Frank Dupree beim Bergstadtsommer: Der Mount Everest, eine Achterbahn und ein großes Familienfest in St. Georgen

Frank Dupree gestaltet als Solist die beiden Abschlusskonzerte des Bergstadtsommers in St. Georgen und in Villingen mit.
Marco Borggreve- Ausnahmepianist Frank Dupree gastiert einmal mehr beim Bergstadtsommer.
- Er spielt dort erstmals Rachmaninows drittes Klavierkonzert beim Bergstadtsommer.
- Premiere in St. Georgen am Freitag, 11. September, 20 Uhr – Wiederholung in Villingen.
- Programm enthält zudem Tschaikowskis 5. Sinfonie und Ravels Boléro mit Dupree an der Trommel.
- Dupree nennt das Werk „Mount Everest“, Proben laufen, Aufregung erwartet er keine.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Sonne liegen, eine Runde im Pool oder im Meer schwimmen, vielleicht eine Sehenswürdigkeit besichtigen – das unternehmen die meisten Menschen im Sommerurlaub. Nicht so Frank Dupree, der sich für seinen Sommer eine ganz andere Aktivität vorgenommen hat: den Mount Everest der Klavierliteratur, Rachmaninows drittes Klavierkonzert.
Noch nie zuvor hat er es vor Publikum gespielt, hat das Werk, das bislang nicht Teil seines Repertoires war, erst im Laufe des vergangenen Jahres gelernt. „Das heißt, von 0 auf 100 – vom ersten Takt, den man lernt, bis zur Aufführung.“
Mittlerweile sind die Proben auf die Zielgerade eingebogen, denn am Freitag, 11. September, wird Dupree das weltberühmte Werk des russischen Pianisten, Komponisten und Dirigenten erstmals bei einem Konzert präsentieren – und zwar nicht irgendwo, sondern beim Bergstadtsommer in St. Georgen.
Bei Kraft und Konzentration das Maximum
„Es ist wirklich eines der schwersten Stücke der Klavierliteratur“, sagt Dupree über Rachmaninows drittes Klavierkonzert. „Da haben alle Pianistinnen und Pianisten dieser Welt größten Respekt vor diesem Stück. Und es wird nicht umsonst der Mount Everest bezeichnet. So fühlt es sich nämlich an, wenn man es spielt.“ Eine Bezeichnung, die keineswegs übertrieben sei, wie Dupree sagt. „Das ist kräftemäßig und konzentrationsmäßig wirklich das absolute Maximum.“
Aufgeregt sein werde er wohl nicht, sagt Dupree. Aber eine solche Premiere sei immer etwas Spezielles. „Das ist ein bisschen wie wenn man eine Achterbahn zum ersten Mal fährt. Man sieht zwar, wo es nach oben geht, wo nach rechts und wo nach links. Aber wie es sich anfühlt, das weiß man vorher noch nicht.“
Viertes Programm mit dem Schwarzwald Kammerorchester
Es dürfte also einigermaßen spektakulär werden bei den beiden Abschlusskonzerten des Bergstadtsommers. Die Idee, das anspruchsvolle Werk ins Programm zu nehmen, kam übrigens von Dupree selbst, wie er lachend sagt. Denn nachdem er alle sechs Klavierkonzerte Nikolai Kapustins gespielt – das vierte Kapustin-Klavierkonzert war 2024 auch bei den Abschlusskonzerten des Bergstadtsommers in St. Georgen und Villingen im Programm – und auf CD aufgenommen hatte, war der Ausnahmepianist auf der Suche nach seinem nächsten Projekt.
Sein Gedanke: „Jetzt möchte ich Rachmaninow spielen.“ Also habe er mit Festivalleiter Karsten Dönneweg gesprochen. „Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir Rach 3 machen, weil ich das immer schon mal spielen wollte. Für mich ist jetzt die beste Gelegenheit, dieses Stück in St. Georgen und in Villingen-Schwenningen aufzuführen, mit den ganzen Freunden und Bekannten im Orchester.“ Es ist immerhin schon Duprees viertes Projekt zusammen mit dem Schwarzwald Kammerorchester, dem Festivalorchester des Bergstadtsommers.
Besonderer Gastauftritt beim Boléro
Neben Rachmaninow ist bei den beiden Abschlusskonzerten des Musikfestivals aber noch mehr zu hören – etwa Tschaikowskis fünfte Sinfonie, „ein romantisches, großes Meisterwerk von Tschaikowski, total schwelgerisch“, wie Dupree sagt. Und bei Ravels Boléro, der als drittes Werk auf dem Programm steht, hat Dupree sogar noch einen besonderen Auftritt. „Der Boléro ist ja berühmt für seinen Rhythmus, der von einer kleinen Trommel gespielt wird. Wenn meine Hände also nach Rachmaninow noch dran sind, nehme ich noch zwei Schlegel in die Hände“, scherzt er.
International gefragter Pianist und Dirigent
Nicht nur in St. Georgen ist Dupree durch seine wiederholten Auftritte beim Bergstadtsommer mittlerweile längst kein Unbekannter mehr – auch international hat sich der Musiker, der einst mit drei Jahren am Schlagzeug begann, unter anderem als Pianist und Dirigent einen Namen gemacht. London, Paris, Göteborg, Frankfurt, Hannover, Seoul, und, und, und – allein die Liste der Städte, in denen Dupree seit seinem Auftritt beim Bergstadtsommer 2024 gastierte, ist lang.
Und nach den Auftritten im Schwarzwald geht es genauso bunt weiter: Ein Musikfestival in Schottland, ein Konzert in der Schweiz zusammen mit dem britischen Bratschisten Ridout und das große Konzertjubiläum der SWR-Big-Band mit dem SWR‑Sinfonieorchester am 30. Oktober in der Liederhalle in Stuttgart stehen da etwa auf dem Programm.
Was Lucerne Festival und Bergstadtsommer verbindet
Einen Höhepunkt seiner Karriere erlebte Dupree übrigens erst jüngst, wie er berichtet: Im August stand er beim Eröffnungskonzert des Lucerne Festivals, eines der größten Musikfestivals in Europa, mit dem Lucerne Festival Orchestra und Riccardo Chailly auf der Bühne. „Eine schöne Situation, eine große Chance und ein großer Erfolg für mich“, blickt Dupree im Gespräch zurück.
In St. Georgen und Villingen steht er nun bei einem Musikfestival auf der Bühne, das ein paar Größen kleiner ist als das Lucerne Festival. Dennoch kommt der Ausnahmepianist immer wieder gerne in den Schwarzwald zurück – und das nicht nur, weil er ursprünglich aus Rastatt stammt.
Wobei: Ein bisschen ähneln sich Bergstadtsommer und Lucerne Festival dann doch: „Dieses Familiäre spürt man bei Festivals immer“, sagt Dupree. „Man kommt zusammen von allen Seiten dieser Welt und trifft sich regelmäßig. In Luzern treffen sich die Spitzenmusiker aus ganz Europa, um gemeinsam zu musizieren. Und das fühlt sich wirklich an wie eine Familie.“

2024 mit dem Frank-Dupree-Trio, 2026 als Solo-Pianist: Frank Dupree ist in diesem Jahr einmal mehr beim Bergstadtsommer zu Gast.
Raphael SteckelbachNoch viel stärker ausgeprägt sei das beim Bergstadtsommer – „natürlich ganz stark geprägt durch Familie Dönneweg und die Freunde drumherum“. Über Obi Jenne, der als Schlagzeuger Teil des Frank-Dupree-Trios ist, gehöre er mittlerweile auch zur erweiterten Familie, sagt Dupree. „Deshalb ist der Bergstadtsommer immer ein großes Familienfest und eben noch dazu ein großes Fest der Musik.“
Die Konzerte
Zusammen mit dem Schwarzwald Kammerorchester unter der Leitung von Karsten Dönneweg gestaltet Pianist Frank Dupree die beiden Abschlusskonzerte des Bergstadtsommers. Zu hören sind mit Sergei Rachmaninows drittem Klavierkonzert d-Moll, Pjotr Iljitsch Tschaikowskis fünfter Sinfonie und Maurice Ravels Boléro „drei der emotionalsten und kraftvollsten Meisterwerke der Musikgeschichte“, wie es in einer Ankündigung heißt. Erster Termin ist am Freitag, 11. September, 20 Uhr, in der Stadthalle St. Georgen, zweiter Termin am Samstag, 12. September, 20 Uhr, im Franziskaner-Konzerthaus in Villingen. Der Eintritt kostet jeweils 25 Euro, ermäßigt sieben Euro.




