Umstrittene Treppe
: Hitzige Diskussionen im Unterkirnacher Gemeinderat

Das Ringen der Interessensgruppe zur ehrenamtlichen Instandsetzung der Treppe vom Eichhaldeweg zur Talstraße hat sich gelohnt. Das sind die Ergebnisse der Abstimmung.
Von
Ulrich Schlenker
Oberndorf
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Die Aufhebung der Sperrung dieser Treppe vom Eichhaldeweg in die Talstraße in Unterkirnach ist absehbar. Die Treppe wird ehrenamtlich saniert.

Ulrich Schlenker

Bürgermeister Andreas Braun ließ die lange Vorgeschichte Revue passieren.

2022 hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, die bestehende Treppe zurückzubauen und für Fußgänger nahe der Einmündung des Eichhaldewegs in der Talstraße eine Querungshilfe mit Mittelinsel einzurichten. Bis heute ist diese Entscheidung nicht umgesetzt.

Schließlich hat die schwelende Treppenfrage eine Interessensgruppe von Bürgern auf den Plan gerufen. Sie bot an, die Treppe in ehrenamtlicher Arbeit zu sanieren, nur das Material müsse von der Gemeinde Unterkirnach gezahlt werden.

Zwei Varianten

Nach der Klärung der Frage der Versicherung ehrenamtlich tätiger Bürger präsentierte Braun nun zwei Entscheidungsvarianten. Erstens: Die Treppe für rund 10 000 Euro ehrenamtlich zu sanieren, dafür aber auf eine Querungshilfe in der Talstraße zu verzichten. Zweitens: Die Errichtung einer Querungshilfe sowie der Treppenrückbau zu Kosten von etwa 40 000 Euro.

Hitziges Rededuell

Nach einem flammenden Appell der Bürgerin Ingeborg Wimmer für die Treppe kam es zu einem hitzigen Rededuell der beiden Gemeinderatsfraktionen. „Wir lehnen einstimmig den Wegfall der Treppe ab und sind aus Kostengründen gegen die Querungshilfe“, eröffnete Sabine Wagner von der Fraktion „Gemeinsam für Unterkirnach“ die Diskussion. Sie brachte auch einen Zebrastreifen ins Spiel. Ein Fußgängerüberweg sei nur bei mindestens 50 Fußgängern pro Stunde genehmigungsfähig, ließ Bürgermeister Braun wissen.

Er sprach sich für die Querungshilfe aus, weil diese Lösung von der Polizei und vom Straßenbauamt empfohlen werde. In die gleiche Kerbe schlug Martin Kuberczyk, der für die CDU ein mehrheitliches Votum für die Querungshilfe mit neuen Bushaltestellen ankündigte.

„Ich bin ein Fan der Treppe“, machte dagegen CDU-Mitglied Michael Klafki deutlich. Er begründete das mit den geringen Kosten, der Stärkung des Ehrenamts und dem Wunsch von Bürgern nach dem Erhalt der Treppe. Hin und her wogten die Argumente um bürgerliches Engagement, Sicherheitsaspekte und die Zahl an Fußgängern, welche künftig am betreffenden Ort unterwegs sein könnten.

Ein Unentschieden

Es deutete sich ein Unentschieden bei der Abstimmung an, als Susanne Ciampa einen Antrag auf Abschluss der Diskussion stellte. Bürgermeister Braun schaffte dann aber die Wende, indem er die ehrenamtliche Sanierung der Treppe für maximal 7000 Euro und zusätzlich den Bau einer Querungshilfe in der Talstraße zur Abstimmung stellte.

Neun von zwölf Stimmberechtigten stimmten diesem Kompromiss zu. Die Gegenstimmen von Karin Dold und Jürgen Weißer aus der CDU konnten nicht verhindern, dass die Steiltreppe den Anwohnern für den kurzen Weg vom Eichhaldeweg zur Talstraße erhalten bleibt.

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