Fünf Thesen, fünf Meinungen
: Die Bürgermeisterkandidaten für Mahlberg bekennen Farbe

Fünf Bewerber möchten jeweils Dietmar Benz beerben und nehmen nun zu stadtbezogenen Thesen Stellung.
Von
Christopher Piskadlo
Mahlberg
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Wollen der nächste Bürgermeister von Mahlberg werden (von links): Stefan Waldinger, Stephan Klotz, Michael Bürkle, Alexander Schröder und Nicolé Ritter.

Wollen der nächste Bürgermeister von Mahlberg werden (von links): Stefan Waldinger, Stephan Klotz, Michael Bürkle, Alexander Schröder und Nicolé Ritter.

privat
  • Fünf Kandidaten bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Mahlberg am 4. Oktober.
  • Wachstum ja, aber vorrangig Innenentwicklung und Nachverdichtung – neue Flächen nur abgewogen.
  • Sparen ohne pauschale Kürzungen bei Vereinen und Kultur, stattdessen effizientere Abläufe.
  • Mahlberg und Orschweier sollen gleichwertig entwickelt werden, mit Respekt vor jeweiligen Stärken.
  • Bahnhof Orschweier: besseres Sicherheitsgefühl durch Beleuchtung, Sauberkeit, mehr Nutzung und teils Video.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Mahlberger Bevölkerung hat am 4. Oktober die Wahl: Wer wird der nächste Bürgermeister? Fünf Kandidaten möchten den aktuellen Amtsinhaber Dietmar Benz nach 32 Jahren beerben und das Sagen in der Stadt haben. Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung haben sie sich und ihr Programm bereits vorgestellt, nun hat unsere Redaktion ihnen nochmals auf den Zahn gefühlt. Jedem Bewerber wurden fünf Thesen mit Mahlberg-Bezug zugeschickt, zu denen sie Stellung bezogen haben.

1. Mahlberg muss wachsen - auch wenn dafür neue Flächen versiegelt werden müssen.

Stefan Waldinger: Mahlberg soll sich weiterentwickeln, aber nicht um jeden Preis. Innenentwicklung und Nachverdichtung haben für mich Vorrang. Wo neue Flächen notwendig sind, müssen wir verantwortungsvoll handeln. Dazu gehören auch Ausgleichsmaßnahmen im Stadtgebiet etwa durch Entsiegelung, mehr Grünflächen und ökologische Aufwertung.

Stephan Klotz: Priorität hat für mich die Innenentwicklung und die Nutzung vorhandener Flächen. Wachstum muss maßvoll geschehen. Wenn jedoch bestehendes Gewerbe Erweiterungsbedarf hat oder sich neue Betriebe ansiedeln wollen, muss sich die Stadt als verlässlicher Partner verstehen. Flächenversiegelung erfordert daher stets eine reifliche Abwägung.

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Michael Bürkle: Wachstum ja, aber mit Augenmaß. Neubau- und Gewerbegebiete führen zu Flächenverbrauch und -versiegelung. Sie erfordern zudem eine entsprechende kommunale Infrastruktur. Nach einer Phase der Expansion gilt es, Baulücken zu schließen und dort nachzuverdichten, wo das möglich und zulässig ist. Nur ein nachhaltiges Wachstum wahrt die Identität der Stadt Mahlberg.

Alexander Schröder: Ist Flächenversiegelung wirklich notwendig? Ein vom Land geförderter Gemeindeentwicklungsplan „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ eröffnet neue Horizonte. Der Entwicklungsplan wird gemeinsam mit Gemeindegremien, Bürgerschaft, Jugend und Vereinen erarbeitet, um lokale Chancen bestmöglich zu nutzen und um über das Wachstum gemeinsam zu entscheiden.

Nicolé Ritter: Mahlberg darf sich entwickeln, aber nicht um jeden Preis. Vorrang haben ungenutzte Flächen, Baulücken, Nachverdichtung und – wo es passt – das Bauen in die Höhe. Wir können nicht für jede Generation ein neues Wohngebiet ausweisen. Bei der B3-Umfahrung kann der notwendige Flächenverbrauch vertretbar sein, weil der Schutz vor Schwerlastverkehr und Lärm Vorrang hat.

2. Die Stadt muss sparen und notfalls bei Vereinen und Kultur den Rotstift ansetzen.

Stefan Waldinger: Unsere Vereine leisten unverzichtbare Arbeit für Gemeinschaft, Jugend und Ehrenamt. Ich möchte alle städtischen Ausgaben kritisch prüfen, Prioritäten setzen und effizienter werden. Wo Förderung finanzierbar ist, bleibt die Stadt auch künftig ein verlässlicher Partner. Ich bin gegen pauschale Einsparungen bei Vereinen und Kultur.

Stephan Klotz: Sparen ist Pflicht, doch Kürzungen im Ehrenamt sind falsch! Unsere Vereine gehen bereits äußerst verantwortungsvoll mit Geld um – wie der Musikverein Mahlberg bei den neuen Uniformen beweist. Wo so vorbildlich gehaushaltet wird, muss die Stadt als verlässlicher Partner unterstützen. Einsparen müssen wir bei internen Abläufen, nicht beim Zusammenhalt.

Michael Bürkle: Solide Finanzen sind für die Stadt Mahlberg unverzichtbar. Aber Vereine, Kultur, Soziales, Familien und Bildung dürfen nicht die erste Adresse für Kürzungen sein. Haushaltsdisziplin und Sparwille zählen. Dafür müssen Ausgaben, Verpflichtungen, Risiken, Projekte sowie Einnahmen und Fördermöglichkeiten mit einer laufenden Finanzplanung im Blick behalten werden.

Alexander Schröder: Die Herausforderungen der kommenden Jahre erfordern eine umsichtige und verantwortungsbewusste kommunale Finanzpolitik. Hierfür ist Verwaltungserfahrung wichtig, die ich einbringe. Die gegebenen Chancen müssen genutzt werden, damit nicht bei Vereinen etc. der Rotstift angesetzt werden muss. Unsere Vereine halten das Herz der Gemeinde am Schlagen.

Nicolé Ritter: Bei Vereinen und Kultur dürfen wir nicht sparen. Sie schaffen Gemeinschaft und machen beide Orte lebenswert. Ehrenamt verdient Unterstützung und gute Rahmenbedingungen. Gleichzeitig können Kooperationen, gemeinsam genutzte Räume oder gebündelte Anschaffungen Kosten senken. Sparen heißt, klug zusammenzuarbeiten.

3. Orschweier muss bei der Entwicklung denselben Stellenwert wie Mahlberg haben.

Stefan Waldinger: Mahlberg und Orschweier haben für mich bei der Entwicklung den gleichen Stellenwert. Die frühere Vorstellung, Orsch-weier sei vor allem Gewerbestandort und Mahlberg Wohnort der Arbeitnehmer, ist aus der Zeit gefallen. Wir sind eine Stadt. Beide Ortsteile gehören zusammen und sollen sich gleichberechtigt und mit ihren jeweiligen Stärken entwickeln.

Stephan Klotz: Für meine Generation sind Mahlberg und Orschweier längst eine feste Einheit. Diese Verbundenheit – wie seit dieser Saison auch im Fußball als SG Mahlberg/Orschweier spürbar – zeigt, wie stark wir zusammenwachsen. Beide Ortsteile verdienen eine gleichwertige Entwicklung bei Infrastruktur und Nahversorgung. Gemeinsam und auf Augenhöhe gestalten wir unsere Zukunft.

Michael Bürkle: Zwei starke Stadtteile machen eine starke Stadt – Mahlberg und Orschweier gehören zusammen. Mir geht es um Gehör, Sichtbarkeit und Wertschätzung für beide Stadtteile mit ihren Themen, ihrer gewachsenen Struktur und ihrer besonderen Identität. Derselbe Stellenwert bei der Entwicklung für Mahlberg und Orschweier ist für mich deshalb ein absolutes Muss.

Alexander Schröder: Ja! Von Seiten der Kommune sind alle, alle Bürgerinnen und Bürger, alle Gruppierungen sowie alle Gewerbetreibende gleichberechtigt und partnerschaftlich fair zu behandeln sowie zu unterstützen. Folgerichtig muss auch Orschweier bei der Entwicklung den gleichen Stellenwert wie Mahlberg haben.

Nicolé Ritter: Mahlberg und Orschweier gehören für mich wie zwei Geschwister zusammen. Geschwister brauchen nicht immer zur selben Zeit dasselbe – aber beide verdienen dieselbe Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Entwicklung muss nicht überall gleichzeitig stattfinden, sondern dort, wo sie sinnvoll und notwendig ist. Entscheidend ist: Beide werden gleichberechtigt gesehen.

4. Das Sicherheitsgefühl am Bahnhof Orschweier ist problematisch.

Stefan Waldinger: Ich sehe aktuell kein grundsätzliches Sicherheitsproblem. Es gibt keine regelmäßigen Polizeivorkommnisse. Mehr Leben und eine gute Gestaltung, auch des Bahnhofsgebäudes, würden den Bereich Bahnhof deutlich aufwerten. Durch eine stärkere Nutzung und gute Beleuchtung kann zudem das individuelle Sicherheitsgefühl verbessert werden.

Stephan Klotz: Negativschlagzeilen wie Fahrraddiebstähle und Automatenaufbrüche schaden dem Ruf unseres Bahnhofs. Ein Bahnhof darf kein Angstraum sein. Ich setze auf konkrete Taten: zusätzliche LED-Beleuchtung mit Bewegungsmeldern im Fahrradbereich, Videoüberwachung an Schwerpunkten und Dialog mit der Polizei. So schaffen wir wieder ein sicheres Gefühl.

Michael Bürkle: Der Bahnhof Orschweier ist unverzichtbar für Berufspendler und den öffentlichen Nahverkehr. Wer früh morgens oder spät abends am Bahnhof unterwegs ist, soll ich dort auch sicher fühlen können. Wichtig für das Sicherheitsgefühl sind ein ordentliches Gebäude und verlässliche Sauberkeit, eine gute Einsehbarkeit von verschiedenen Seiten und eine helle Beleuchtung.

Alexander Schröder: Um die Sicherheit zu erhöhen, ist die Wiederbelebung des Bahnhofareals notwendig. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Gasthaus Krone mit seinem zum Bahnhof ausgerichteten Biergarten wieder zu eröffnen. Ich werde versuchen, mit weiterer Infrastruktur, wie Markt, Kiosk etc., den Publikumsverkehr zu stärken und damit die Sicherheit zu erhöhen.

Nicolé Ritter: Das Sicherheitsgefühl am Bahnhof Orschweier muss verbessert werden. Besonders die Fahrraddiebstähle zeigen Handlungsbedarf. Die vorhandenen abschließbaren Fahrradboxen sind ein guter Anfang – wir brauchen davon deutlich mehr. Auch Beleuchtung und Übersichtlichkeit sind wichtig. Ergänzend sollte eine rechtlich zulässige Videoüberwachung geprüft werden.

5. Die Stadt sollte stärker vom Tourismus in der Region profitieren.

Stefan Waldinger: Wir sind Teil der Erlebnisregion Europa-Park und sollten das Potential stärker nutzen. Schloss, historische Altstadt, Geschichte, Tabakmuseum und Natur bieten gute Voraussetzungen. Wir müssen entsprechende Angebote für Touristen schaffen. So können wir uns besser vermarkten, Kultur und Gastronomie mit einbinden und Wertschöpfung vor Ort schaffen.

Stephan Klotz: Wir müssen unser Potenzial als Teil der Erlebnisregion Europa-Park besser nutzen. Eine engere Kooperation und gezieltere Vermarktung unseres Tabakmuseums liegen mir am Herzen. Zudem sollten wir die Ansiedlung von Hotellerie prüfen: Das bringt Leben in die Stadt, stärkt unsere Gastronomie nachhaltig und sichert Wertschöpfung vor Ort.

Michael Bürkle: Aus Besuchern sollen Gäste werden, die Mahlberg entdecken und gerne länger bleiben. Das Oberrheinische Tabakmuseum vor Ort, Schwarzwald und Europapark machen die Stadt attraktiv. Die Website des Tabakmuseums hat allerdings viel Luft nach oben und bedarf einer Überarbeitung. Sie sollte auch auf mobilen Endgeräten laufen und aktuellen Sehgewohnheiten entsprechen.

Alexander Schröder: Die Stadt Mahlberg ist ein Schmuckstück mit Potenzial für noch mehr Ausstrahlung. Mahlberg und Orschweier verfügen über wertvolle historische Schätze. Eine modernere Präsentation erhöht die Lebensqualität für alle, stärkt die Attraktivität auch für Gäste und unterstützt durch sanften Tourismus Handel und Gastronomie zum Nutzen der gesamten Stadt.

Nicolé Ritter: Mahlberg liegt mitten in der Erlebnisregion Europa-Park und sollte stärker davon profitieren. Mit Altstadt, Schloss und Tabakmuseum haben wir attraktive Anknüpfungspunkte. Ein gut geplanter Wohnmobilstellplatz könnte zusätzliche Gäste in die Stadt holen. Davon profitieren Gastronomie, Handel, Museum und letztlich Mahlberg und Orschweier.