Vom stillen Investor zum Restaurant-Chef: Wie zwei Immobilienunternehmer den Kapuzinerhof in Villingen neu aufstellen

Haben viel vor mit dem Kapuzinerhof in der Niederen Straße in Villingen: Restaurantbetreiber Waldemar Russmann (links) sowie Partner Mariusz Diaczenko, die eigentlich Immobilienunternehmer sind.
Mareike Kratt- Zwei Immobilienunternehmer führen den Kapuzinerhof in Villingen nun selbst als Gastronomen.
- Nach fast elf Monaten im Hintergrund machten sie ihre Rolle per Instagram-Video öffentlich.
- Der frühere Wirt ist seit Februar nicht mehr dabei, das Service-Team wurde teils erneuert.
- Geplant sind Modernisierung, neue Speisekarte und saisonale Specials – traditionelle Küche bleibt.
- Donnerstags und freitags sollen Cocktails, Livemusik oder DJ-Sounds ein Afterwork-Publikum anziehen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Mit dieser Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagen Mariusz Diaczenko und Waldemar Russmann. Es geht um das Video auf dem Instagram-Kanal des Kapuzinerhofs in der Niederen Straße in Villingen, mit dem sie nach fast elf Monaten aufgedeckt haben, wer tatsächlich hinter dem neuen Kapuziner-Betreiber steckt.
30.000 Aufrufe auf Instagram
30.000 Aufrufe und unzählige Kommentare und „Likes“ waren es innerhalb kürzester Zeit, die den beiden Unternehmern gezeigt haben, dass es endlich an der Zeit war, an die Öffentlichkeit zu gehen und dem italienischen Restaurant wieder ein Gesicht zu verleihen.
Durchaus bekannt sind die beiden in der Doppelstadt und darüber hinaus, aber nicht aus der Gastronomie, sondern vielmehr aus der Immobilienwelt – sind beide doch Geschäftsführer im Unternehmen Mariusz & Co Immobilien mit Sitz am Schwenninger Marktplatz. Gastronomieluft zu schnuppern, sei schon immer ein Traum gewesen, erzählen sie im Gespräch mit unserer Redaktion.
Als stiller Investor hat alles begonnen
Und das machen sie im Kapuzinerhof bereits seit Dezember 2025 – damals allerdings mit einer anderen strategischen Ausrichtung: Als stille Investoren nämlich hatten sie das italienische Restaurant, das zum damaligen Zeitpunkt einige Monate geschlossen hatte, vom Vor-Betreiber Salvatore Mirenna übernommen.

Mariusz Diaczenko (links) und Waldemar Russmann wollen künftig mehr Ambiente ins Kapuziner bringen. Es soll umgebaut werden.
Mareike KrattDer Plan: Mirenna, der das Kapuziner seit 2017 geführt hatte, zuletzt die Miete aber nicht mehr zahlen konnte, sollte weiterhin als Wirt im Vordergrund agieren, während Russmann und Diaczenko im Hintergrund unterstützen. Gleichzeitig sollte das Restaurant mit anderer Speisekarte, frischem Look und speziellen Events neu ausgerichtet werden.
Wirt Salvatore Mirenna gehört nicht mehr zum Team
Doch schon seit Februar gehen die Unternehmer und Wirt Mirenna getrennte Wege – und aus Investoren sind inzwischen richtige Gastronomen geworden. „Plötzlich ist viel mehr Arbeit an uns hängen geblieben“, blickt Diaczenko zurück, wie aus der Not eine Tugend gemacht wurde. Auch das Service-Team sei teilweise erneuert worden. In erster Linie hat sich Partner Russmann „ins Thema Gastronomie hineingefuchst“.
„Jetzt bin ich drin und weiß, wie es geht.“ Inzwischen steht er sogar jeden Tag selbst im Restaurant – eine willkommene Abwechslung im Übrigen zum Büroalltag und Gelegenheit zum Energietanken, wie er findet.
Zeit, dem Kapuziner ein neues Konzept zu verpassen, blieb aber bisher nur wenig. Kleinigkeiten sind repariert, der Social Media-Auftritt in Gang gebracht worden. Vielmehr ging es den Unternehmern erst einmal darum, die Basis zu legen und die Weichen zu stellen, um künftig investieren und umbauen zu können.
Mit dem Gebäudeeigentümer Gysbert Velthuizen ist man sich einig, dass das Erdgeschoss des Kapuzinerhofs sowie die dazugehörenden Büroräume im oberen Geschoss bald ganz in die Hände der Neu-Gastronomen kommen werden.
Das soll verändert werden
„Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, sagt Mariusz Diaczenko. Schritt für Schritt möchte das Duo im nächsten Jahr einiges bewegen und neue Wege einschlagen: Das Ambiente soll modernisiert und die Speisekarte angepasst werden, um den Gästen immer wieder „ein neues Geschmackserlebnis“ bieten zu können, unter anderem mit exklusiven saisonalen Specials. Oberstes Gebot bleibt im Kapuziner aber nach wie vor, traditionelles Essen mit original italienischen Zutaten zuzubereiten. „Wir haben sogar einen eigenen Pizzabäcker aus Napoli“, betont Waldemar Russmann.
Ein vielfältiges Angebot an Cocktails und Livemusik oder DJ-Sounds – ein Afterwork-Konzept, das in größeren Städten wie Konstanz oder Stuttgart schon unter der Woche greift – soll künftig auch in der Niederen Straße donnerstags und freitags etabliert werden. Überhaupt soll es immer wieder Livemusik durch Piano- oder Violinenspieler geben, die das Essen zu besonderen Anlässen begleiten.
Kapuzinerhof, ein „Place to be“
Das Ziel von Russmann und Diaczenko: mit dem Kapuziner einen „Place to be“ schaffen. Das bedeutet: „Die Gäste sollen nicht nur zum Essen zu uns kommen, sondern an einen Ort, an dem sie länger bleiben und Atmosphäre genießen können“, so Russmann.
Und beide wissen: Die Gastronomie steckt in keiner einfachen Zeit. „Du musst gut sein“, betont Diaczenko deshalb, und Russmann fügt hinzu: „Und wir wollen noch viel besser werden.“
Das Restaurant Kapuzinerhof
Weitere Infos zu den Öffnungszeiten oder zum Bestellservice des Kapuzinerhofs in der Niederen Straße 88 in Villingen gibt’s unter www.kapuzinerhof-vs.de oder über Instagram (kapuzinerhof.ristorante).

