Innenstadt Hechingen: Rock’n’Roll trifft Brazil: Marktplatz und Obertorplatz in Konkurrenz – oder im Team?

Es muss unbedingt ein akustischer Bass sein, erst dann ist Rockabilly wirklich original. Die "Booze Bombs" haben es am Samstagabend auf dem Hechinger Marktplatz vorgemacht und zusammen mit der passenden Bewirtung durch Feinkost Hentsch und die "Zollernstuben" für ganz viel Leben in der Altstadt gesorgt.
Ernst Klett- Zwei Livemusikfeste in Hechingen ergänzten sich: Marktplatz und Obertorplatz zogen Publikum an.
- Auf dem Marktplatz spielten die „Booze Bombs“ Rockabilly, Bewirtung kam von Feinkost Hentsch.
- Am Obertorplatz bot das „Refugio“ brasilianische und karibische Klänge mit Magno Estevam.
- Viele wechselten zwischen beiden Plätzen – der Marktplatz wirkte etwas stärker besucht.
- Testsommer für den Marktplatz läuft weiter: Entscheidung zur Autopause soll im Herbst fallen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
War es mehr die Hoffnung, oder wusste sie es tatsächlich? Almut Petersen, „Refugio“-Managerin und langjährige Hechinger Stadträtin, lag am Ende absolut richtig. Auf die vor dem Wochenende gestellte Frage der Redaktion, ob man sich denn in Hechingen nicht absprechen kann, weil es an einem Abend zwei Feste mit Livemusik in der Oberstadt gibt, lautete die Antwort, dass sich das sehr wohl prima ergänzen würde, und die Leute zwischen Obertorplatz und Marktplatz hin und her wechseln würden. Durch den „Doppelpack“ würden umso mehr Leute ins Städtle kommen, hatte die Leiterin des Flüchtlingsprojekts am Obertorplatz prophezeit – und es hat gestimmt!
Wo hat's mehr Leute: auf dem Marktplatz oder auf dem Obertorplatz?
Es war tatsächlich ein bissle ein Hin und Her zwischen den beiden nur wenige Meter voneinander gelegenen Plätzen zu beobachten. Hier wie dort tummelten sich auffallend viele Menschen. Allerdings hatte der Marktplatz doch etwas mehr Anziehungskraft. Was dem Flüchtlingsprojekt auf dem Obertorplatz nichts anhaben kann. Der muss sich schließlich nicht mehr beweisen und hat sich längst bewährt als riesiger Spielplatz, inzwischen mit deutlich mehr Gastronomie und erst am Freitagabend wieder mit Open-Air-Tanz, der Werbung für Hechingen in der ganzen Region.
Beweisen muss sich aber noch der Marktplatz. Es ist der Testsommer 2026: Bleiben die Autos tatsächlich und dauerhaft draußen? Die Entscheidung, die wiederum keine endgültige sein soll, fällt im Herbst, wenn der „Marktplatz-Sommer“ mit Vollmöblierung und durchaus stattlichem Programm vorbei ist. Die Autos kommen nicht mehr zurück, mag man denken. Aber was sagen die Geschäftsleute, bei denen man nicht mehr vor der Tür parken kann?

Der Hitzesommer hat am Samstag noch einmal alles gegeben, und entsprechend umlagert war die Getränkeausgabe auf dem Hechinger Marktplatz. Zusammen mit der ofenfrischen Pizza hatte der Abend mehr als nur einen Hauch von Tischlein-deck-dich-Markt.
Ernst KlettAber wie bringt man Leben in die gute Stube, wenn die Vollmöblierung zumindest teilweise wieder weg ist? Mit genau solchen Veranstaltungen wie am Samstagabend! Man darf Feinkost Hentsch als Veranstalter zur Verpflichtung der Calwer „Booze Bombs“ gratulieren: Die Band und ihr von unserer Redaktion vorab ausdrücklich goutiertes Video waren echt: Astreiner Rockabilly und dazu Rock’n’Roll, hervorragend rübergebracht – diese Band ist eine Wucht, und ihre Sängerin eine Oberwucht.

Der Basilianer Magno Estevam war mit seiner Kombo vor dem "Refugio" zu Gast und brachte Musik aus Südamerika und der Karibik. Es war richtungsmäßig das Kontrastprogramm zum Marktplatz. Aber hüben wie drüben kam die Livemusik bestens an.
Ernst KlettEher ungewohnte Klänge beim „Refugio“
Auch auf dem Obertorplatz wippte man gern mit, wenn zum Samba auch noch Reggae serviert wurde. Wer offen ist für die sogenannte Weltmusik und eher ungewohnte Klänge, die man nicht aus dem Radio kennt, der wurde beim „Refugio“ von dem Sänger und Gitarristen Mango Estevam und seinen beiden musikalischen Begleitern bestens bedient. Die Spielgeräte und die Wasserspiele sorgten wie immer dafür, dass sich dort besonders die jungen Familien tummelten. Aber es waren sehr wohl alle Generationen vertreten.

Gut essen und trinken in schöner Umgebung und die passende Livemusik auf die Ohren. Das war der Hechinger Marktplatz am Samstagabend.
Ernst KlettBrasilianische Snacks und ofenfrische Pizza
Auf dem Marktplatz allerdings war die Musik, die man kennt. Und das schon seit vielen Jahren. Der Marktplatz wurde zum Boomerplatz! Es wurde tatsächlich und ziemlich von Anfang an getanzt, auch wenn die Übermöblierung das etwas erschwert. Essen und Trinken? Ausgewählt und lecker! Während es bei den einen brasilianische Snacks gab, ließ die Hentsch-Truppe liefern: Pizza aus der „Zollerstuben“ eine Straße weiter per telefonischer Bestellung. Das funktionierte einwandfrei. Getränke, die zur Sommerhitze passten, gab es hüben wie drüben.

Eine Stimmwucht ist die Leadsängerin der "Booze Bombs", die unter dem herrlichen Namen Annie Leopardo auftritt.
Ernst KlettSchatten schlägt Hitzesonne
Es mag nicht allein der Rockabilly gewesen sein, die Frühform des Rock’n’Roll, welche die Booze Bombs so hervorragend draufhaben. Der Marktplatz punktete ebenso mit den äußeren Umständen: Es war schattig, als die ersten Gläser vollgemacht wurden! Klarer Nachteil für den Obertorplatz bei Hitzesommer: Die Sonne knallt dort viel länger runter, und der Granit gibt die gespeicherte Hitze noch stundenlang ab. Aber es soll ausreichend viele Menschen geben, denen das partout nichts ausmacht.

Wem Hitze nichts ausmacht, wegen der lieben Kleinen die Spielgeräte und die Wasserfontänen bucht und auf eher ungewohnte Klänge steht, für den war am Samstagabend das "Refugio"-Konzertfest die erste Wahl.
Ernst Klett
Als Marktplatzanwohner hat man in diesem Sommer reichlich Unterhaltung. Die feurige Musik aus dem Süden der USA kam am Samstag allerdings trefflich an. Der Abend wurde für die Ewigkeit festgehalten.
Ernst KlettSo geht es weiter auf den beiden Plätzen
Auf dem Hechinger Marktplatz ist am Donnerstag Jutta Haid ein weiteres Mal mit ihren erlesenen Weinen vertreten. Am selben Abend steigt im „Refugio“ ein Französischer Abend, ausgerichtet von der aktuellen Praktikantin, die aus der Partnerstadt Joué stammt. Auf dem Marktplatz sorgt dann wieder am 28. August der Hechiner Nabu für Programm.

Bleibt der Hechinger Marktplatz ein Strandparadies? Die Möblierung ist zum größten Teil nur temporär und für diesen Sommer gebucht. Was kommt nächstes Jahr? Und wie sieht es im Winter aus?
Ernst Klett
