Gewinner der Länderspielpause: Zwei Freiburger machen sich für Jürgen Klopp direkt unverzichtbar

Derry Scherhant (rechts) vom SC Freiburg zählt zu den großen Gewinnern der zurückliegenden Länderspielpause.
Christian Charisius/dpa- Zwei Freiburger zählen zu den Gewinnern der Länderspielpause unter Jürgen Klopp.
- Derry Scherhant debütierte, startete zweimal und war auf links besonders auffällig.
- Ein möglicher Assist gegen Griechenland zählte nach VAR-Eingriff wegen Handspiel nicht.
- Lothar Matthäus sieht Scherhant als Kandidaten für den kleineren Kader im November.
- Philipp Treu absolvierte unter Klopp 270 Minuten – die Rechtsverteidiger-Debatte verstummt.
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So richtig fassen konnte Derry Scherhant das Geschehene der vergangenen Tage noch nicht. Von Bundestrainer Jürgen Klopp wurde der Flügelstürmer erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Beim 2:0-Sieg gegen Serbien und dem torlosen Unentschieden am Sonntag in Griechenland stand der 23‑Jährige vom SC Freiburg jeweils in der Startelf. Ein „sehr besonderer Moment“ und „mehr als ein Traum“, sagte Scherhant über die beiden Länderspiele.
Schon gegen Serbien gehörte Scherhant zu den auffälligsten Akteuren der DFB‑Elf, im Rückspiel gegen die Griechen noch viel mehr. Nach kurzer Eingewöhnungsphase lief vor allem im ersten Abschnitt fast jeder Angriff über die linke Seite. Dort war Scherhant kaum zu bremsen, selbstbewusst suchte er regelmäßig im Dribbling den Weg zum Tor.
So auch nach gut 30 Minuten: Im Mittelfeld bekam der Freiburger den Ball, ließ einen Gegenspieler aussteigen und flankte im Strafraum scharf in die Mitte. Dort traf der Frankfurter Stürmer Jonathan Burkardt im Fallen zum 1:0 für Deutschland – dachten zumindest alle.
Weil aber Tom Bischof den Ball in der Entstehung an die Hand bekommen hatte, zählte der Treffer nach VAR-Intervention nicht. Nichts war’s also mit dem ersten Scorerpunkt für Scherhant, der als Teil des zweiten DFB-Kaders in der XXL-Länderspielpause aber auch ohne Torbeteiligung Werbung in eigener Sache betrieb.
Großes Lob vom Rekordnationalspieler für Scherhant
„Er ist ganz sicher für mich ein Kandidat auch für den kleineren Kader im November“, befand auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der beim Spiel in Griechenland als TV-Experte im Einsatz war. Scherhant selbst äußerte sich zurückhaltender. „Das wird sich zeigen, denke ich. Ich versuche auf jeden Fall, den Schwung mitzunehmen, jetzt auch in die Bundesliga und Conference League, die jetzt ansteht mit Freiburg. Ich habe mein Bestes gegeben und alles andere wird sich zeigen“, sagte der Flügelstürmer nach dem Spiel gegen Griechenland.
Möglichkeiten, sich für eine erneute Nominierung zu beweisen, hat Scherhant genug: Auf den SC Freiburg warten nach dem Spiel gegen den FC Schalke 04 am Sonntagmittag zahlreiche englische Wochen in der Conference League und im DFB‑Pokal. Es ist davon auszugehen, dass auch SC-Trainer Julian Schuster auf Scherhant setzen wird. Schon zum Saisonstart hatte der 23-Jährige, der den Sprung in den Profifußball ohne Nachwuchsleistungszentrum schaffte, die Nase auf seiner Position vorne.
Rekordtorschütze Vincenzo Grifo blieb meist nur die bislang ungewohnte Ersatzbank. In der Vorsaison war das noch ganz anders: In seinem ersten Jahr beim Sport-Club war Scherhant häufig nur Joker hinter Grifo. Auch, weil er teilweise nicht ganz fit war. In der Rückrunde habe er „teilweise mit Schmerzen“ gespielt, erzählte Scherhant zuletzt. In der Sommerpause arbeitete er daher mit gleich zwei Fitnesstrainern intensiv an sich.

Hat die Diskussionen um einen Rechtsverteidiger im DFB-Team zunächst einmal beendet: Philipp Treu vom SC Freiburg.
Christian Charisius/dpaUnd das offensichtlich mit Erfolg: Neben zwei starken Auftritten im Nationaldress war Scherhant auch einer der Garanten für den starken Saisonstart des SC Freiburg in Bundesliga, DFB-Pokal und Conference League. Zumindest kurzfristig dürfte sich an der Rollenverteilung auf der linken Freiburger Außenbahn wenig ändern. Zumal Scherhant durch sein DFB-Debüt mit viel Selbstvertrauen und dem viel zitierten Momentum zurück nach Freiburg kommen dürfte.
Keiner spielte unter Klopp mehr als Philipp Treu
Gleiches gilt auch für Philipp Treu. Der Rechtsverteidiger des SC Freiburg war einer der wenigen aus dem XXL-Kader, der von Anfang bis Ende dabei war – Treus 270 Minuten unter Klopp kann keiner toppen.
Mit seinen Leistungen im DFB-Trikot hat er die Diskussionen um die „Problemposition“ in der Nationalmannschaft zunächst einmal verstummen lassen. „Das waren jetzt echt zwei lehrreiche Wochen“, sagte der 25‑Jährige. Die Erkenntnisse nimmt er nun mit zum SC Freiburg.


