Nachwuchs des SC Freiburg: Das sind die Gründe für die Nichtteilnahme an der neuen U21-Liga

Im Dreisamstadion bestreitet die U23 des SC Freiburg ihre Regionalliga-Heimspiele. An der neuen, freiwilligen U21-Liga nimmt der Verein mit seiner Nachwuchsabteilung nicht teil.
Roland Krivec/Defodi Images/dpa-Zentralbild/dpa- SC Freiburg nimmt nicht an der neuen U21-Liga „Bundesliga Talent Series“ teil.
- Der Klub setzt auf die U23 in der Regionalliga Südwest – Spiele gegen Herren gelten als Vorteil.
- Kürzere Fahrten und mehr Flexibilität bei Spielzeit und Organisation sprechen laut Verein dafür.
- Die Liga startet zur Saison 2026/27 mit 26 Vereinen aus 1. und 2. Bundesliga.
- Freiburg schließt eine spätere Teilnahme nicht aus und will die Entwicklung beobachten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der designierte neue Bundestrainer Jürgen Klopp, damals noch Head of Global Soccer bei Red Bull, war einer der Mitinitiatoren der neuen U21-Liga. Bereits zur Saison 2026/27 geht sie an den Start. Offizieller Name: „Bundesliga Talent Series“.
Insgesamt 26 Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga sind mit dabei – elf Bundes- und 15 Zweitligisten. Sie werden künftig mit ihrer U21 an der neuen Liga teilnehmen, deren erklärtes Ziel die „gezielte Förderung junger Talente“ ist.
Der SC Freiburg verzichtet auf eine Teilnahme an der Premieren-Saison der „Bundesliga Talent Series“, die laut der Bundesliga-Gruppe (früher: DFL) ein „freiwilliges Zusatzangebot“ ist. „Auch wir messen den Themen Spielzeit und Wettbewerb im Übergangsbereich große Bedeutung bei. Daher begrüßen wir die Einführung eines zusätzlichen Wettbewerbs in Deutschland“, sagt Andreas Steiert, Leiter der Freiburger Fußballschule.
Auch schon gegen TSG Balingen und FC 08 Villingen gespielt
Der Sport-Club hat sich jedoch für seinen aktuellen Ansatz und gegen eine Teilnahme an der U21-Liga entschieden. Mit der U23 treten die Freiburger in der Regionalliga Südwest an. In den vergangenen Jahren spielten sie dort auch gegen den FC 08 Villingen und die TSG Balingen.
Spiele gegen Herrenmannschaften als Vorteil
„Zu den Vorteilen unseres aktuellen Ansatzes zählt die Möglichkeit, Spiele gegen Herrenmannschaften aus dem höheren Amateurbereich einzubauen, die für unsere Spieler eine wertvolle Erfahrung darstellen“, erklärt Steiert. Zudem seien die Fahrtstrecken deutlich kürzer, „und wir verfügen über mehr Flexibilität hinsichtlich der Spielzeit sowie des organisatorischen Rahmens“, so der Fußballschulenleiter.

Nicolas Höfler spielt seit diesem Sommer wieder bei der zweiten Mannschaft des SC Freiburg.
Bernd Weißbrod/dpaZum Start der Vorbereitung der U23 schafften neun Fußballschüler aus den letztjährigen U17- und U19-Mannschaften den Sprung in die zweite Mannschaft. „Sechs von ihnen dürfen auch in der kommenden Saison weiterhin für die Freiburger A-Junioren auflaufen“, schreibt der Verein auf seiner Homepage. Ebenfalls neu in der Regionalliga-Mannschaft: der 27-jährige Nico Hug, der vom Oberligisten Villingen in den Breisgau wechselte, und Nicolas Hölfer.
Der 36-Jährige spielt seit 2005 beim SC Freiburg. Über die Jugendmannschaften des Vereins gelang ihm der Sprung zu den Profis. Insgesamt absolvierte er mehr als 400 Spiele für die erste Mannschaft des SC Freiburg – in 1. und 2. Bundesliga, DFB-Pokal und der Europa League. Auch im Finale in Istanbul im Mai 2026 stand er auf dem Feld. Es war sein letztes Spiel bei den Profis, zur neuen Saison ist er Teil des Regionalliga-Teams.
Teilnehmer an der „Bundesliga Talent Series“ 2026/27
Bundesliga: 1. FC Union Berlin, SV Werder Bremen, Borussia Dortmund, SV Elversberg, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München, SC Paderborn 07, FC Schalke 04
2. Bundesliga: Hertha BSC, DSC Arminia Bielefeld, VfL Bochum 1848, Eintracht Braunschweig, FC Energie Cottbus, SV Darmstadt 98, SG Dynamo Dresden, SpVgg Greuther Fürth, Hannover 96, 1. FC Heidenheim 1846, Holstein Kiel, 1. FC Magdeburg, 1. FC Nürnberg, FC St. Pauli, VfL Wolfsburg
Dass das Freiburger Ausbildungskonzept aufgeht, beweisen derweil zahlreiche bekannte Namen. Unter anderem Noah Atubolu, Christian Günter aus Tennenbronn, der Lahrer Robert Wagner (mittlerweile Dynamo Dresden), der besagte Nicolas Höfler oder auch Rekordtransfer Johan Manzambi schafften aus der Jugend über die U23 den Sprung in den Profifußball.
Viele SC-Spieler schaffen den Sprung aus der Jugend zu den Profis
Auch in der Rangliste der Einsatzminuten für Eigengewächse in der Bundesliga belegt der SC Freiburg fast schon traditionell einen Spitzenplatz – in der Vorsaison lag der Sport-Club mit großem Abstand auf Platz 1. Ebenfalls weit vorn mit dabei: der FSV Mainz 05. Die Rheinland-Pfälzer machen nicht mit bei der U21-Liga – und äußerten sich bereits kritisch.
Beim SC Freiburg dagegen will man für die Zukunft nichts ausschließen. „Gleichzeitig werden wir die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und schließen eine zukünftige Teilnahme am Wettbewerb nicht aus“, sagt Steiert.
Offen ist ohnehin noch, ob es die Bundesliga-Gruppe zukünftig bei ihrer neuen Liga bei der Freiwilligkeit belässt. Denn im Zuge des personellen Umbruchs beim DFB – mit Klopp als Bundestrainer – dürfte auch die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball in den Fokus geraten.




Zehn Tage lang bereitet Inter-Coach Cristian Chivu seine Mannen am Öschberghof auf die neue Saison vor. Fans bleiben außen vor. Dies ist enttäuschend, meint Sportredakteur Gunter Wiedemann.