Verkehr in der Ortsmitte: Königsfeld unterzieht sich dem Qualitätscheck

Wie ist die Verkehrssituation in Königsfeld. Das soll ein Qualitätscheck zeigen, der die Landesstraße 177 ins Visier nimmt.
Helen Moser„In einer lebendigen und verkehrsberuhigten Ortsmitte halten sich alle gerne auf – egal, ob Radfahrende, zu Fuß Gehende oder diejenigen, die sich Raum für Begegnung und Austausch wünschen“ – so schildert die Gemeindeverwaltung das Idealbild in einer Mitteilung.
Wo aber steht Königsfeld auf dem Weg hin zu einer Ortsmitte, in der alle Verkehrsteilnehmer Platz finden? Das soll der Qualitätscheck des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zeigen. Der Kurort beteiligt sich – und richtet den Blick zunächst auf die aktuelle Situation.
Welcher Bereich wird in Königsfeld unter die Lupe genommen?
In Königsfeld liegt der Fokus auf der stark befahrenen Landesstraße 177 als Ost-Tangente der Ortsmitte. Konkret geht es der Mitteilung aus dem Rathaus zufolge um den Bereich zwischen der Einmündung der Jahnstraße und der Einmündung der Waldstraße. Etwa 3500 Fahrzeuge sind hier laut Gemeindeverwaltung täglich unterwegs.
Was wird beurteilt?
Im Mittelpunkt der Erhebung der Ist-Situation steht eine ganze Reihe von Fragen: Wie sind die Verkehrsverhältnisse aktuell? Wie kann das Zu-Fuß-Gehen in der Ortsmitte erleichtert – und auch sicherer – werden, etwa durch breitere Gehwege, neue Ampeln und Zebrastreifen? Und wie kann mehr Platz für Radfahrende oder den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entstehen?
Neben einer Analyse der aktuellen Lage soll der Qualitätscheck auch eine Richtung für die künftige Entwicklung vorgeben – in Form eines Fazits und konkreter Handlungsempfehlungen. Was ist schon gut umgesetzt? Wo liegen Herausforderungen? Und was sind mögliche Lösungsansätze? Antworten auf all diese Fragen erhofft sich die Gemeindeverwaltung.
Was soll die Erhebung nutzen?
Ganz allgemein soll der Qualitätscheck dazu dienen, „die Verkehrssituation vor Ort zu analysieren und zu verbessern“, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Dabei gehe es darum, in der Ortsmitte nicht nur Platz für Fuß- und Radverkehr zu haben, „sondern auch für Begegnungen und Austausch“. Durch die Ergebnisse der Erhebung soll die Gemeinde mehr über Möglichkeiten zur Erhöhung von Attraktivität und Lebensqualität herausfinden.
Konkret, heißt es in dem Schreiben weiter, erhoffe sich Bürgermeister Fritz Link für das anstehende städtebauliche Sanierungskonzept „südlicher Ortskern Königsfeld“ wichtige gestalterische Hinweise für diese Umgestaltung und Aufwertung der Landesstraße 177, eine der Hauptverkehrsachsen in der Königsfelder Ortsmitte.
Denn: „Verkehrssichere Ortskerne sind wichtig für eine lebenswerte Kommune“, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Und weiter: „Auch in Königsfeld wünschen sich viele Bewohnerinnen und Bewohner mehr Platz für Begegnung, zum Verweilen und für Austausch in der Ortsmitte. Wo es mehr Platz für Geh- und Radwege, mehr Schatten und mehr Bänke für entspanntes Sitzen gibt, geht es allen besser: Junge Menschen treffen sich wieder gerne in der Innenstadt, Ältere können in kürzeren Abständen ausruhen. Mehr Platz für alle kann auch bedeuten: Ganz verschiedene Menschen kommen miteinander ins Gespräch.“
Wer führte die wann Erhebung durch?
Wie Bürgermeister Link auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, fand die Begehung in Königsfeld bereits Ende Juli statt. Spezialplaner des Büros „Planersozietät Karlsruhe“ begutachteten damals die aktuelle Verkehrssituation im Kurort.
Wann liegen die Ergebnisse vor?
Wenn die Ergebnisse des Qualitätschecks vorliegen, sollen sie selbstredend auch genutzt werden – dazu ist eine Beratung in kommunalen Gremien geplant, in der es der Mitteilung der Gemeinde zufolge dann auch um mögliche Umsetzungsschritte gehen könne. Bürgermeister Link rechnet damit, dass die Ergebnisse im vierten Quartal in den Gremien präsentiert werden.
Was kostet die Erhebung?
Für die Kommune ist die Qualitätserfassung kostenfrei, heißt es in der Mitteilung der Gemeindeverwaltung. Es handele sich um ein Unterstützungsangebot des baden-württembergischen Verkehrsministeriums.
