Eine Tuninger Großspende an die AfD ist jüngst publik geworden. Doch welche Parteien sind sonst noch aus der Region mit hohen Beträgen unterstützt worden und von wem?
Mehrere Millionen Euro an Spenden flossen im vergangenen Jahr an die Parteien in Deutschland. Wenn dabei mehr als 35 000 Euro auf das Konto einer Partei eingehen, sind diese verpflichtet, den Geldfluss aus Transparenzgründen zu melden.
Über eine solche Großspende kurz vor dem Jahreswechsel aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis informierte nun die AfD. Das geht aus den verpflichtenden Veröffentlichungen des Deutschen Bundestags hervor. Am 2. Dezember überwies ein Unternehmen der in Teilen rechtsextremen Partei die stattliche Summe von 50 000 Euro.
Gönner ist dabei die Vakuum-Härtetechnik Schwer GmbH & Co. KG in Tuningen. Ihr Geschäftsführer Hanspeter Schwer macht keinen Hehl daraus, dass er die Partei finanziell unterstützt. Der heutige AfD-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, stattete der Firma mit 35 Mitarbeitern vor rund einem Jahr einen Besuch ab. Mit dabei waren der Landtagskandidat Martin Rothweiler und der ehemalige Bundestagskandidat Sebastian van Ryt, die beide zudem im Gemeinderat von Villingen-Schwenningen sitzen.
Auffällig: Obwohl das Geld bereits am 2. Januar auf dem Konto der AfD landete, informierte die Partei erst am 21. Januar über den Geldfluss. Parteien sind jedoch verpflichtet, „Spenden, die im Einzelfall die Höhe von 35 000 Euro übersteigen, der Präsidentin des Deutschen Bundestages unverzüglich anzuzeigen“.
Marquardt steht der CDU nahe
Ein Blick in die Bundestagsdrucksache zeigt: Die AfD ist nicht die einzige Partei, die 2025 Großspenden aus der Region erhielt. Aus Rietheim-Weilheim (Landkreis Tuttlingen) flossen im vergangenen Jahr 50 000 Euro an die CDU. Das Geld stellte die Marquardt GmbH bereit, deren Geschäftsführer Harald Marquardt aus seiner Nähe zu den Christdemokraten auch kein Geheimnis macht.
Eine 50 000-Euro-Spende, die er im Dezember 2024 getätigt hatte, geriet ins Visier der Presse. Denn die CDU meldete die Zuwendung erst im September 2025, also neun Monate nach dem Geldeingang und damit sogar noch deutlich später als die AfD das im nun vorliegenden Fall getan hat. Das Geld floss in zwei Chargen an zwei Kreisverbände, die eine entsprechende Meldung versäumt hatten. Erst im Zuge regelmäßiger Überprüfungen auf Bundes- und Landesebene sei man darauf aufmerksam geworden und habe den Geldfluss nachgemeldet, erklärte die CDU. Die Organisation Abgeordnetenwatch kritisierte die späte Meldung – da es sich um einen Wiederholungsfall handelte, sprach sie von einem Muster, das man erkennen könne.