Wahl Mecklenburg-Vorpommern
: Reaktionen und Stimmen zur Landtagswahl in MV

Welche Reaktionen gibt es auf das Ergebnis zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern? Hier gibt es die Stimmen zur Wahl.
Von
Daniel Steiger
Schwerin
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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Das Schweriner Schloss zur blauen Stunde am Morgen. In Mecklenburg-Vorpommern wird ein neuer Landtag gewählt. (zu dpa: «AfD im Nordosten knapp vor SPD - CDU im Landtag?»)

Im Schweriner Schloss wird demnächst ein neuer Landtag für Mecklenburg-Vorpommern sitzen.

Philip Dulian/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern wurde am heutigen Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die ersten Zahlen zeigen ein enges Rennen zwischen AfD und SPD. Hier gibt es fortlaufend die Reaktionen und Stimmen zum Wahltag in MV:

Stimmen und Reaktionen zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

  • Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eine Fortsetzung des Reformkurses angekündigt. „Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld“, sagte Merz am Sonntag in der CDU-Parteizentrale in Berlin. „Ich werde das aufbringen als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes.“
  • Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich bei den Wählerinnen und Wählern für das Landtagswahlergebnis bedankt. „Was für eine Aufholjagd“, sagte sie heute Abend nach Bekanntgabe der Prognosen von ARD und ZDF. Vor einem Jahr habe die SPD noch bei 19 Prozent gelegen. Das sei bislang die schwerste Landtagswahl gewesen. Vor einem Jahr hätten die wenigsten gedacht, dass es möglich sei aufzuholen, sagte Schwesig, die ihren Anspruch auf das Amt der Regierungschefin in MV anmeldete. „Wir haben von Anfang an daran geglaubt, dass es möglich ist, der in Ostdeutschland und in ganz Deutschland sehr erstarkten AfD etwas entgegenzusetzen. Und das haben wir getan.“
  • Der AfD-Ministerpräsidentenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei. Die AfD habe ein „starkes Ergebnis errungen“ und ihren Wert „mehr als verdoppelt“, sagte Holm am Sonntag auf der AfD-Wahlparty in Schwerin. Die ersten Hochrechnungen für ARD und ZDF sehen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern vor der SPD. „Wir haben hier den Regierungsauftrag“, sagte Holm. „Wir werden natürlich alle Parteien einladen.“ Er erwarten von den anderen Parteien „Gesprächsbereitschaft“.
  • Nach dem relativ sicheren Ausscheiden aus dem Schweriner Landtag hat FDP-Spitzenkandidat Jakob Schirmer von einem bitteren Ergebnis für seine Partei gesprochen. Es gebe nichts zu beschönigen. Man werde jetzt nach vorne schauen. Auch ein Abstieg führe nicht dazu, dass man den Sport aufgebe, sagte Schirmer. Man werde nun eine neue Strategie und ein neues Team aufstellen.
  • Die Spitzenkandidatin der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg, hat sich offen für eine weitere Beteiligung an einer möglichen neuen Landesregierung gezeigt. Die Linke sei der Garant für ein bezahlbares Leben und eine gute Bildungspolitik. „Das möchten wir natürlich weiter vorantreiben“, sagte die Spitzenkandidatin in der ARD. Der Ball für Gespräche liege aber bei der SPD. Man werde im Laufe des Abends und in den nächsten Tagen sehen, wie es weitergehe.
  • Nach den deutlichen Zugewinnen der AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat die Bundesvorsitzende Alice Weidel die Alternative für Deutschland als neue Volkspartei bezeichnet. Die CDU sei in dieser Funktion von der AfD abgelöst worden, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. „Wir sind stärkste Kraft und in der Mitte der Bevölkerung angekommen“, so Weidel. Mit Blick auf die starken Verluste der CDU kritisierte Weidel die Brandmauer-Politik der Abgrenzung zur AfD. Mitte-Rechts-Regierungen seien bereits auf Basis vergangener Wahlergebnisse möglich gewesen, sagte die Bundesvorsitzende. Die AfD sei bereit, Gespräche zu führen. Dies sei Auftrag der Partei. „Unser Ziel ist natürlich, Koalitionsgespräche langfristig mit der CDU zu führen“, sagte Weidel. Verbiegen wolle sich die AfD allerdings nicht.
  • SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern von der Bundesregierung Korrekturen bei ihren Reformvorhaben gefordert. „Ich denke, dass die Bundesregierung insgesamt sich jetzt hinterfragen muss“, sagte Klüssendorf am Sonntagabend im ZDF. Die Diskussion der vergangenen Monate habe sich häufig zu sehr auf Kürzungen konzentriert und zu wenig auf die „strukturellen Reformen“, die Deutschland brauche, betonte Klüssendorf.
  • Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Grünen-Ko-Chef Felix Banaszak den Wahlkampf von SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisiert. Schwesig habe einen Wahlkampf nicht nur gegen die AfD, sondern auch gegen die demokratischen Mitbewerber geführt, sagte Banaszak am Sonntagabend in der ARD. „Herzlichen Glückwunsch zu dem Ergebnis, aber man sieht ja zu welchem Preis dieser Aufstieg noch mal ermöglicht wurde.“
  • AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult hat euphorisch auf das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern reagiert. „Das ist unser aller Versprechen. Wir werden dieses Land verändern früher oder später. Die AfD ist gekommen, um zu bleiben. Und wir werden auch regieren, liebe Freunde.“