Bedenken zum Naturschutz: Wieden lehnt Windpark Lailehöhe ab

Der geplante Windpark Lailehöhe am Wiedner Eck (Visualisierung). Wieden hat dem nun eine Absage erteilt.
badenovaWÄRMEPLUS GmbH & Co. KGGroßes Interesse herrschte am Montagabend von Seiten der Bürger im Gemeinderat Wieden, der in der Gemeindehalle tagte. Rund 100 Bürger wollten wissen, wie die Räte in Sachen Windpark Lailehöhe entscheiden.
Nachdem der Gemeinderat Utzenfeld Ende Juni bereits dem interkommunalen Projekt Windpark Lailehöhe eine Absage erteilt hatte, stand nun nach der Vertagung auch in Wieden die Entscheidung an. Sieben Räte stimmten dagegen und zwei dafür. Fünf von ihnen stellten auch ihre Gegenargumente ausführlich dar, wie Bürgermeister Michael Fischer im Nachgang im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet.
Es gab bereits Einspruch aus Wieden
Bereits nach der ersten Offenlage des Regionalplans habe die Gemeinde Wieden Einspruch eingelegt, weil ein Teil der Flächen auf ihrer Gemarkung zu nah an Wasserquellen und auch an der Wohnbebauung liegen würde. Für die nun zweite Offenlage seien diese Flächen herausgenommen worden. Ein weiteres Gegenargument, das aus den Reihen der Räte zu hören war: In der vergangenen Woche sei bei der Klausurtagung mit den beteiligten Gemeinderäten aus Utzenfeld, Todtnau und Wieden sowie der Badenova nochmals deutlich geworden, dass die Flächen aufgrund ihres geringen Abstands zu Naturschutzgebieten nur bedingt geeignet seien. Andere Flächen als diese seien einfacher zu bebauen.
Unverständnis über Lärmgrenzen
Ein weiterer Punkt sei die Lärmbelästigung. Hier habe im Ratsrund vor allem Unverständnis geherrscht zu den Unterschieden, die bei den Vorgaben gemacht werden: 40 Dezibel dürfen es in der Nacht laut Fischer in allgemeinen Wohngebieten wie im Wiedner „Graben“, also in Mischgebieten, sein. In reinen Wohngebieten wie im Todtnauer Feriendorf, das nur von Gästen bewohnt werde, gelte nachts jedoch eine Grenze von 35 Dezibel. Warum dort, wo immer Menschen leben, höhere Werte gelten, sei den Räten nicht klar gewesen, so Fischer.
Es brauche erst Energiespeicher
Auch Bürgermeister Michael Fischer selbst hatte gegen das interkommunale Projekt votiert. „Ich habe die Entscheidung vor allem abhängig gemacht von den Gesprächen mit unseren Bürgern“, erklärt er auf Nachfrage. Von allen Bürgern, die auf ihn zugekommen seien, hätten sich Zweidrittel gegen das Projekt ausgesprochen. Auch von denen, die er von sich aus angesprochen hätte, wäre keine Begeisterung ausgegangen. „Momentan haben wir viel zu viele regenerative Energien, aber keine Speichertechnik, diese müssen wir erst forcieren, sonst ist es kontraproduktiv“, so Fischers Meinung.
Doch was bedeutet diese Entscheidung? Todtnau hat noch nicht entschieden, wird dies in seiner Sitzung am 11. September tun. „Wenn Todtnau dafür stimmen würde, müsste das Thema in Wieden und Utzenfeld erneut auf die Tagesordnung“, erklärt Fischer. Denn ursprünglich sei es das Ziel gewesen, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, damit nicht nur eine Gemeinde baut. Doch das wäre dennoch möglich. Todtnau selbst kommt aber mit dem Regionalplan nicht weiter, die Flächen auf der Gemarkung der Stadt sind fast ausnahmslos gestrichen worden. Mit der isolierten Einzeländerung des Regionalplans oder mit dem isolierten Flächennutzungsplan könne die Gemeinde nun trotzdem noch ergänzende Flächen für Windenergie eigenständig ermöglichen, wie Sebastian Wilske, Verbandsdirektor des Regionalverbands, auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte.
„Wir haben nun lange genug diskutiert, ich bin froh, dass eine Entscheidung gefallen ist“, sagt Fischer. Erst wenn diese „Geschichte abgehakt“ sei, könne man über weitere Flächen diskutieren.
