Auftakt in die Conference League
: „Sehr wechselhaft“ – SC Freiburg ist nach Heimsieg nicht zufrieden

Auch in der Conference League ist dem SC Freiburg ein guter Start geglückt. Nach dem 3:2-Heimsieg fanden die Protagonisten jedoch auch kritische Worte zur Leistung.
Von
Felix Paschke
Freiburg
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Vincenzo Grifo vom SC Freiburg bewies am Donnerstag wieder einmal, warum er als absoluter Standardexperte gilt.

IMAGO/Grant Hubbs
  • Freiburg startet mit 3:2 gegen FK Jablonec in die Conference League, bleibt aber selbstkritisch.
  • Grifo traf per Freistoß, Eggestein erhöhte später – dennoch wechselhafte Phasen.
  • Zwei Lattentreffer und ein abgefälschter Schuss brachten zwischenzeitlich den Ausgleich.
  • Spätes 3:2 nach Anschlusstreffer in der 93. Minute – Konzentrationsmängel in der Schlussphase.
  • Blick nach vorn: Leverkusen am Sonntag, Suzuki gesperrt, Scherhant und Beste wohl zurück.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

So richtig ausgelassen war die Stimmung auf dem Rasen am Donnerstagabend nicht, als der lettische Schiedsrichter nach mehr als fünf Minuten Nachspielzeit abpfiff. Und das, obwohl der SC Freiburg mit einem 3:2-Sieg gegen den FK Jablonec aus Tschechien auch in der Conference League erfolgreich gestartet war.

Neun Spiele sind die Breisgauer damit ungeschlagen, acht dieser Spiele in den drei Wettbewerben gewannen sie. So auch am Donnerstagabend zum Auftakt in die Ligaphase der Conference League. „Sehr wechselhaft“ sei der Auftritt gewesen, lieferte Torschütze und Dauerbrenner Maximilian Eggestein in der Mixed Zone eine Erklärung für den zurückhaltenden Jubel von Spielern und Verantwortlichen.

„Wir hatten schon Phasen im Spiel, in denen wir es einfach nicht gut gemacht haben. Darüber müssen wir sprechen“, legte Eggestein trotz verdientem Sieg den Finger in die Wunde. Die Freiburger Mannschaft, deren Startelf auf sieben Positionen verändert war, kam gut rein in die Partie und hätte nach 30 Minuten auch deutlich höher führen müssen.

Es blieb aber lange beim 1:0 durch Vincenzo Grifo. Der Routinier war einer der sieben Neuen in der Startelf von Trainer Julian Schuster. Derry Scherhant, der bislang zumeist auf der linken Flügelposition die Nase vorn hatte, fehlte angeschlagen.

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Ein Grifo-Moment als „Dosenöffner“

Gegen Jablonec war es daher mal wieder Zeit für einen dieser Grifo-Momente. Knapp 15 Minuten waren gespielt, da lag der Ball für einen Freistoß rund 18 Meter vom Tor entfernt bereit. „Wir haben relativ lang gesprochen und uns die Mauer zurechtgelegt“, berichtete Grifo von dem Moment vor seinem Traumtor ins Torwarteck. Lukas Kübler und Matthias Ginter sorgten für „Sichtschutz“, den Rest erledigte Grifos rechter Fuß, dem trotz wenig Spielpraxis das Gefühl noch lange nicht abhandengekommen ist.

Dass der „Dosenöffner“, wie Grifo sein Traumtor bezeichnete, nicht reichte, um dem Spiel frühzeitig die entsprechende Richtung zu geben, hatte auch mit der fehlenden Effizienz der Gastgeber zu tun. Zwei Lattentreffer und eine vergebene Großchance durch Kübler einerseits, dazu ein unhaltbar durch Ginter abgefälschter Schuss andererseits, und die Partie war zumindest ergebnistechnisch wieder ausgeglichen.

„Wir hatten schon Phasen im Spiel, in denen wir es einfach nicht gut gemacht haben.“
Maximilian Eggestein
Mittelfeldspieler des SC Freiburg

„Überraschend“ und „ungünstig“ sei das 1:1 nach gut einer halben Stunde gewesen, so Grifo. Ein Eigentor nach seiner Ecke (56.) und ein schöner Fernschuss von Eggestein (65.), der immer mehr zum Goalgetter mutiert, brachten den SC Freiburg dann nach der Pause endgültig auf die Siegerstraße. Zumindest bis zur 93. Minute.

SC Freiburg - FK Jablonec: 15.10.2026, Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau: Fußball, Männer: UEFA Europa Conference League, SC Freiburg - FK Jablonec, Vorrunde, 1. Spieltag, Europa-Park Stadion. Freiburgs Trainer Julian Schuster reagiert an der Seitenlinie. Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hatte in seinem 100. Spiel als Trainer des SC Freiburg nicht nur Grund zur Freude: Julian Schuster.

Silas Stein/dpa

Garang Guols Anschlusstreffer sorgte in einem eigentlich entschiedenen Spiel noch mal für Spannung, die aufseiten der Freiburger wohl keiner mehr gebraucht hätte. „Am Ende haben wir ein bisschen die Konzentration verloren, wir hätten es etwas besser ausspielen können“, analysierte Grifo die Geschehnisse in der Schlussphase, die letzten Endes jedoch folgenlos blieben.

Als Tabellenführer nach Leverkusen

Und wer weiß: Vielleicht war es genau diese Schwächephase am Ende, die die Sinne der Freiburger noch einmal geschärft hat. Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) reist der Sport-Club als Tabellenführer zum Vierten Bayer Leverkusen. Es ist das erste Duell mit einem nominellen Spitzenteam der Liga.

Und gleichzeitig ist es der nächste Versuch der Breisgauer, eine Tabellenführung zu verteidigen. Viermal gingen sie bislang in ihrer Bundesliga-Geschichte als Spitzenreiter in einen Spieltag. Viermal mussten sie den Platz an der Sonne danach wieder abgeben, zuletzt nach dem 2:2 in Frankfurt am vierten Spieltag. Nun gibt es die nächste Chance: Auf die erfüllte Pflicht in der Conference League soll die Kür folgen.

Suzuki gegen Leverkusen gesperrt – Zuversicht bei Scherhant und Beste

Mit Jan-Niklas Beste und Derry Scherhant fehlten am Donnerstag gleich zwei Spieler im Freiburger Kader, die bislang zur Topelf gehörten. Nach dem Spiel gab Trainer Julian Schuster zu beiden ein Update. „Es war bei beiden ein Stück weit ein Auf-Nummer-sicher-Gehen“, sagte er nach seinem 100. Pflichtspiel als Trainer des SC Freiburg.

Für das Spitzenspiel der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen am Sonntagmittag könnten aber beide Flügelspieler wieder zur Verfügung stehen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es – auch wenn die Zeit kurz ist – bis Sonntag reichen kann“, erklärte Schuster. Sicher fehlen wird dagegen Yuito Suzuki, der gegen Schalke die Gelb-Rote-Karte gesehen hatte und gegen Leverkusen gesperrt ist.