Solarstrom bei Peterzell
: Technischer Ausschuss ringt um Entscheidung zu PV-Anlage

In Peterzell sorgt der geplante Bau einer Freiflächen-PV-Anlage entlang der Bundesstraße für Diskussionen. Die Mitglieder des Technischen Ausschusses äußerten ihre Bedenken.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Der geplante Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage entlang der Bundesstraße sorgt für Diskussionen.

© Björn Wylezich - stock.adobe.com

Für Diskussionen sorgte im Technischen Ausschuss der Plan zum Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage entlang der Bundesstraße in Peterzell. Bürgermeister Michael Rieger erwähnte anfangs, dass laut Landratsamt sieben Bauanträge für Windkraftanlagen in der Umgebung vorliegen, zwei davon in St. Georgen in den Gebieten Steinwald und Schlossberg.

Laut Stadtbaumeister Alexander Tröndle stünde die Photovoltaikanlage zwischen Schoren und Peterzell in einem privilegierten Bereich zur Bahnlinie. Hinderungsgründe gibt es keine. Geplant sind 1580 Module mit einer Gesamtleistung von 1106 Kilowatt-Peak auf einer umzäunten Fläche mit 11 349 Quadratmetern. Die Maximalhöhe der Module liegt bei 3,5 Metern. Teilweise ist auch eine Hecke als Umrandung geplant, unter den Modulen Wiesenansaat.

Die Stadt habe die schwierige Erschließbarkeit des Gebiets angemerkt, die von vorhandenen Anwesen möglich wäre, nicht aber als regelmäßige Zufahrt gesehen werden dürfe. Für den Bau könne man auch nur eine Baustraße einrichten.

Der Ortschaftsrat sei nicht grundsätzlich gegen solche Anlagen, fände es aber schade, wenn diese komme, so Ortsvorsteher Klaus Lauble.

Es handle sich um ein Naherholungsgebiet mit toller Aussicht, sei Teil des Rundwegs Engele, Brunnendobel, Hagenmoos. Vor zwei Jahren habe man dort zwei Sonnenliegen installiert.

Anlieger nicht angehört

Er könne nicht zustimmen, da der unmittelbare Anlieger nicht angehört worden sei, die Module künftig zehn Meter von dessen Wohnzimmer entfernt stünden, so Stefan Rosenfelder. Das Landratsamt habe mitgeteilt, dass keine Anhörung nötig sei, da keine nachbarschützenden Vorschriften verletzt würden, erklärte Silke Richter von der Bauverwaltung. Als Teil der Entbürokratisierung und Beschleunigung von Verfahren seien Anhörungen gestrichen worden, wenn keine Befreiung nötig sei oder triftige Gründe vorlägen, so Tröndle. Man habe aber die Möglichkeit, juristisch gegen Anlagen vorzugehen wenn man erfahre, dass jemand baue.

Gegen PV-Anlage

Trotz Privilegierung könne er nicht zustimmen, meinte auch Hans-Peter Rieckmann. Es handle sich um eine landwirtschaftliche Fläche, die gut zu bearbeiten sei und wo Nahrungsmittel wüchsen. Er sei grundsätzlich gegen Freiflächen-Photovoltaik, so auch Markus Schwarzwälder. Tröndle wies darauf hin, dass es für die sogenannten Planhinweiskarte schwierig gewesen sei, überhaupt unbelastete Flächen zu finden. Es werde immer so sein, dass Bauten auf der grünen Wiese für Futtermittel oder anderes weggingen, das sei aber Wille der Regierung gewesen. Deren Vorgabe sei das Eine, die Meinung der Bevölkerung das andere, argumentierte Rieckmann.

Bei der Abstimmung müsse man bedenken, dass es um das Einvernehmen aus planungsrechtlichen Gesichtspunkten gehe, so Richter. Private Meinungen seien dabei nebensächlich. Dann sei aber die Frage, warum so etwas überhaupt im Technischen Ausschuss sei, so Jochen Bäsch. Wichtig sei, im Vorfeld darüber öffentlich zu informieren, so Richter.

Dem Vorschlag der Gemeinde, das Einvernehmen zu erteilen, sofern die Erschließung gesichert sei, stimmten fünf Mitglieder zu. Vier enthielten sich.

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