Folgen des 22. Februar in VS
: Was die SVS gegen Stromausfälle unternimmt

SVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen spricht über den Stromausfall im Februar in VS und was die Stadtwerke VS GmbH (SVS) alles unternimmt, um Stromausfälle zu vermeiden.
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(red/pm)
Oberndorf
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Gregor Gülpen ist Geschäftsführer der Stadtwerke VS GmbH (SVS) mit Sitz in der Pforzheimer Straße in Villingen.

Jens Hagen

Am 22. Februar kam es zu einem großflächigen Stromausfall in der Region. In einem Umspannwerk trat gegen 13.30 Uhr eine technische Störung auf, durch die viele Haushalte von der Stromversorgung getrennt wurden.

Fünf Wochen sind seitdem vergangen – wie verlief die interne Aufarbeitung und die Abstimmung mit dem vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber?

„Die Aufarbeitung verlief sehr reibungslos und der Fehler konnte schnell identifiziert werden. Im Grunde hat sich das Netz mit seinen integrierten Schutzmechanismen genau so verhalten, wie es vorgesehen ist. Durch die Störung griffen diese Mechanismen und verhinderten größeren Schaden. Wichtig ist dabei auch zu betonen, dass wir bereits nach rund 45 Minuten die vollständige Stromversorgung wiederherstellen konnten. Unsere Mitarbeitenden waren im Dauereinsatz und alle Notfallübungen, die wir regelmäßig durchführen, haben sich in dieser Situation ausgezahlt – die Abläufe haben sehr gut ineinandergegriffen“, erklärt Gülpen.

Ein Blackout?

Der Stromausfall dauerte rund 45 Minuten, dennoch war teilweise von einem Blackout die Rede. Dazu Gregor Gülpen: „Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Mit dem Begriff Blackout sollten wir deutlich defensiver umgehen. Es handelte sich weder um einen mehrtägigen Ausfall, noch war ein ganzes Bundesland betroffen. Nach 45 Minuten lief die Stromversorgung wieder stabil. Am darauffolgenden Montag kam es noch einmal zu einem kurzen Ausfall von etwa zehn bis 15 Minuten. Solche Ereignisse sind außergewöhnlich, denn über viele Jahre hinweg liegen wir mit unserer durchschnittlichen Ausfallsdauer deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das belegt der sogenannte SAIDI‑Wert der Bundesnetzagentur Jahr für Jahr. Im Jahr 2024 lag dieser für die SVS bei lediglich rund zehn Minuten für das gesamte Jahr.“

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Was getan wird

Um diesen Wert niedrig zu halten, investiert die SVS ihren Angaben zufolge hohe Summen in die Netze. „Unsere Versorgungsnetze erstrecken sich über rund 3000 Kilometer in der Region, davon entfallen 1457 Kilometer auf Stromleitungen. Allein in den Ausbau und die Instandhaltung unserer Netze investieren wir jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag. Diese Investitionen sind für uns von zentraler Bedeutung, da sie maßgeblich zur Versorgungssicherheit von heute und morgen beitragen.“

Und weiter: „Neben dem Netzausbau und der Netzerneuerung setzen wir auch auf personelle Stärke: An 365 Tagen im Jahr stehen zehn Mitarbeitende in Rufbereitschaft zur Verfügung, zusätzlich ist unsere Netzleitstelle rund um die Uhr besetzt. So stellen wir sicher, dass wir im Störungsfall – wie eben am 22. Februar – schnell reagieren und vor Ort eingreifen können.“

Wie viele Störungen?

Wie viele Störungen verzeichnet die SVS über das Jahr gesehen? „Im Jahr 2025 hatten wir im Niederspannungsnetz insgesamt 71 Störungen. Dabei handelt es sich sowohl um kleinere als auch um größere Ereignisse, die unsere Mitarbeitenden zügig beheben konnten.“

Zu den Details sagt der SVS-Geschäftsführer: „Die Bandbreite der Störungen reicht hier vom Bagger, der bei Tiefbauarbeiten ein Kabel erwischt, bis hin zum Ast, der bei Baumfällarbeiten das Stromkabel beschädigt und damit eine Störung verursacht. Nicht immer bringt dabei die Ursachenforschung ein Ergebnis, da die Störung nur sehr kurz auftritt und das Netz schnell wieder hochgefahren ist. Im Stadtgebiet versorgen wir insgesamt 54 633 Haushalte. Von den Stromausfällen, die oftmals nur wenige Minuten dauern, waren über das gesamte Jahr hinweg lediglich 382 Haushalte betroffen. Im 20‑kV‑Netz, also in der Mittelspannung, kam es lediglich zu drei Störungen. Der größere Stromausfall im Februar ist daher zum Glück eine absolute Ausnahme. Und für solche Fälle sind wir sehr gut vorbereitet.“

Wie investiert wird

Schließlich erklärt Gregor Gülpen, ob der Schwerpunkt des zweistelligen Millionenbetrags auf der Erneuerung oder auf dem Ausbau des Stromnetzes liegt. „Ein Blick in die Statistik zeigt, dass wir beides konsequent vorantreiben. Vergleicht man die Jahre 2015 und 2025, ist die Länge unseres Nieder- und Mittelspannungsnetzes in den vergangenen zehn Jahren um 136 Kilometer angewachsen. Allein im Jahr 2025 haben wir auf einer Gesamtlänge von rund 4,3 Kilometern unsere Leitungen verstärkt und auf einer Länge von rund 6 Kilometern erneuert.“

Und weiter meint der SVS-Geschäftsführer: „ Diese Zahlen zeigen deutlich: Wir modernisieren unsere Netze teilweise weit vor dem Ende ihrer technischen Lebensdauer, um eine hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig investieren wir gezielt in den Ausbau, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.“