Nach verheerendem Waldbrand
: So stolz ist Ministerin Marion Gentges auf die Einsatzkräfte

Wenige Tage nach dem verheerenden Waldbrand in Schramberg machte sich die Landwirtschaftsministerin ein Bild von der Situation am Tösberg.
Von
Martin Dold
Schramberg
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Einsatzleiter Patrick Wöhrle (Mitte) erklärt den Ablauf des Geschehens an Ministerin Marion Gentges (Dritte von rechts).

Einsatzleiter Patrick Wöhrle (Mitte) erklärt den Ablauf des Geschehens an Ministerin Marion Gentges (Dritte von rechts).

Dold
  • Nach dem Waldbrand in Schramberg besuchte Ministerin Marion Gentges den Tösberg.
  • Landrat Keckeisen lobte den Einsatz: Nach über 24 Stunden war der Brand unter Kontrolle.
  • OBin Eisenlohr betonte das Zusammenspiel von Feuerwehr, Landwirten, THW, Bergwacht, Polizei und Forst.
  • Bis zu 400 Einsatzkräfte waren beteiligt – sie wurden als „wahre Helden“ gewürdigt.
  • Gentges dankte den Kräften und sprach den Stolz der Landesregierung aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Landrat Christoph Keckeisen und Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr empfingen die Besucherin beim Junghans Terrassenbau Museum. „Der Brand war nach über 24 Stunden unter Kontrolle, da hervorragende Arbeit von den Einsatzkräften geleistet wurde“, lobte Keckeisen. „Alles hat ineinandergegriffen“, sagte er angesichts des Einsatzes von Feuerwehr, Landwirten, THW, Bergwacht, Polizei und Forst.

„Wir freuen uns, dass Sie sich persönlich ein Bild machen“, sagte OBin Dorothee Eisenlohr an die Adresse der Ministerin. Das zeige, wie wichtig das Thema Wald- und Vegetationsbrände geworden sei. „Die wahren Helden sind aber nicht wir Politiker, sondern die bis zu 400 Einsatzkräfte“, lobte Eisenlohr.

Ministerin Marion Gentges (CDU), die aus dem nahe gelegenen Haslach im Kinzigtal stammt, sagte, dass sie das Geschehen verfolgt habe. Sie dankte den Einsatzkräften, denn schließlich hätte alles auch ganz anders ausgehen können. Es sei bei aller Dramatik gut zu sehen, wie in solch einem Fall alles ineinandergreife, sagte sie angesichts des Zusammenspiels der verschiedenen Rettungskräfte. „Ich möchte den Dank der Landesregierung aussprechen. Wir sind richtig stolz, dass sie das so gut hingekriegt haben“, so die Ministerin.

Es gehe aber auch darum, was verbessert werden könne: „Was lernen wir aus dem Geschehenen? Denn wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Wetterlagen, die Brände begünstigen, zunehmen werden.“ So seien dieses Jahr mehr als 50 Hektar in Baden-Württemberg betroffen, im Jahr zuvor seien es keine zehn gewesen. „Wie können wir uns auf solche Ereignisse noch besser vorbereiten“, fragte sie in die Runde.

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Wichtige Zuwegungen

Zuwegungen im Gelände seien sehr wichtig, sagte Gentges mit Blick nach oben auf dem Tösberg. Das Land müsse sich auch um die Ausstattung der Rettungskräfte kümmern, beispielsweise mit Fahrzeugen und Kleidung. Zudem solle mit Umbaumaßnahmen Wasser in den Wäldern zurückgehalten werden.

Einsatzleiter Patrick Wöhrle berichtete der Ministerin über das Einsatzgeschehen. Zunächst war ein kleiner Vegetationsbrand gemeldet. Doch schon auf der Anfahrt sei das Ausmaß teilweise deutlich geworden, weshalb sofort Verstärkungen angefordert worden seien. Ein Hubschrauber sei am Sonntag nicht mehr angefordert worden, da es zu lange gedauert hätte, bis dieser einsatzbereit in Schramberg gewesen wäre und schon bald die Dunkelheit hereinbrach.

Die Erkundungen mit dem Polizeihubschrauber seien aber sehr hilfreich gewesen, betonte Wöhrle. Am Montag sei dann der Löschhubschrauber zum Einsatz gekommen. „Die Polizei hat gesagt, das ist möglich und verhältnismäßig“, so der Einsatzleiter. Mit dem Löschhubschrauber habe man zwei Hotspots im Hang in den Griff bekommen.

Wöhrle plädierte an die Adresse der Ministerin dafür, dass das Land ausreichend Fahrzeuge gegen Waldbrände im Hang zur Verfügung stelle, da es doch zum Teil „riesige Anfahrtszeiten“ gegeben habe. Abschließend lobte er die unbürokratische, kreisübergreifende Zusammenarbeit der Rettungskräfte.

Kurzer Draht

Forstrevierleiter Christoph Eberle lobte den kurzen Draht und das Vertrauensverhältnis zur Feuerwehr. Die Vertreter des Forsts hätten mit ihren Ortskenntnissen helfen können. Er stellte die Frage: „Wer zahlt das Ganze den Kommunen und den Privatwaldbesitzern?“.

Oliver Rapp, Fachberater des THW, informierte über die Kraftstoffversorgung der Fahrzeuge, die das THW beim Busbahnhof aufgebaut habe. Sein Verband sei vom Bund sehr gut mit allem Notwendigen ausgerüstet.

Anliegen der Landwirte

Benjamin Nagel ergriff als Vorsitzender des BLHV für die Landwirte das Wort: „Wir haben alles liegen gelassen, obwohl abends um halb sechs viele von uns im Stall sind. Wir haben unsere Wasserressourcen ungefragt zur Verfügung gestellt. Ich hoffe, das wird nicht als selbstverständlich angesehen. Wir bekommen dafür keinen Cent. Ich bitte Sie, daran zu denken, wenn wieder einmal Förderungen für Landwirte gekürzt werden“, sagte er an die Adresse der versammelten Politiker. Schließlich könnten die Bauern in kurzer Zeit viel größere Mengen an Wasser zur Verfügung stellen als die Feuerwehrfahrzeuge.

„Wir wollen nicht einmal im Jahr Danke sagen und das wars“, versprach Eisenlohr. Sie brachte die dauerhafte Unterstützung mit Adaptern ins Spiel, um die Wasseranschlüsse der Landwirte mit denen der Feuerwehr kompatibel zu machen. Solche Adapter seien relativ günstig zu haben, sagte die Ministerin.

Ulrich Wälde als vom Brand betroffener Privatwaldbesitzer sprach die Bedeutung der Verbindungswege an. Er verwies auf Bürgermeister der Kommunen Schramberg und Tennenbronn, die sich in den 1980er-Jahren nicht über den Ausbau von Wegen einig wurden. Insbesondere sprach Wälde den Waldweg am Felsenkeller an, der besser befestigt werden sollte. „Aber das muss jemand in die Hand nehmen“, sagte er. Die Stadt lasse andere Wege verwildern, die mit einmal Mulchen pro Jahr leicht instand gehalten werden könnten.

Die Sperrung in Richtung Lauterbach.

Die Sperrung in Richtung Lauterbach.

Dold

Außerdem sprach Wälde die Sperrung in Richtung Lauterbach an, wodurch Polizei und Feuerwehr riesige Umwege in Kauf nehmen müssten.