Gemeinderat entscheidet
: St. Georgen will Kindergartengebühren in zwei Schritten anheben

Auch in St. Georgen steigen die Kindergartengebühren – eine zusätzliche Belastung für Eltern, weiß auch die Verwaltung. Bürgermeister Michael Rieger erklärt, wieso die Stadt trotzdem nicht einspringen kann.
Von
Helen Moser
St. Georgen
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Im Kinder- und Familienzentrum Weidenbächle in St. Georgen werden Kinder – wie in den weiteren neun Einrichtungen der Bergstadt – kompetent betreut, hier durch Marion Brucker. Das hat seinen Preis – und eben der soll ab dem kommenden Kindergartenjahr steigen.

Im Kinder- und Familienzentrum Weidenbächle in St. Georgen werden Kinder – wie in den weiteren neun Einrichtungen der Bergstadt – kompetent betreut, hier durch Marion Brucker. Das hat seinen Preis – und eben der soll ab dem kommenden Kindergartenjahr steigen.

Helen Moser
  • St. Georgen plant höhere Kita-Gebühren – Entscheidung liegt beim Gemeinderat.
  • Erhöhung in zwei Schritten: 2026/2027 um 4,5 Prozent, danach um weitere vier Prozent.
  • Begründung sind steigende Kosten für Energie, Gebäudeunterhalt und Personal.
  • Beispielpreise steigen je nach Angebot, etwa Regel- und Halbtagsbetreuung sowie Tagheim.
  • Stadt beziffert Gesamtkosten auf etwa 6,4 Mio. Euro, Elternbeiträge decken gut 14 Prozent.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist ein unpopuläres Thema, über das der St. Georgener Gemeinderat in seiner Sitzung an diesem Mittwochabend berät – das weiß auch Bürgermeister Michael Rieger: Eltern von Kindergartenkindern müssen in St. Georgen bald tiefer in die Tasche greifen. Die Gebühren steigen – wie vielerorts. Das zumindest sieht der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung vor, über den der Gemeinderat abstimmt.

Im Kindergartenjahr 2026/2027 soll der Besuch der St. Georgener Kinderbetreuungseinrichtungen um 4,5 Prozent teurer werden, im folgenden Kindergartenjahr dann noch einmal um zusätzliche vier Prozent – und zwar in allen Einrichtungen in der Stadt. Insgesamt sind das zehn: vier in städtischer Trägerschaft, ein katholischer und fünf evangelische Kindergärten. Mit ihrem Beschlussvorschlag orientiert sich die Verwaltung an den gemeinsamen Empfehlungen der Kirchen und der kommunalen Landesverbände.

Für einzelne Familien kann die Entscheidung – sofern sie der Gemeinderat in seiner Sitzung fällt, was als wahrscheinlich eingeschätzt werden darf – eine deutliche finanzielle Mehrbelastung bedeuten. Das sagt Bürgermeister Rieger ganz offen. „Wir sehen, dass Eltern ohnehin schon belastet sind“ – das werde durch die Gebührenerhöhungen nicht besser. Doch Rieger betont: „Ich stehe dahinter, auch wenn es kein schönes Thema ist.“

Die Kosten steigen

Denn die Gebührensteigerungen seien notwendig, um zumindest einen Teil der stetig steigenden Kosten abzufedern – für Energie, für Gebäudeunterhalt und für Personal. „So eine Einrichtung kostet einfach eine Menge Geld“, sagt der Bürgermeister.

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Die Gebührenänderungen

St. Georgen nutzt für die Berechnung der Kindergartengebühren das Württemberger Modell, bei dem Familien mit mehreren minderjährigen Kindern einen geringeren Beitrag pro Kind zahlen. Zudem differieren die Beiträge je nach Alter des Kindergartenkinds – für Kinder unter drei Jahren ist die monatliche Gebühr jeweils etwa doppelt so hoch wie für Kinder über drei Jahren. Daher unterscheiden sich auch die konkreten finanziellen Auswirkungen von Fall zu Fall.

Exemplarisch zahlten Familien mit einem Kind über drei Jahren im zu Ende gehenden Kindergartenjahr in der Regelbetreuung 174 Euro monatlich für ihren Platz. Im kommenden Kindergartenjahr werden es 182 Euro sein; 2027/2028 dann 189 Euro. In der Halbtagsbetreuung steigt der Preis von 132 auf 137 und schließlich auf 142 Euro, bei den verlängerten Öffnungszeiten von 219 auf 228 und dann auf 236 Euro. 413 Euro pro Monat kostete bislang ein Platz im Tagheim. Im Kindergartenjahr 2026/2027 werden es 432 Euro sein, dann 449 Euro.

In Zahlen heißt das: Etwa 6,4 Millionen Euro kostet der Betrieb der St. Georgener Kindergärten, erklärt Philipp Strumberger, Leiter des städtischen Amts für Ordnung, Bildung und Soziales. Nur 904.000 Euro – also gut 14 Prozent der Gesamtkosten – sind durch die Elternbeiträge gedeckt. Die Stadt allein schießt etwa drei Millionen Euro zu.

Alles kann die Stadt nicht abfedern

Und auch die nun geplanten Gebührensteigerungen seien nicht hoch genug, um dadurch die wachsenden Kosten zu kompensieren, erklärt Rieger. Aber auch die Stadt könne – auch angesichts der Finanzlage und aus Rücksicht auf alle Steuerzahler in St. Georgen – eben nicht ganz einspringen, um Eltern vor Gebührensteigerungen zu bewahren. „Wir können das nicht abfedern; das ist nicht leistbar“, sagt Rieger.

„Es muss den Eltern auch etwas wert sein, dass man so ein gutes Angebot hat in St. Georgen“, findet der Bürgermeister mit Blick auf die Kinderbetreuung. Kostenlose Kita-Plätze oder auch ein beitragsfreies drittes Kindergartenjahr – alles gute Ideen, findet Rieger. „Ich würde es schön finden, wenn das kommt.“ Doch dann müsse die Finanzierung geklärt sein. Und die dürfe – das macht Rieger ganz deutlich – eben nicht an den Kommunen hängen. „Kein Prozent ist da von uns leistbar.“