Die Gymnasiasten in Meßstetten haben sich an der Wahl zum Bundestag beteiligt – nur testweise freilich. Wie sie gewählt haben, überraschte manche.
Wie sähe das Ergebnis der Wahl zum Deutschen Bundestag aus, wenn nur Personen wählten, die noch nicht volljährig sind? Diese Frage beantwortet seit 1999 die Juniorwahl, bei der Schüler ab der siebten Klasse symbolisch wählen dürfen.
Seit einigen Jahren gehört auch das Gymnasium Meßstetten zu den bundesweit vielen Tausend Schulen, die an diesem Projekt teilnehmen. Bei der aktuellen Bundestagswahl waren es 7210 Schulen mit mehr als zwei Millionen Schülern aus ganz Deutschland, die sich beteiligten. Am „GymMe“ widmeten sich die Jahrgangsstufen acht bis zwölf ausgiebig dem Thema; zunächst vorbereitend im Gemeinschaftskunde-Unterricht, um dann am Wahltag – es war der 20. Februar – zu wählen. Auf einem Stimmzettel mit Erst- und Zweitstimmen, allen Namen der Direktkandidaten und der Parteien. Ganz so, wie es alle Wahlberechtigten am Wahlsonntag in der Kabine tun. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Stimmen der Juniorwahl nicht wirklich zählen. Authentisch ist aber das Meinungsbild der jungen Leute, das daraus hervorgeht.
153 wahlberechtigte Gymnasiasten von der achten bis zur zwölften Klasse durften an die Urne; abgegeben haben sie 140 Stimmzettel, davon drei ungültige; die Wahlbeteiligung lag bei 91,5 Prozent.
Wie haben sie gewählt? CDU-Kandidat Thomas Bareiß erhielt 41,7 Prozent, Lukas von Berg von der AfD 20,9 Prozent, Robin Mesarosch von der SPD 18,0 Prozent, Elena Krein von der Linken 8,6 Prozent, Boris Kraft von der FDP 5,8 Prozent und Simon Schutz von Bündnis ’90/Die Grünen 3,6 Prozent. Das Zweitstimmenergebnis lautet 34,5 Prozent für die CDU, 20,9 Prozent für die AfD, 12,2 Prozent für die Linke, 10,8 Prozent für die SPD, 5,0 Prozent für die Grünen ebenso wie für die FDP, 3,6 Prozent für das BSW und 2,2 Prozent für die Tierschutzpartei.
Bürgermeister Frank Schroft stattete am Juniorwahl-Tag dem Gymnasium einen Informations-Besuch ab, lobte dabei das politische Interesse der jungen Leute und vor allem aber, dass sie mit ihren Lehrern Markus Haug und Matthias Bucher nicht nur die reine Wahl, sondern das gesamte Wahlprozedere mit Vorbereitungen und Wahlhelfern durchspielten. Für Letztere hatte der Schultes eine Dankesurkunde mit dabei. Das Engagement der jungen Leute lobten auch Schulleiter Norbert Kantimm und die beiden Betreuungslehrer Markus Haug und Matthias Bucher.
Zur Probe wählen
Die Juniorwahl
ist ein handlungsorientiertes, didaktisches Konzept zur politischen Bildung an weiterführenden Schulen. Es soll das Erleben und Erlernen von Demokratie ermöglichen. Dabei geht es zum einen darum, die Begeisterung für politische Teilhabe und gesellschaftliches Engagement zu wecken und zum anderen die Wertschätzung des demokratischen Systems zu vermitteln. Projektträger der Juniorwahl ist der gemeinnützige und überparteiliche Verein Kumulus Berlin.