Rainer Horn gibt Vorsitz ab
: Ein Villinger Ausnahme-Jazzclubber durch die Bank

Jetzt hat Rainer Horn seine eigene Bank. Der Jazz-Club stellte die Bank am Villinger Laible als Dankeschön für sein außerordentliches Engagement als Jazz-Club-Vorsitzender auf.
Von
Eva-Maria Huber
Oberndorf
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Rainer Horn, langjähriger Vorsitzender des Jazz-Clubs Villingen, mit seiner Frau Helga auf seiner eigenen Bank am Laible.

Diery

Es war an einem kühlen Sonntag im Mai und es geschah am Villinger Laible. Der Villinger Jazz-Club verabschiedete sein langjähriges Vorstandsmitglied Rainer Horn in den Ruhestand.

Mitglieder und der Vorstand überraschten ihn mit einem ganz besonderen Geschenk an seinem Lieblingsort. Der Verein ließ am Villinger Laible eine Bank mit einer persönlichen Inschrift aufstellen.

Sichtbar gerührt nahm Horn mit seiner Frau Helga Platz: „Ihr habt alle dicht gehalten“, meinte er lobend. Das was „geplant war“, wusste er, doch was, das wusste er erst, als er die Ruhebank mit der Inschrift und seinem Namen sah. „Das ist schon ein besonderer Moment“, und ein besonderer Platz, zu dem es Horn zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad immer wieder hinzieht. „Solange es noch geht...“

Villingen ist seit 1974 seine Heimat

Horn, für den ab 1974 Villingen zur Heimat wurde, genießt den Blick auf seine Stadt und die umgebende Landschaft. Und wenn er zurück in seinem Wohnzimmer in der Südstadt ist, dann kann er durch die großen Fensterscheiben das sehen, was ihm zu Ehren am Laible aufgestellt wurde.

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Zeit zum Schauen hat er jetzt schon mehr, seitdem der Vorstandsposten weg ist. Doch so ganz weg vom Jazz-Club darf man sich den Vorsitzenden a.D., der im Sommer 82 Jahre alt wird, nicht vorstellen. „Für Notfälle bin ich immer noch verfügbar.“ Will heißen? Wenn jemand für Kasse oder Thekendienst gesucht werde, „dann bin ich schon da.“

Seine Lebensphilosophie: Horn möchte sich die Neugierde und einen offenen Blick auf die Welt bewahren. Auf den Jazz-Club umgemünzt, heißt das: „Ich bin neugierig, was da noch alles so kommt.“ Was sicher kommt, ist das nächste Konzert und damit ist Samstagabend, 20 Uhr, wenn es geht blockiert: Da geht der Vorsitzende i. R. in den Jazz-Club.

Rainer Horn als„wahrer Brückenbauer“

Zur Einweihung der Bank griff Reinhard „Schnalsi“ Lenius zum Saxophon und improvisierte eine Abschiedshymne für den sichtlich gerührten Geehrten. Friedhelm Schulz würdigte den vormaligen Familienrichter als einen wahren „Brückenbauer“. Mit seiner ausgleichenden, besonnenen Art sei es Horn immer wieder gelungen, bei Konflikten zu vermitteln und den Verein mit sicherer Hand durch stürmische Zeiten zu steuern. Den Schlussakkord im Jazzkeller bildete das Duo Katapult mit Tom Bayer am Klavier und Oliver Felbinger am Schlagzeug.