Bad Dürrheimer erhöht Abfüllung
: Wie sich die Trockenheit auf die Mineralwasserquellen auswirkt

Weil das Pfand noch bei den Kunden steht, muss der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen seine Produktion umstellen, aber auch erweitern. Wirkt sich die Trockenheit auf die Quellschüttung aus und ist die Schorleproduktion gesichert? Wir haben nachgefragt.
Von
Martina Zieglwalner
Bad Dürrheim
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Bad Dürrheim Mineralwasser ist derzeit gefragt, die Produktion wird erhöht und es wird nach wie vor darum gebeten, das Leergut abzugeben.

Bad Dürrheim Mineralwasser ist derzeit gefragt, die Produktion wird erhöht und es wird nach wie vor darum gebeten, das Leergut abzugeben.  (Archivbild)

dpa
  • Hitze treibt Nachfrage hoch, dem Bad Dürrheimer Mineralbrunnen fehlen Mehrwegflaschen.
  • Produktion priorisiert Mineralwasser sowie Apfel- und Johannisbeerschorle – Süßgetränke gedrosselt.
  • Abfüllung auf drei Schichten erweitert, Mitarbeitende arbeiten auch nachts und am Samstag.
  • Unternehmen bittet um schnelle Rückgabe von Kisten und Flaschen, Glas und Pet werden benötigt.
  • Kurze Transportwege in der Region helfen, dennoch wirkt sich fehlendes Leergut auf die Produktion aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen schlägt Alarm: Angesichts der Hitze gehen dem Unternehmen die Flaschen aus. Der Getränkehersteller sei froh über jede Kiste und jede Flasche, die Kunden über das Pfandsystem zurückbringen und so die Produktion sicherstellen, erklärt Geschäftsführer Alexander Ruf.

Der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen arbeitet seit Wochen im Drei-Schicht-System. „Die Mitarbeiter ziehen alle mit“, zeigt sich Marketingleiter Michael Neuenhagen stolz auf die gesamte Mannschaft. Die Frage stellt sich: Geht das Mineralwasser nicht aus? Das verneint Neuenhagen. Der Grund: Die Quellen liegen bei bis zu 160 Metern Tiefe und haben nichts mit den Trinkwasserquellen zu tun. Diese werden von der Niederschlagsmenge beeinflusst. Für Bad Dürrheimer wird es nur dann kritisch, wenn es über Jahre hinweg wenig Niederschlag gibt. Das Wasser benötigt Jahrzehnte, um bis zu den tiefen Quellen des Mineralbrunnen zu sickern.

Im Moment ist auch die Produktion von Apfel- und Johannisbeerschorle gesichert, da dieser Grundsaft noch aus der Produktion des vergangenen Jahres stammt.

Bei den hohen Temperaturen sind natürlich zunehmend Durstlöscher gefragt, gerade Mineralwasser oder auch Fruchtsaftschorlen finden reißenden Absatz. Da decke sich die Mehrheit wohl gleich mit einem ganzen Vorrat ein, kaufe die doppelte oder dreifache Menge als sonst und gebe dann nicht einzelne leere Kisten ab, sondern warte, bis alle Getränke aufgebraucht seien, beschreibt Ruf die derzeitige Situation.

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Und genau dieses Leergut fehle an allen Ecken und Enden in der täglichen Produktion, auf die sich der Engpass bereits ausgewirkt habe: Bei Süßgetränken habe das Unternehmen die Abfüllung bereits heruntergefahren oder gar vorübergehend eingestellt. „Bei Produkten wie Grapefruit-Limonade verzichten wir derzeit auf die Abfüllung oder setzen auf Kleinstchargen“, betont Ruf. Sei es doch das Ziel, in solchen Hitzephasen, in denen alle mehr trinken, die Versorgung weiter gewährleisten zu können. Absolute Priorität genieße die Produktion von Mineralwasser, zudem von Apfel- und Johannisbeersaftschorle, die Spitzenreiter bei den Erfrischungsgetränken seien.

Abfüllanlage auch am Samstag in Betrieb

Überhaupt habe der Mineralbrunnen auf den erhöhten Bedarf reagiert und die Abfüllung von zwei auf drei Schichten erhöht, so ließe sich die maximale Füllleistung der Anlage nutzen. Und die Mitarbeiter seien nicht nur in der Nacht, sondern auch am Samstag im Einsatz, um mit der Produktion nachzukommen. „Alle sind seit Wochen gefordert“, stellt der Geschäftsführer fest, „das ist eine tolle Leistung der ganzen Belegschaft“.

Auslieferung

Von Bad Dürrheim aus beliefert der Mineralbrunnen die Getränke- und Supermärkte in der Region mit Erfrischungsgetränken.

Bad Dürrheimer Mineralbrunnen

Bis zu einer Million Flaschen könnten an einem Tag übers Förderband laufen und im Verkauf landen  – wenn genügend Gefäße zur Verfügung stehen. Denn um weiter auf dem hohen Niveau produzieren zu können, sei der Mineralbrunnen auf ein funktionierendes Mehrwegsystem angewiesen, unterstreicht Ruf. Er appelliert an die Kunden, das Leergut kontinuierlich zurückzugeben, ob Kisten mit Glasflaschen oder PET-Behältern, „wir brauchen alles“.

Kurze Transportwege und regionaler Kreislauf zahlen sich aus

Ein Vorteil gegenüber anderen Herstellern sei für den Mineralbrunnen, dass er in der Region verwurzelt ist und das Pfandgut von den Getränkehändlern und Supermärkten aus der Umgebung schnell wieder nach Bad Dürrheim kommt und für die Produktion zur Verfügung steht. Die kurzen Transportwege und der regionale Kreislauf würden für die Firmenphilosophie ohnehin eine wichtige Rolle spielen. Das zahle sich auch bei der Hitzewelle aus.

Diese Zeiten seien eine besondere Herausforderung, gibt Ruf zu. Aber der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen sei trotz des knappen Leerguts für heiße Wochen gewappnet, versichert er, für eine kühlende Erfrischung sei weiter gesorgt.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 14. Juli 2026 und wurde aufgrund der aktuellen Relevanz aktualisiert.