Kindergärten in St. Georgen: 1,38 bis 3,93 Euro pro Betreuungsstunde – Eltern tragen nur Bruchteil der Kosten

Eltern von Kindergartenkindern müssen in St. Georgen künftig tiefer in die Tasche greifen (Symbolfoto)
Sebastian Kahnert/dpa- St. Georgen erhöht Elternbeiträge in Kitas – Entscheidung fiel mit vier Gegenstimmen.
- Plus 4,5 Prozent im Kindergartenjahr 2026/2027, danach plus vier Prozent.
- Eltern zahlen im Mittel 1,38 bis 3,93 Euro pro Betreuungsstunde, je nach Tarif.
- Elternbeiträge bringen 904.000 Euro; Gesamtausgaben liegen bei 6,4 Millionen Euro.
- Stadt trägt rund 2,9 Millionen. Kirchenanteile sanken auf etwa acht und rund sechs Prozent.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Elternbeiträge für die St. Georgener Kindergärten steigen in den kommenden beiden Kindergartenjahren: plus 4,5 Prozent im Kindergartenjahr 2026/2027 und noch einmal plus vier Prozent im Folgejahr. Zwar widerwillig, aber doch mehrheitlich – mit vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen – stimmte der Gemeinderat für diese Gebührenentwicklung.
Der Tenor war klar: Die finanzielle Belastung für Eltern werde wahr- und ernstgenommen, hieß es in der Sitzung. Doch im Vergleich zur Kostenbelastung für die Stadt sind die 904.000 Euro, welche die Elternbeiträge ausmachen, nur ein Bruchteil. 6,4 Millionen Euro an Ausgaben machen die Kindergärten – vier städtische, ein katholischer und fünf evangelische – insgesamt im städtischen Haushalt aus. Etwa 2,9 Millionen davon muss die Stadt selbst finanzieren.
Das macht nach Angaben von Philipp Strumberger, Leiter des städtischen Amts für Ordnung, Bildung und Soziales, einen Kostenanteil von etwa 14 Prozent aus, den die Eltern tragen. Die Kirchen und kommunalen Landesverbände als Kindergartenträger, an deren Empfehlungen sich die Stadt in Bezug auf die Beitragssteigerungen orientiert, streben einen Elternanteil von 20 Prozent an den Kosten an.
Weit entfernt von 20 Prozent
Davon ist man weit entfernt. „Man kann sich gar nicht vorstellen, dass die Eltern die 20 Prozent überhaupt bezahlen können“, meinte Oliver Freischlader (SPD). Dieses Ziel sei schlichtweg unrealistisch und eine nicht zu leistende Belastung für Eltern. Seine Meinung war klar: Eigentlich müsste das Land finanziell stärker unterstützen.
Peter Fichter (SPD) störte sich daran, dass die Kirchen bei den Empfehlungen für die Festsetzung der Kindergartengebühren so stark mit im Boot sind – obwohl der Anteil der Kosten, den sie tragen, in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen hat. Als er im Gemeinderat angefangen habe, hätten sich die Kirchen noch mit rund 30 Prozent beteiligt. Mittlerweile liegen die Anteile nach Angaben der Stadtverwaltung bei etwa acht Prozent der katholischen und rund sechs Prozent der evangelischen Kirche.
Längst nicht alle Kosten gedeckt
Karola Erchinger (Freie Wähler) war eine Botschaft ganz wichtig: „Liebe Eltern, es ist zwar viel, was ihr zahlt.“ Aber es sei bei Weitem nicht genug, um die Kosten zu decken.
Deutlich illustrierten das die Zahlen, die Brigitte Stengel, als Sachgebietsleiterin für Bildung und Soziales bei der Stadtverwaltung unter anderem für die Kindergärten zuständig, in der Gemeinderatssitzung präsentierte. Zwischen 1,38 und 3,93 Euro pro Betreuungsstunde zahlen Eltern ihr zufolge im Mittel – je nach Tarif.
Keine Erhöhung ist keine Option
Für Eltern dürfte das nur ein schwacher Trost sein: In Summe kommen pro Monat dennoch teils mehrere hundert Euro pro Kind zusammen – und in den kommenden zwei Jahren noch mal ein bisschen mehr. Die Erhöhung auszusetzen, ist aus Sicht von Gemeinderat und Stadtverwaltung trotz aller Kritik aber keine Option: „Das würden wir nie mehr einholen“, sagte Stengel über die steigenden Kosten.


