„Da ist Zündstoff drin“: Große Debatte um kleine PV-Anlage an der B 33 bei Peterzell

Unweit der Bundesstraße 33 und der Schwarzwaldbahn-Trasse soll auf Peterzeller Gemarkung eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage entstehen. Im Technischen Ausschuss der Stadt St. Georgen sorgte das Thema für Debatten.
Helen Moser- Geplant ist eine kleine Freiflächen-PV bei Peterzell nahe B 33 und Schwarzwaldbahn.
- Die Anlage umfasst 22 Tische mit 528 Modulen, 237,6 kWp und bis zu 2,6 Metern Höhe.
- Privilegierter Standort: Nähe zur Bahntrasse, Batteriespeicher gilt ebenfalls als privilegiert.
- Trotz begrenztem Handlungsspielraum gab es Streit, doch der Ausschuss stimmte mehrheitlich zu.
- Kritik: Wiese statt Dächer und Parkplätze genutzt – Bürgermeister sieht ungenutztes Potenzial.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage (Freiflächen-PV-Anlage) mit Batteriespeicher soll bei Peterzell nahe der Bundesstraße 33 – und vor allem unweit der Bahntrasse – entstehen. Da es sich um ein privilegiertes Vorhaben handelt, hat der Gemeinderat St. Georgen in der Sache nicht viel mitzureden. Dennoch entbrannte im Technischen Ausschuss, in dem der Bauantrag auf der Tagesordnung stand, eine Grundsatzdebatte.
Doch von Anfang an: Geplant ist, wie aus der Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss hervorgeht, eine eher kleine PV-Anlage: 22 PV-Tische, 528 Module und eine installierte Leistung von 237,6 Kilowatt-Peak. Insgesamt soll die Anlage bis zu 2,6 Meter hoch werden. Entstehen soll sie auf Peterzeller Gemarkung auf einer Wiese nahe der B 33, am Hang oberhalb der Schreinerei Aberle an der Mühlbachstraße.
Entscheidend für das Vorhaben ist jedoch vor allem die Nähe zur Schwarzwaldbahn, einer zweigleisigen Bahntrasse. Die nämlich ist weniger als 200 Meter Luftlinie von der Wiese entfernt, auf welcher die PV-Anlage entstehen soll.
Bei dieser handelt es sich somit um ein privilegiertes Vorhaben, wie die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage schreibt. Ähnlich sieht es beim zugehörigen Batteriespeicher aus: „Der Batteriespeicher ist ebenfalls privilegiert, weil er elektrische Energie speichert und unmittelbar neben der PV-Anlage steht.“
Fläche bislang landwirtschaftlich
Für den Technischen Ausschuss bedeutete das: Der Handlungsspielraum ist äußerst begrenzt – ganz anders als etwa im Fall des „Sonnenspeichers Weißershof“, der später an diesem Abend noch zu einer knappen Abstimmung im Gemeinderat führte. Denn die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Anlage sind erfüllt, wie Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, den Räten in der Sitzung erklärte: Nicht nur, dass sich die Anlage im privilegierten Bereich befindet – der geplante Standort liegt auch in keinerlei Verbotszonen.
Die PV-Anlage entsteht nach Angaben der Stadtverwaltung auf einem Areal, das im Flächennutzungsplan als Landwirtschaft ausgewiesen ist, aber eben auch „entlang der Bundesstraße, wo es auch ein Stück weit hingehört“, meinte Tröndle. Und Bürgermeister Michael Rieger sagte – sicherlich auch wegen Anfragen für PV-Anlagen aus den vergangenen Jahren an aus Sicht von Stadtverwaltung und Gemeinderat komplett unpassenden Stellen: „Das ist genau das, was wir uns wünschen: Dass in den privilegierten Bereichen mal ein bisschen Bewegung reinkommt.“
Lieber auf Gebäuden als auf Wiesen
Dennoch: Das Vorhaben hat nicht nur Befürworter. Im Ortschaftsrat Peterzell, berichtete der dortige Ortsvorsteher Klaus Lauble, seien die Meinungen auseinandergegangen. „Es fanden nicht alle prickelnd.“ Sie hätten die Wiese lieber weiterhin landwirtschaftlich bewirtschaftet gesehen, erklärte Lauble – insbesondere, da der Sommer gezeigt habe, wie schnell Futtermittel knapp werden können. „Wieso macht man so eine Anlage nicht auf große Industriegebäude?“ Direkt nebenan befinde sich ja eines, meinte Lauble mit Blick auf die einstigen Likum-Gebäude, die aktuell leer stehen.
Darüber herrschte am Ratstisch weitgehend Einigkeit: Eigentlich würde man die Anlagen statt auf Wiesen viel lieber woanders sehen – auf Gebäuden und als Überdachungen von Parkplätzen. Er sehe da entlang der Bundesstraße großes Potenzial, meinte Rieger. Aber auch bei den Einkaufsmärkten an der Industriestraße.
Diesbezügliche Anfragen seinerseits hätten bislang aber nichts gebracht, meinte der Bürgermeister. „Das ist chancenlos.“ Wer in Baden-Württemberg einen neuen Parkplatz mit 35 oder mehr Stellplätzen anlege, sei verpflichtet, ihn mit PV zu überdachen. „Aber für die bestehenden Parkplätze fehlt der Plan“, bedauerte Bürgermeister Rieger – aus seiner Sicht eine Menge verschenktes Potenzial.
Ganz massiv schoss Markus Schwarzwälder (CDU) gegen die Anlage. Er fand es „ein politisches und gesellschaftliches Armutszeugnis“, dass man PV-Anlagen „nur auf solchen Flächen hinkriegt“. Für Vorhaben dieser Art kündigte er an: „Ich werde immer dagegen stimmen“ – und machte dies im anschließenden Votum auch wahr.
Bei einer Enthaltung wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung, das Vorhaben zu genehmigen, dennoch mehrheitlich angenommen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen – für die objektive Bewertung des Vorhabens ausschlaggebend – sind immerhin erfüllt. Dennoch, konstatierte Bürgermeister Rieger – auch angesichts ähnlicher geplanter Projekte: „Da ist Zündstoff drin.“





