Jubiläumsfestival in Villingen
: Jazzin’ The Black Forest startet mit neuen Ideen durch

Mehr Formate, mehr Locations, doppelt so viele Bands: Jazzin‘ The Black Forest geht in die neunte Runde. Der Jazz-Club Villingen feiert 65-jähriges Bestehen – und veranstaltet im Jubiläumsjahr ein in allen Bereichen gewachsenes Festival.
Von
Annette Bammert
Villingen-Schwenningen
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Haben die Bands beim diesjährigen Jazzin' The Black Forest verdoppelt (von links): Benjamin Kaiser, Winfried Hubal, Ulrike Diery, Georg Seiler, Simeon Disch (vorne rechts), Dieter Engesser (hinten rechts).

Haben die Bands beim diesjährigen Jazzin' The Black Forest verdoppelt (von links): Benjamin Kaiser, Winfried Hubal, Ulrike Diery, Georg Seiler, Simeon Disch (vorne rechts), Dieter Engesser (hinten rechts).

Annette Bammert
  • Jazzin’ The Black Forest wächst im Jubiläumsjahr des Jazz-Club Villingen deutlich.
  • Vom 17. bis 26. September: mehr Formate, mehr Orte und doppelt so viele Bands.
  • Neu dabei sind ein Kinderprogramm und „Talkin’ Jazz“, dazu das Abt-Gaisser-Haus.
  • Auftakt mit Dave Gisler Trio, danach u. a. Matti Klein Soul Trio und Club-Disco.
  • Finale mit Doppelkonzert im Gewölbekeller und phantasmagorischem Abschlusskonzert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

65 Jahre Jazz-Club Villingen: Das Jubiläumsjahr steht für den Verein nicht im Zeichen des Rückblicks, sondern für Aufbruch, neue Wege und ein kraftvolles Signal für die Zukunft. Hatte man im Vorjahr das Jazzin‘-The-Black-Forest-Programm bewusst verkleinert, um sich über Ziele und Richtung klar zu werden, legt das Organisationsteam jetzt einige Schippen drauf: Vom 17. bis zum 26. September steigt das Festival mit verdoppeltem Programm, zwei neuen Formaten und einer zusätzlichen Location.

Anlässlich des Club-Jubiläums sind zehn Programmhöhepunkte – darunter acht hochkarätige Live-Konzerte – geplant. Das diesjährige Line-up soll durch Vielfalt und als Brückenschlag zwischen den Generationen punkten.

„Wir haben uns bewusst für eine Mischung aus progressiven Künstlern und Türöffnerkonzerten entschieden“, gibt Programmleiter Simeon Disch einen Ausblick. Neben etablierten Größen und experimentierfreudigen Newcomern bereichern erstmals auch ein erweitertes Kinderprogramm sowie eine Podiumsdiskussion das zehntägige Festival. Als Veranstaltungsort neu hinzugekommen ist neben dem Jazz-Club und dem Theater am Ring dieses Jahr das Abt-Gaisser-Haus.

Programm für alle Generationen

Der Auftakt zu Jazzin‘ The Black Forest steht traditionell im Jazz-Club in der Webergasse an. Da gibt am Donnerstag, 17. September, das Dave Gisler Trio ein intimes Auftaktkonzert. Die Gäste erwarten mutig-progressive, aber gleichzeitig mitreißende und energetische Soundwelten.

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Allen Jazz-Einsteigern und -Neulingen empfiehlt Simeon Disch, mit dem Matti Klein Soul Trio am Freitag, 18. September, im Theater am Ring zu starten – „zugänglich, aber nicht flach“ beschreibt er die Klänge des Trios, das häufig mit Max Mutzke arbeitet.

Der „Zirkus Jazzino“ lockt am Samstag, 19. September, im Theater am Ring  und ist für die Organisatoren ein absolutes Herzensprojekt, bei dem Jazz für Kinder erfahrbar und greifbar gemacht wird. „Damit setzen wir schon bei den Jüngsten den Grundstein für die Begeisterung an einer Musik, die pure Kreativität, Lebensfreude und Gemeinschaft transportiert“, so Disch. Am gleichen Tag deckt das Festival mit dem Ausnahmetrompeter Joo Kraus und dem Freiburger Jazz-Chor eine seltene Nische ab. Menschliche Stimmen brechen ursprüngliche Instrumentalstrukturen auf.

Legendäre Club-Disco

Wer am gleichen Abend noch in Feierlaune ist, sollte die legendäre Club-Disco mit Funky Voyage (Simeon Disch und Benjamin Kaiser) ab 22 Uhr im Jazz-Club nicht verpassen. „Das Schönste an so einem Abend ist es für uns immer, wenn 18-Jährige mit 80-Jährigen die Tanzfläche teilen“, beschreibt Benjamin Kaiser den Reiz des Disco-Abends.

Den Sonntag, 20. September, bestreitet das Jil Pappert Septett. Der „Modern Vocal Jazz“ der Mannheimerin mitsamt Band steht für die junge, selbstbewusste Jazz-Generation und funktioniert in Clubs genauso gut wie auf der Gartenparty oder dem Festival. Das neue Format „Talkin‘ Jazz“ folgt am Donnerstag, 24. September. Mit Simeon Disch, Kai Lothwesen, Neil Richter und Valentin Schuster können Interessierte in den Austausch darüber gehen, welche Kraft lokale Jazz-Strukturen in Baden-Württemberg heute noch besitzen und welche Rolle Jazz-Clubs als Begegnungsräume und für die Nachwuchsförderung spielen.

Doppelkonzert und sphärischer Abschluss

Ein exklusiver Doppelkonzert-Höhepunkt erwartet die Besucher am Freitag, 25. September, mit Nineteen Echoes und Wobble 8. Der Gewölbekeller des Abt-Gaisser-Hauses bleibt ungestuhlt – Sitzen ist an diesem Abend ein No-Go. Phantasmagoria mit dem in St. Georgen verwurzelten Komponisten und Bassisten Neil Richter versprechen am letzten Abend  am Samstag, 26. September, noch einmal sphärische und experimentelle Klangwelten.

Der Vorsitzende des Jazz-Clubs, Winfried Hubal, ist überzeugt vom diesjährigen Line-up: „So vielseitig besetzt war unser Festival-Programm noch nie! Damit beweisen wir einmal mehr, dass der Villinger Jazz-Club ein gefragter Treffpunkt für Weltklasse-Künstler und ein Motor für den interkulturellen Austausch ist.“

Stadt ist mit im Boot

Ohne die Unterstützung der Stadt sei die Organisation des Festivals für den Traditionsclub als alleiniger Veranstalter jedoch gar nicht möglich. Jens Daryousch Ravari, Künstlerischer Leiter im Amt für Kultur, freut sich besonders über das Miteinbeziehen der jüngeren Generation: „Schön, dass auch der Nachwuchs mitgedacht wird, denn es gilt, gerade junge Menschen wieder mehr an Musik, Kunst und Kultur heranzuführen.“

Die jeweiligen Veranstaltungsorte, Preise sowie Tickets gibt es online unter www.jazzclub-villingen.de.