Tennisbälle und Pyrotechnik: Zwei Spielunterbrechungen durch Fans – SC Freiburg bezieht Stellung

Tennisbälle, die aus dem Block des SC Freiburg aufs Feld geworfen wurden, sorgten zuletzt in Leverkusen für eine längere Spielunterbrechnung.
Federico Gambarini/dpa- SC Freiburg kritisiert Tennisball-Protest in Leverkusen als überzogen und unverhältnismäßig.
- Begründung: massiver Einfluss auf das Spiel und grobe Beleidigungen aus der Kurve.
- Verein erklärt: Leverkusen verhängt Verbote wegen früherer Pyro und Gewalt durch Teile der SC-Fans.
- Gespräch mit Fangruppen fand statt – frühzeitigere Kommunikation wurde verabredet.
- Gegen Bayern sorgte Pyrotechnik für starke Atembeschwerden und DRK-Einsätze, Aufarbeitung läuft.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Die Bilder von Tennisbällen auf dem Rasen der BayArena in Leverkusen dominierten nach der 1:2-Niederlage des SC Freiburg die Berichterstattung. Aus Protest gegen Materialverbote für Gästefans im Leverkusener Stadion hatten Fans des SC Freiburg die gelben Filzkugeln aufs Feld geworfen und so für eine mehrminütige Unterbrechung gesorgt.
Trainer Julian Schuster, der bereits während des Spiels in die Kurve gegangen war, kritisierte den Protest nach dem Spiel. „Ich bin maximal offen für Proteste. Ich höre gerne zu und kann Verständnis entwickeln. Worüber ich kein Verständnis entwickeln kann, ist dann eben, Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Das geht für mich zu weit“, sagte er.
SC Freiburg nimmt Stellung zum Tennisball-Protest
Am Dienstagabend hat sich nun auch der SC Freiburg zu den Protesten in Leverkusen geäußert. „Die vom gastgebenden Club – der grundsätzlich eine sehr restriktive Handhabung von Fanutensilien und in Teilen kritikwürdige Sicherheitspolitik gegen Gästefans verfolgt – ausgesprochenen Verbote von Fahnen und Doppelhaltern resultierten aus einem wiederholt nicht angemessenen Verhalten von Teilen der SC-Fans“, schreibt der Verein in einer Mitteilung.
In der Vergangenheit soll bei Gastspielen in Leverkusen demnach „sowohl massiv Pyrotechnik gezündet als auch Mitarbeitende des Leverkusener Ordnungsdienstes durch Gewaltanwendung durch SC-Fans verletzt“ worden sein.
Protestform in Leverkusen „deutlich überzogen und unverhältnismäßig“
Grundsätzlich äußert der Verein auch Verständnis für die Fans und man stehe „unterschiedlichsten Protestformen grundsätzlich offen gegenüber“. Auch sei der „fortwährende Einsatz von SC-Fans für Demokratie, viele gesellschaftlich relevante Themen und eine bunte Fankultur“ ebenso unumstritten und genieße „beim Verein und weit darüber hinaus Anerkennung und Wertschätzung“.

SC-Trainer Julian Schuster suchte in Leverkusen das Gespräch mit den Fans.
Federico Gambarini/dpaAllerdings: Die in Leverkusen gewählte Protestform mit den Tennisbällen auf dem Feld, die „massiv Einfluss“ auf das Spiel hatten, sei aus Sicht des Vereins „deutlich überzogen und unverhältnismäßig“. Zudem seien „grobe Beleidigungen und verbale Entgleisungen von Personen in der Kurve, die Mitarbeitende des Vereins verunglimpfen“ in keiner Form zu akzeptieren.
In einem Gespräch mit Vertretern der betreffenden Fangruppen habe der Verein seinen Standpunkt deutlich gemacht. Die Fans hätten dabei „die gewählte Protestform als notwendige Steigerung der vorhergehenden Protestformen“ und ihre Sicht der Dinge dargelegt. „Zudem wurde eine frühzeitigere Kommunikation zu entsprechenden Themen verabredet“, heißt es abschließend zum Vorfall in Leverkusen.

Bei der Choreographie beim Spiel gegen den FC Bayern München wurde auch Pyrotechnik gezündet. Starke Atembeschwerden bei Stadionbesuchern sorgten laut Verein für mehrere Einsätze des DRK.
Harry Langer/dpaGleichzeitig geht der Verein in seiner Stellungnahme auch auf die Unterbrechung zu Beginn des Heimspiels gegen den FC Bayern München ein. Im Rahmen der Choreografie auf der Südtribüne wurde auch Pyrotechnik gezündet.
Pyrotechnik sorgt gegen Bayern für DRK-Einsätze
Durch die Rauchentwicklung kam es laut SC bei Stadionbesuchern zu „starken Atembeschwerden“, die mehrere Einsätze des Deutschen Roten Kreuzes im Block notwendig machten. „Darüber hinaus wurden bei der Umsetzung der Choreografie nicht autorisierte großflächige Transparente gezeigt“, heißt es vom Verein. Die weitere Aufarbeitung der Geschehnisse beim Spiel gegen Bayern sei „in vollem Gange“.
