Stromausfall in VS: Was im Notfall beachtet werden sollte

Markus Megerle, Feuerwehrkommandant und Leiter des Amtes für Feuerwehr, Brand- und Zivilschutz (links), sowie der städtische Krisenmanager, Denny Groch , weisen auf die Eigenvorsorge hin.
Stadt VS/Philip Metz„Es wurde deutlich, dass die Verunsicherung bei einem solchen Vorfall groß ist und zeitweise auch die Notfallnummern und die Netzleitstelle überlastet wurden“, blickt die Stadtverwaltung VS auf diese Tage zurück.
Wie sollten sich Bürgerinnen und Bürger in einem solchen Fall verhalten und welche eigenen Maßnahmen können bereits in der Vorsorge vorgenommen werden?
Die Stadt hat dazu einige Ratschläge zusammengestellt.
Ruhe bewahren
Zunächst gehe es darum, Ruhe zu bewahren, denn in den meisten Fällen seien Stromausfälle zeitlich begrenzt. Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen haben bei den jüngsten Ausfällen eine zeitnahe Inbetriebnahme des Stromnetzes gewährleisten können.
Notrufnummern
Notrufnummern sollten ausschließlich bei akuter Gefahr für Leib und Leben gewählt werden. Bei einem Stromausfall werden die Feuerwehrgerätehäuser in Villingen-Schwenningen und den Ortschaften aktiviert. Notrufe können bei einem Ausfall des Handynetzes dort abgesetzt werden. Verlässliche Hinweise erhalten Bürgerinnen und Bürger über die lokalen Medien, wie Radio und Tageszeitung, sowie den offiziellen Kanälen der Polizei, der Stadtverwaltung sowie dem Energieversorger.
Zu Hause
Die Stadt VS empfiehlt den Bürgerinnen und Bürgern, was sie zu Hause beachten sollten. Im Einzelnen ist dies: Elektronische Geräte ausschalten, um Überspannungsschäden bei Wiederkehr der Versorgung zu vermeiden. Kühl‑ und Gefriergeräte möglichst geschlossen halten, damit die Kälte erhalten bleibt. Nachbarn und Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind nach Kräften unterstützen. Vorsorgesituation frühzeitig klären, wenn Personen auf medizinische elektrische Hilfsmittel angewiesen sind. Bei Ausfall von Aufzügen während der Nutzung: Ruhe bewahren und die Alarmtaste betätigten. Die Feuerwehr Villingen-Schwenningen konnte beim letzten Ausfall Menschen aus den Fahrstühlen befreien. Offene Flammen wie Kerzen oder Campingkocher nie unbeaufsichtigt lassen. Für ausreichende Belüftung sorgen, um Kohlenmonoxid‑Gefahr zu vermeiden.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt beispielsweise auch die Erstellung eines einfachen Familien‑Notfallplans mit Kommunikationswegen und Treffpunkten. Wichtige Dokumente sollten stets griffbereit sein.
Vorratshaltung
Für den schnellen Überblick empfiehlt das BKK als Basis für die häusliche Vorratshaltung: Lebensmittel für mindestens drei bis zehn Tage: ausreichend Trinkwasser (zwei Liter pro Tag und Person), haltbare Lebensmittel. Des Weiteren Taschenlampen und Ersatzbatterien, mindestens eine Powerbank sowie ein Autoladegerät für Mobiltelefone, ein batteriebetriebenes Radio, Kerzen und Feuerzeug oder Streichhölzer, ein gut ausgestattetes Erste‑Hilfe‑Set und persönliche Medikamente, grundlegende Hygieneartikel und Campinggeschirr, etwas Bargeld in kleinen Scheinen. Ergänzend sind grundlegendes Werkzeug, Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz sowie Decken und warme Kleidung nützlich. Anpassung der Vorräte an besondere Bedürfnisse: Für Familien mit Säuglingen gehören zusätzliche Babynahrung und Windeln dazu, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder elektrischen Hilfsmitteln sollten ihre Notfallversorgung frühzeitig mit behandelnden Ärzten und dem Energieversorger abstimmen, und ältere Menschen profitieren von einer gut sichtbaren Liste mit Notfallkontakten und Medikamenten.
Krisenmanagement
Die Stadtverwaltung entwickelt ihren Angaben zufolge das Krisenmanagement stetig weiter. Dennoch ist die Eigenvorsorge von elementarer Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger. „Kommunen können im Generellen keine Vollversorgung im Krisenfall bereitstellen. Wenngleich die Verantwortlichen mit allen Kräften die bestmögliche Unterstützung bieten möchten, ist in erster Linie die Eigenverantwortung und -versorgung gefragt“, so der Appell des Feuerwehrkommandanten und Leiter des Amts für Feuerwehr-, Brand- und Bevölkerungsschutz, Markus Megerle.
Der eingerichtete Krisenstab der Stadt Villingen-Schwenningen tritt in einem Krisenfall umgehend zusammen und koordiniert die Maßnahmen. Dies benötigt jedoch auch ein gewisses Maß an Zeit. Informationen und Handlungsempfehlungen werden so schnell wie möglich an die Bürgerinnen und Bürger herausgegeben.
Die Stadt hält auch Broschüren bereit, die Informationen zum Verhalten in Krisenfällen beinhalten. Sie liegen in den Bürgerservicezentren der Stadt zur kostenlosen Mitnahme aus.