Skispringen in Engelberg: Vier Weltcup-Punkte machen Luca Roth glücklich

Endlich lief es einmal rund für Luca Roth: Der zweite Wettkampf in Engelberg sorgte für ein strahlendes Gesicht.
Eibner/MemmlerWas für eine Antwort von Luca Roth. Auf den „Patzer vom Freitag“, wie er selbst das enttäuschende Quali-Aus für den ersten Wettkampf im schweizerischen Engelberg bezeichnet, folgte ein sehr ordentlicher Qualisprung (126,0 Meter) – und ein sehr guter erster Durchgang auf 120,0 Meter, der ihn unter die besten 30 und damit in die Punkteränge brachte.
„Ich habe schon davor gewusst, dass ich’s draufhabe“, sagte der 25-Jährige im ZDF, „ich hab’s aber noch nie so richtig in die Wettkämpfe gekriegt.“ Dafür zog er es in Engelberg durch, wo er im Continental-Cup (COC) auch schon mal auf 139,0 Meter geflogen war.
Dass die Umstellung vom zweitklassigen COC zum Weltcup eine große ist, bekam er im Finaldurchgang zu spüren. Denn wo die besten Skispringer am Start sind, da sind die Bedingungen hart.
Schwierige Bedingungen
Daher hatte der im Sommer so starke Luca Roth bei sehr schwierigem Wetter im zweiten Durchgang auch zu kämpfen. 114,0 Meter standen zu Buche – auch wenn die Weiten in Engelberg wenig aussagekräftig sind. Je nach Wind gab es zwischen 2,8 Punkte Abzug bis zu 30,2 Pluspunkte.
Zum Vergleich: Für die reine Weite reichte die Spanne im zweiten Durchgang zwischen 33,9 bis zu 88,8. 30 Windpunkte können da einen Wettkampf entscheiden.
Die Härte des Weltcups
„Es war noch mal ein bisschen zäher“, berichtete Luca Roth, „noch mal zwei Luken tiefer.“ Und nur 13,6 Punkte für den Wind. Da blieb am Ende vor vielen Stars Platz 27 – vier Weltcup-Punkte zu den bisherigen acht aus der Saison 2019/2020. „Mal wieder Weltcup-Punkte nach einer langen Zeit – da freue ich mich riesig“, strahlte der Meßstetter trotz des durchwachsenen zweiten Durchgangs über beide Ohren.
Patzer wettgemacht
Direkt nach seinem zweiten Sprung hatte er im Auslauf noch ein „Ja, schade“ in die Kameras gesprochen, doch am Ende war er „echt froh, dass ich nach dem Patzer am Freitag noch einmal zeigen konnte, was ich kann“.
Windpunkte-Lotterie
Bei der sehr merkwürdigen Windpunkte-Lotterie mit einigen Disqualifikationen setzten sich am Ende aber doch die konstantesten Springer durch. Für die Zuschauer war das nicht sehr durchsichtig: Sieger Ryoyu Kobayashi (Japan) sprang auf 132,0 Meter im Finaldurchgang, hatte aber 30,2 Windpunkte. Damit endete die Siegesserie des Slowenen Domen Prevc, obwohl der als Zweiter auf 141,0 Meter flog – aber eben nur 11,3 Windpunkte verbuchte.
Hinter diesen beiden reihten sich dann der das gesamte Wochenende stark springende Felix Hoffmann („Wenn es läuft, dann läuft’s“) und der neue deutsche Vorspringer Philipp Raimund („Ich sage jetzt nicht: Wenn ich die Tournee gewinne, werde ich der nächste Papst“) ein.
Stefan Horngacher atmet auf
Bundestrainer Stefan Horngacher fiel sichtbar ein Stein vom Herzen, dass es nach dem Aus der beiden kriselnden Stars Karl Geiger und Andreas Wellinger so gut lief in der Schweiz. Und er hofft auf Besserung: „Die beiden sind definitiv in Oberstdorf dabei. Ich nehme sie mit Sicherheit mit, weil es meine beiden besten Springer der letzten Jahre sind.“
