Millionenbelastung befürchtet: Türk-Nachbaur nimmt Sorgen des Bad Dürrheimer Mineralbrunnens mit nach Berlin

Die SPD-Abgeordnete Derya Türk-Nachbaur hört sich bei Geschäftsführer Alexander Ruf von Bad Dürrheimer um – Zuckersteuer, was bedeutet das hier gegebenenfalls?
Krämer- Bad Dürrheimer Mineralbrunnen warnt vor Zuckersteuer: drohende Millionenbelastung.
- Laut Unternehmen wären etwa die Hälfte der Produkte betroffen, rund eine Million Euro Kosten.
- Derya Türk-Nachbaur hält einen Start ab Anfang 2027 für sehr unwahrscheinlich.
- Kritik am Zuschnitt: Nur Softdrinks zu besteuern greife zu kurz – breiter denken.
- Mittelständler hätten weniger Spielraum, warnt Geschäftsführer Ruf, Planungssicherheit fehlt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die angekündigte Zuckersteuer war der Anlass für das Treffen. Doch schnell wurde klar, dass die Herausforderungen für Bad Dürrheimer Mineralbrunnen weit darüber hinausgehen. Das regionale, mittelständische Getränkeunternehmen hatte die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur zum Austausch eingeladen. Neben der Steuer ging es laut Pressemitteilung um Wettbewerbsnachteile für Mittelständler, Veränderungen auf dem Markt und vor allem um eines: Planungssicherheit.
Die geplante Zuckersteuer würde nur etwa die Hälfte des Sortiments betreffen. Trotzdem bewegt sich die Summe nach Unternehmensangaben bei rund einer Million Euro. Bei einem Jahresumsatz von etwa 27 Millionen Euro ist das eine spürbare Größenordnung. Sie zeigt, wie weitreichend das Gesetzesvorhaben für ein Unternehmen dieser Größe tatsächlich wäre.
Einführung Anfang 2027 gilt als unwahrscheinlich
Türk-Nachbaur konnte zunächst Entwarnung geben: Das parlamentarische Verfahren habe noch nicht einmal begonnen. „Eine Einführung ab Anfang 2027 halte ich für sehr unwahrscheinlich, zumal die Personalwechsel im Kabinett dafür sorgen werden, dass sich vieles erst wieder einspielen muss. Erfahrungsgemäß wäre das ein zu ambitionierter Zeitplan“, so die Abgeordnete.
Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben. Die Steuer soll grundsätzlich weiterhin kommen. Aus Perspektive des aktuellen Finanzlochs, vor allem aber als Prävention im Gesundheitsbereich hält Türk-Nachbaur das Vorhaben grundsätzlich für sinnvoll.
Am aktuellen Zuschnitt übte sie jedoch Kritik: Nur Softdrinks in den Blick zu nehmen, verfehle das eigentliche Ziel, daher könne dies nur der erste Schritt sein. Geschäftsführer Alexander Ruf argumentierte in dieselbe Richtung. Man müsse auch in anderen Branchen wie bei Milchprodukten, Süßigkeiten, Fast Food oder Säften nach versteckten Zuckeranteilen schauen, statt einzelne Produktgruppen einseitig zu belasten.
Türk-Nachbaur bekräftigte den Gedanken: „Da es noch nicht einmal einen Gesetzentwurf gibt, kann ich zur konkreten Ausgestaltung noch nichts sagen. Sicher ist aber: Es wäre sinnvoll, das Thema breiter zu denken, statt einzelne Branchen zu benachteiligen. Da bin ich voll bei Ihnen.“
Mittelständler haben weniger Spielraum
Besonders kritisch sieht Ruf die unterschiedlichen Möglichkeiten von großen und mittelständischen Unternehmen, mit einer solchen Steuer umzugehen. Große Konzerne könnten Mehrkosten flexibel an die Verbraucher weitergeben. Kleinere Betriebe wie Bad Dürrheimer Mineralbrunnen hätten diesen Spielraum hingegen kaum.
Am Ende drohe eine paradoxe Situation, in der eine Kiste Limonade so viel koste wie eine Kiste Bier. Ruf warnte: Wenn die Rahmenbedingungen kleine und mittelständische Unternehmen strukturell benachteiligten, führe dies mittel- bis langfristig zur Verdrängung vom Markt.
Ganz auf Zucker verzichten will das Unternehmen trotz alledem nicht. Der Trend zu Zero-Produkten ist zwar fest etabliert und hat den Mineralbrunnen in den vergangenen Jahren spürbar weiterentwickelt. Auf die klassischen Limonaden mit Zucker und auf Schorlen möchte das Unternehmen aber nicht verzichten.
700.000 Flaschen werden täglich befüllt
Auch der Fachkräftemangel beschäftigte die Runde, ein Thema, das beim Bad Dürrheimer Unternehmen zeitweise deutlich zu spüren war. Mittlerweile bildet das Unternehmen wieder verstärkt aus und gilt laut Pressemitteilung dank vorausschauender Planung und guter Arbeitsbedingungen als gut aufgestellt.
Wie gefragt die Produkte gerade sind, machte Ruf am Beispiel der vergangenen Wochen deutlich: „Durch die Hitzewelle produzieren wir gerade im Drei-Schicht-Betrieb.“ Eine aktuelle Herausforderung seien dabei die mangelnden Pfandrückgaben. „Wir könnten noch effektiver produzieren“, erklärte Ruf. Pro Tag befüllt Bad Dürrheimer Mineralbrunnen etwa 700.000 Flaschen. Türk-Nachbaur zeigte sich von dieser Größenordnung beeindruckt.
Unternehmen fordert Planungssicherheit
Die Themen beim Bad Dürrheimer Mineralbrunnen sind vielfältig, laufen aus Sicht des Unternehmens aber alle auf denselben Punkt hinaus: Es brauche verlässliche politische Rahmenbedingungen, um den eingeschlagenen Weg weitergehen zu können.
Genau dafür will sich Türk-Nachbaur auch künftig in Berlin einsetzen. Für die Bundestagsabgeordnete ist klar: Ein Unternehmen, das mitten in der Region ausbildet, investiert und Zukunftspläne schmiedet, brauche eine Politik, die diese Entwicklung unterstützt, statt sie auszubremsen.
