Blackout im Schwarzwald-Baar-Kreis
: Stromausfall-Chaos durch Hochspannung

Ein Mega-Blackout schockt aktuell die Region. Menschen steckten in Aufzügen und Tiefgaragen fest, es gab Unfälle und eine NINA-Warnung. Es gibt erste Hinweise zur Ursache.
Von
Cornelia Spitz
Oberndorf
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Plötzlich war der Strom weg in Villingen und vielen weiteren Gebieten des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Marc Eich

Ein großflächiger Stromausfall legte am Sonntag mehrere Städte und Gemeinden lahm.

Betroffen waren neben dem Villinger Stadtgebiet beispielsweise auch Dauchingen, Bad Dürrheim, Brigachtal, Unterkirnach, Triberg, St.Georgen, Schonach und VS-Rietheim, wohingegen in Schwenningen der Strom durchgehend lief. Nach etwa einer halben Stunde war die Versorgung in Teilen wieder hergestellt.

Keine Infos aus der Netzleitstelle

Kein telefonisches Durchkommen war bei der Netzleitstelle der Stadtwerke Villingen-Schwenningen zum Zeitpunkt des Ausfalls. Doch die technischen Probleme machten sich vielfach bemerkbar.

Nichts ging mehr – kein Strom, kein Licht, keine technischen Geräte.

Gravierende Folgen

Für viele Bürger allerdings hatte der Stromausfall noch weitergehende Auswirkungen: Nach Informationen unserer Redaktion saßen mehrere Personen in Fahrstühlen fest oder waren in Tiefgaragen, die sich elektrisch nicht mehr öffnen ließen, mit ihren Autos gefangen. Selbst Brandmeldeanlagen haben wegen des plötzlichen Stromausfalls am Sonntag um die Mittagszeit offenbar ausgelöst. Die Feuerwehr ist deshalb zu mehreren Einsätzen unterwegs.

Auch die Polizei musste ausrücken – es kam nach Informationen zu unserer Redaktion zu Unfällen wegen des Stromausfalls, da Ampelanlagen ausgefallen sind.

Die Störungen waren offenbar so gravierend, dass sogar über die Warn-App Nina eine Warnmeldung veröffentlicht worden ist. „Großflächiger Stromausfall im Schwarzwald-Baar-Kreis“ heißt es darin – die Feuerwehrgerätehäuser werden als Notrufannahmestelle besetzt. Bürger werden gebeten, die Notrufnummern freizuhalten.

Bereits am Freitag, 13. Februar, hatte man in Villingen mit einem großflächigen Stromausfall gekämpft. Teile von Marbach und das Zollhaus waren beispielsweise betroffen gewesen. Zur Ursache des Ausfalls war nichts bekannt geworden.

Beeinträchtigungen der Wasserversorgung möglich

Wie die Stadtwerke Villingen-Schwenningen in einer Meldung mitteilten, handelte es sich um einen flächendeckenden Stromausfall im gesamten Kreisgebiet. Ursache war demnach eine Störung beim vorgelagerten Netzbetreiber. Die SVS arbeiteten mit Hochdruck an der Behebung und begannen bereits während des Ausfalls damit, die Netze schrittweise wieder hochzufahren. Zur genauen Ursache lagen zunächst keine Informationen vor. 

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte SVS-Sprecher Oliver Bauer, dass die Probleme mit einer 110 Kilovolt-Leitung zusammenhingen, "also Hochspannung", so Bauer. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Bindeglied im Stromnetz, um Energie über mittlere Entfernungen von Übertragungsnetzen zu regionalen Umspannwerken und großen Industriebetrieben zu transportieren. Welche Probleme genau dort für den Ausfall sorgten, ist wisse man auch bei der SVS nicht.

Klar war nur: Als die erste Meldung über den Stromausfall einlief, fuhr dort die Maschinerie hoch. Der Bereitschaftsdienst stehe in solchen Fällen ohnehin parat, "aber auch in der Netzleitstelle kamen dann viele zusammen", so Bauer. Die SVS habe in diesem Zuge unter anderem die Anlagen abgefahren, um dort mögliche Probleme zu detektieren. Die Anlagen der SVS waren für den Ausfall jedoch nicht verantwortlich.

Zudem wiesen die Stadtwerke darauf hin, dass es infolge des Stromausfalls in Teilen des Versorgungsgebiets zu Beeinträchtigungen der Wasserversorgung kommen könne. Das lag an den Druckausgleichsanlagen in der Hammerhalde, in Tannheim sowie im Friedrichspark. Durch deren Ausfall seine Störungen möglich gewesen. Technische Mitarbeiter waren hierfür vor Ort im Einsatz.

Die Stadt informiert

Inzwischen sind nach Angaben der Stadt alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Der Krisenstab der Stadt habe sich unmittelbar nach Bekanntwerden des großflächigen Ausfalls mit den Stadtwerke Villingen-Schwenningen abgestimmt. Nach Auskunft der SVS liege weiterhin ein vorgelagertes Problem beim Netzbetreiber vor, auf das die Stadtwerke selbst keinen direkten Einfluss hätten. Entsprechende Prüfungen liefen derzeit noch.

Sollte es erneut oder weiterhin zu Stromausfällen kommen, werden Bürger gebeten, sich an die örtlichen Feuerwehrgerätehäuser zu wenden. Diese sind in solchen Fällen besetzt und nehmen Notrufmeldungen entgegen. Die Notrufnummern 112 und 110 sollen nicht für Rückfragen zum Stromausfall genutzt werden, sondern für akute lebensbedrohliche Situationen und polizeiliche Notfälle freigehalten werden.

Weitere Informationen veröffentlicht die Stadt fortlaufend auf ihrer Website sowie über ihre Social-Media-Kanäle.

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