Aufwertung in Königsfeld: Südlicher Ortskern soll attraktiver werden

Die Mönchweilerstraße vom Zinzendorfplatz in Richtung Kreisverkehr soll Teil eines Untersuchungsgebiets „Südlicher Ortskern“ zur Aufwertung des öffentlichen Raums und Gebäudesubstanz werden.
Stephan HübnerVorbereitende Untersuchungen zur Aufwertung von Gebäuden und Straßenraum im Gebiet „Südlicher Ortskern“ beschloss der Ausschuss für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr.
Mit der Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts wurde 2023 die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) beauftragt. Begrenzt sein soll das 16,5 Hektar große Gebiet im Norden von der Friedrichstraße, östlich von der Mönchweilerstraße, südlich von der Jahnstraße sowie westlich von der Bismarckstraße und der Straße Am Kurgarten.
Ziel ist die Verbindung des südlichen Ortskerns mit der Einzelhandelszone in der Friedrichstraße, aber auch eine ökologische Aufwertung, wie Bürgermeister Fritz Link erklärte. Bisher geht man von Kosten von 7,85 Millionen Euro aus. Bei einer Förderrate von 60 Prozent verblieben bei der Gemeinde Kosten in Höhe von 3,15 Millionen Euro.
Laut Martina Steireif von der KE stehen die Zuschüsse bis April 2034 zur Verfügung, eine Verlängerung ist möglich. Im Verfahren werden Eigentümer, Mieter, Pächter und Träger öffentlicher Belange zu deren Mitwirkungsbereitschaft angehört.
Umnutzung von Leerständen
Sigrid Fiehn plädierte dafür, das Haus Jacky entgegen bisheriger Planungen ins Sanierungsgebiet aufzunehmen, ebenso das Gebäude gegenüber der Buchhandlung Hornscheidt. Man könne über die nördliche Seite der Friedrichstraße nachdenken, so Link. Herrnhuter Haus und Augenweide seien drin. Mit Blick auf Leerstände zum Beispiel im ehemaligen chinesischen Restaurant oder dem früheren Geschenkehaus Haas gehe es auch um eine gezielte Nachnutzungen aus dem gewerblichen Umfeld.
Laut Steireif sei ein weiterer Punkt die Umnutzung von Leerständen zum Beispiel in Bezug auf altersgerechtes Wohnen. Auf Nachfrage von Fiehn erklärte Link, dass Nachverdichtung sinnvoll sei, aber nur in klassischen Baulücken, nicht in Vorgärten.
Energetische Sanierung im Fokus
Laut Steireif sei vor allem Bestandserneuerung mit Blick auf energetische Sanierung wichtig. Die von Fiehn angefragte, nicht unbedingt energetische Aufwertung von Gebäudesubstanz sei aber grundsätzlich möglich. Maßgeblich sei nur, dass es sich nicht um losgelöste Einzelmaßnahmen sondern umfassende Modernisierungen handle. Private müssten dazu Geld in die Hand nehmen, es gebe keine Bezuschussung von Objekten durch die Gemeinde, so Link.
Dank eines vereinfachten Sanierungsverfahrens soll es keine Bodenwertsteigerungen und keine Änderungen bei der Grundsteuer geben, so Steireif auf Nachfrage von Matthias Weisser. Sie sprach auch von der Neugestaltung und Aufwertung der Straßenräume, Fortführung des kurörtlichen Charakters im öffentlichen Raum und der Neuordnung ruhenden Verkehrs. Link verwies dabei auf die „etwas unschöne“ Mönchweilerstraße. Hier warnte Weisser aber vor Stop-And-Go-Verkehr und unnötigen Abgasen, ähnlich wie in der Hermann-Voland-Straße. Link erinnerte daran, dass dortige Parktaschen Wunsch der Anlieger waren. Es gehe durchaus um Verkehrsberuhigung und auch die Separierung von Radfahrern. Letztlich entscheide aber der Gemeinderat.
Diesem empfahl der Ausschuss den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen für den südlichen Ortskern und die diesbezügliche Beauftragung der KE.