eine kleinere Landwirtschaft das betriebswirtschaftlich überlegen. „Über die Optik kann man reden, über die Sinnhaftigkeit nicht“, so Fleig.

Außen am Gelände entstehe Äswiese für Rehe, Tiere wie zum Beispiel Hasen liebten das Gebiet. Im Vergleich zu anderen Anlagen sei hier viel Öko, eigentlich handle es sich um ein Vorzeigeprojekt.

Schäfer lässt seine Tiere unter den Modulen weiden

Link wies darauf hin, dass der Zaun extra 20 Zentimeter vom Boden entfernt ist, damit Kleintiere darunter hindurch kommen. Gottschling erklärte, dass zunächst für fünf Jahre ein Schäfer beauftragt ist, seine Tiere unter den Modulen weiden zu lassen.

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