Geplante PV-Anlage
: Solarstrom oder Landschaftsbild? Frage stellt sich auch in Stockburg

Die sonnige Bergstadt – ein Ort, sollte man meinen, wie geschaffen für Photovoltaik. Doch die Landschaft macht es einigen Vorhaben schwer – vielleicht auch einem Projekt in Stockburg.
Von
Helen Moser
Oberndorf
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Wegen der Nähe zur Bahnlinie ist die Photovoltaik-Anlage an einem Hang jenseits der Schwarzwaldbahn privilegiert. Doch in Stockburg hat man Sorge um das Landschaftsbild.

Helen Moser

Insgesamt fast fünf Hektar groß soll die Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) sein, die auf Stockburger Gemarkung, im einwohnermäßig kleinsten Stadtteil von St. Georgen, geplant ist. 3,5 Meter hohe Solarmodule plus die notwendige technische Infrastruktur in der landschaftlichen Idylle des Schwarzwalds – und noch dazu an der Stelle, an welcher die Anlage laut Sitzungsvorlage für den Ortschaftsrat Stockburg weithin einsehbar ist? Diese Vorstellung behagt nicht allen.

Zwar hat der Ortschaftsrat keine Entscheidungskompetenz – die Räte können in ihrer Sitzung an diesem Dienstag, 5. August, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Stockburg aber auf Grundlage einer Bauvoranfrage über das Vorhaben diskutieren und eine Empfehlung an das städtische Gremium abgeben, dessen Beschluss letztlich ausschlaggebend ist.

Und dass diese Empfehlung wohl nicht unbedingt voll des Lobes für die geplante PV-Anlage sein wird, lässt sich bereits aus der Sitzungsvorlage ablesen. Der Beschlussvorschlag ist klar: Die Planungen sollen zur Kenntnis genommen werden, „mit dem Hinweis, dass die weite Einsehbarkeit dieser Fläche das Landschaftsbild stark verändert. Der Ortschaftsrat Stockburg bittet darum, die Bedeutung des Landschaftsbildes in die Abwägung zu berücksichtigen.“

Diese Abwägung zwischen Landschaftsbild und Nutzen der PV-Anlage ist in St. Georgen bereits einem anderen Vorhaben zum Verhängnis geworden: Dem Energiepark Weißershof auf Langenschiltacher Gemarkung erteilte der Gemeinderat im Januar dieses Jahres eine Absage – nachdem das Projekt im Vorfeld für Spannungen und Debatten gesorgt hatte.

Auch eine PV-Anlage an der Bundesstraße 33 auf Peterzeller Gemarkung sorgte erst im Juli für Diskussionen im Technischen Ausschuss – unter ähnlichen Vorzeichen wie in Stockburg. Obwohl es sich durch die Nähe zur Hauptverkehrsachse um ein privilegiertes Vorhaben handelt, wurde mehrfach das Landschaftsbild als Gegenargument ins Feld geführt.

Wegen Bahnlinie privilegiert

Wegen der nahe vorbeiführenden Bahnstrecke ist auch der Bau der PV-Anlage in Stockburg als privilegiertes Vorhaben eingestuft. Allerdings gibt es, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter, im fraglichen Bereich keine weiteren technischen Bauwerke oder Hochspannungsleitungen, die das Landschaftsbild verändern – wie es etwa auf dem Brogen der Fall ist, wo die städtischen Gremien eine Freiflächen-PV-Anlage ohne Einwände genehmigten.

Wie es der geplanten PV-Anlage auf Stockburger Gemarkung nun geht? Das wird sich wohl erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Fest steht: Die Potenzialanalyse der Stadt zum Thema Freiflächen-PV, welche in solchen Fällen als Entscheidungshilfe dienen soll, sieht das Landschaftsbild als mögliches Restriktionskriterium. Berücksichtigt ist das bislang in keiner der Unterlagen, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Ortschaftsrat.

Auch Natura-2000-Gebiet könnte Problem sein

Das Landschaftsbild ist aber nicht das Einzige, was der geplanten PV-Anlage zum Verhängnis werden könnte, wie aus der Sitzungsvorlage für den Ortschaftsrat Stockburg deutlich wird. So befindet sich die überplante Fläche in einem Natura-2000-Gebiet. „Laut unserer Planhinweiskarte handelt es sich dabei um eine hohe Restriktion, die nach den gesetzlichen Vorgaben eine Nutzung als PV-Fläche nicht zulässt.“

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