Ganztagsbetreuung in St. Georgen: Angebot, Kosten, Start – das müssen Eltern von Grundschülern nun wissen

An die Kinderbetreuung in Kindergärten soll sich nahtlos eine ganztägige Betreuung in der Grundschule anschließen. Ab dem kommenden Schuljahr haben zunächst Erstklässler einen Anspruch darauf – auch in St. Georgen. (Symbolfoto)
dpa/Uwe Anspach- St. Georgen führt Ganztagsbetreuung für Grundschüler ein – Gemeinderat beschließt Satzung.
- Anspruch gilt montags bis freitags acht Stunden, Unterrichtszeit wird angerechnet.
- Angebote: Wahl-Ganztag an der Robert-Gerwig-Schule sowie flexible Betreuungen an beiden Grundschulen.
- Kosten: 50 Euro pro Monat je Kind, ab zwei Schulkindern 40 Euro; Freitag in der Ganztagsschule 20 Euro.
- Ferienbetreuung kommt hinzu: Geplant sind 8 bis 16 Uhr, Gebühr 60 Euro pro Woche, ab zwei Kindern 40 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stadt St. Georgen hat eine neue Pflichtaufgabe zugeteilt bekommen. Und sie ist damit nicht allein: Ab dem kommenden Schuljahr haben bundesweit Grundschüler – zunächst einmal Erstklässler, in den kommenden Jahren nach und nach auch die weiteren Klassenstufen – einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.
Wie genau diesem Anspruch Genüge getan wird, was das Angebot für Eltern kostet und wer die Ganztagsbetreuung in St. Georgen eigentlich nutzen kann – all das erfuhr der Gemeinderat in jüngster Sitzung. Einstimmig beschloss das Gremium daraufhin die entsprechende Satzung als rechtliche Grundlage des Angebots. Ein Überblick über die wichtigsten Rahmenbedingungen.
Das bisherige Angebot
Betreuung für Grundschüler, die über die Unterrichtszeit hinausgeht, bietet St. Georgen schon jetzt an – sowohl an der Robert-Gerwig- als auch an der Rupertsbergschule. Brigitte Stengel, Sachbereichsleiterin für Bildung und Soziales bei der Stadtverwaltung, lieferte den Überblick.
Demnach bietet die Stadt grundsätzlich zwei verschiedene Betreuungsmodelle an: Sowohl an der Robert-Gerwig- als auch an der Rupertsbergschule können Eltern ihre Kinder für eine freiwillige Betreuung anmelden. An der Robert-Gerwig-Schule wird diese an Schultagen von 12.05 bis 16 Uhr angeboten, an der Rupertsbergschule im Rahmen der verlässlichen Grundschule ab 7 Uhr und bis spätestens 14 Uhr. Diese beiden Angebote sind flexibel nutzbar und kostenpflichtig.
Die Wahl-Ganztagsschule an der Robert-Gerwig-Schule ist hingegen kostenlos. Im Gegenzug besteht hier – im Gegensatz zu den freiwilligen flexiblen Betreuungsangeboten – Anwesenheitspflicht. Das Angebot besteht montags bis donnerstags zwischen 12.05 und 16 Uhr.
Die Ergänzung
Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung besteht montags bis freitags jeweils acht Stunden täglich, wobei Unterrichtszeiten angerechnet werden. Und auch die Angebote der Ganztagsschule, die es an der Robert-Gerwig-Schule gibt, zählen als entsprechende Betreuung.
Für Kinder, welche die Ganztagsschule nutzen, muss also nur am Freitagnachmittag eine zusätzliche Betreuung angeboten werden, die – analog zu den Zeiten der Ganztagsschule – von 12.05 bis 16 Uhr stattfinden soll.
Auch für Grundschüler, die nicht die Ganztagsschule nutzen, kann der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllt werden: mit der flexiblen Nachmittagsbetreuung an der Robert-Gerwig-Schule, die werktags von 12.05 bis 16 Uhr stattfinden soll, oder mit der verlässlichen Betreuung an der Rupertsbergschule von 7.15 bis 18.15 Uhr vor dem und von 12 bis 14 Uhr nach dem Unterricht.
Neu ist darüber hinaus eine Ferienbetreuung für Grundschüler – auch darauf haben Erstklässler ab dem kommenden Schuljahr einen Anspruch von acht Stunden montags bis freitags. Geplant ist ein Angebot zwischen 8 und 16 Uhr. In den Sommerferien wird dieses separat vom Ferienprogramm der Stadtverwaltung sein.
Die Kosten
Wie viel die Ganztagsbetreuung kostet, hängt von mehreren Faktoren ab. Eltern von Schulkindern, welche die flexiblen Angebote an der Robert-Gerwig- oder der Rupertsbergschule nutzen, zahlen 50 Euro pro Monat, ab zwei Schulkindern 40 Euro pro Kind und Monat.
Wird die Ganztagsschule genutzt, ist die Betreuung günstiger. Dann nämlich muss genau genommen nur der Freitagnachmittag, der durch die kostenlose Ganztagsschule nicht abgedeckt ist, bezahlt werden. Das kostet 20 Euro pro Kind und Monat.
Für die Ferienbetreuung werden laut der neuen Satzung wöchentliche Gebühren fällig: 60 Euro pro Kind, ab zwei Schulkindern 40 Euro.
Insgesamt müsse man sich mit diesen Gebühren im Vergleich zu umliegenden Kommunen nicht verstecken, erklärte Giovanni Costantino, Leiter Zentrale Steuerung und Dienste bei der Stadtverwaltung. Das bekräftigte Bürgermeister Michael Rieger: „Wir haben mal im Umland geschaut, da sind wir mit die günstigsten.“
Wie groß die finanzielle Belastung der Stadt durch die Ganztagsbetreuung sein wird, ist noch unklar. Ziel sei es, etwa 20 Prozent der Kosten durch Elternbeiträge zu decken, erklärte Costantino – ob das gelingt, steht und fällt jedoch auch mit der Zahl der Anmeldungen und damit der Zahler. So groß wie bei den Kindergartengebühren werde der Abmangel, den die Stadt decken muss, Costantino zufolge jedoch sicherlich nicht sein. Immerhin sollen 68 Prozent der Kosten für die Ganztagsbetreuung durch Fördergelder gedeckt werden.
Die Zielgruppe
Einen rechtlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben ab dem kommenden Schuljahr zunächst einmal alle Erstklässler. Dennoch, erklärte Stengel von der Stadtverwaltung, werde man das Angebot für alle Grundschüler öffnen – schon allein der Kosten wegen. Wie groß die Nachfrage sein wird, sei aktuell jedoch schwer abzuschätzen.



