Streetart statt Leerstand
: So soll Art in Town die Schwenninger Innenstadt verändern

Das Stadtfest Art in Town soll am Samstag ein ganz neues Veranstaltungsformat nach Schwenningen bringen. Wie es bereits in den Tagen zuvor in der Innenstadt zugeht.
Von
Mareike Kratt
VS-Schwenningen
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Der Künstler

Der Stuttgarter Grafitti-Künstler Hubee entwirft für das Stadtfest Art in Town am Schwenninger Bahnhof einen neuen Hingucker. Auch andere Innenstadt-Orte sollen durch Streetart in ein neues Licht gerückt werden.

Mareike Kratt
  • Stadtfest Art in Town belebt Schwenningen: Streetart, Kleinkunst, Familie, Kulinarik, Kneipennacht.
  • Schwerpunkt ist Streetart an Fensterfolien, u. a. bei Zinser, Intersport, DHBW-Mensa und Neckarhalle.
  • Hubee gestaltet ein 50‑Quadratmeter‑Graffiti am Bahnhof – Werke bleiben bis September sichtbar.
  • Rössle öffnet selten: Führungen, Performances, Gastronomie und Streetart am Rössle‑Tower.
  • Weitere Orte mit Programm: Muslenplatz, Marktplatz, Uhrenindustriemuseum, Neckarhalle, Galerie, Jugendhaus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Schwenningen pulsiert“, so lautet das Motto für das Stadtfest – eine Mischung aus Streetart, Kleinkunst, Familienprogramm, Kulinarischem und Kneipennacht –, die ursprünglich als diesjährige Alternative zur traditionellen Schwenninger Kulturnacht angesetzt war. Diese soll im Zuge der Haushaltskürzungen bekanntermaßen nur noch im Zweijahres-Rhythmus stattfinden.

Für Mitorganisator Dirk Werner ist Art in Town inzwischen eigentlich gar nicht mehr mit der Kulturnacht zu vergleichen – und das sei auch gut so. Denn was sich seit April, der öffentlichen Bekanntgabe der ersten Pläne von Kulturamt, WIR VS und einigen weiteren Initiatoren, entwickelt habe, sei etwas komplett anderes, findet er. Begeistert ist Werner immer noch davon, dass das neue Konzept inzwischen viele verschiedene Akteure gefunden hat, die in kürzester Zeit miteinander etwas auf die Beine gestellt hätten.

Das Stadtfest als „flanierende Veranstaltung“

In den letzten Tagen vor dem Stadtfest, das bewusst als „flanierende Veranstaltung“ angesetzt ist, ist Dirk Werner häufig in der Innenstadt anzutreffen, springt zwischen Rössle und anderen mitwirkenden Gewerben hin und her, ist aber auch bei den letzten Besprechungen mit Feuerwehr und Verwaltung dabei.

Mitorganisator Dirk Werner freut sich

„Ein Leerstand erwacht“: Mitorganisator Dirk Werner freut sich, dass sich für die Bespielung des Rössle für Art in Town viele Akteure gefunden haben.

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Und allmählich bekommen auch Passanten einen Eindruck davon, dass in der Innenstadt etwas im Gange ist. Neben aufgestellten Absperrzäunen, Hinweisschildern und Getränkewagen etwa stehen an mehreren Gebäuden Hebebühnen. Genau hier sollen die Streetart-Werke entstehen, berichtet Werner, etwa beim Modehaus Zinser, Intersport Stähle, der DHBW-Mensa oder auch an der Neckarhalle.

Die Grundidee: Streetart durch regionale, aber auch nationale, renommierte Künstler in Schwenningen zu etablieren. Bewusst seien dafür nicht Fassaden, sondern -fenster ausgewählt worden. Warum? „Fenster sind die Seele eines Gebäudes und verändern die Sichtweise darauf – und auch auf die Stadt“, sagt der Organisator.

170 Kilogramm Spraydosen für die Streetart

An jedes betreffende Fenster ist eine temporäre Folie der Schwenninger Firma Haller Werbetechnik angebracht worden. Auf diese werden die Kunstwerke – klassisches Graffiti bis zu fotorealistischen Arbeiten – dann gesprüht. Ganze 170 Kilo Spraydosen habe man im Vorfeld für die Aktion bestellt. „Ich bin gespannt, wie die Schwenninger reagieren, wenn im öffentlichen Raum so etwas entsteht“, so Dirk Werner. Bis September sollen die Fenster beklebt und die Kunstwerke erlebbar bleiben.

Einige Künstler haben sogar im Vorfeld von Art in Town mit ihrer Arbeit – im Übrigen speziell für den jeweiligen Ort entworfen – begonnen, zum Beispiel am Bahnhof. Bereits von Weitem sticht hier das rund 50 Quadratmeter große Graffiti des Stuttgarter Künstlers Hubee ins Auge. Am Dienstag habe er damit angefangen, die Linien zunächst per Projektor übertragen, dann die Outlines gezeichnet. „Das ist der Hammer“, zeigt sich Werner beim Vorbeilaufen begeistert.

Das Rössle wird aus dem Dornröschenschlaf geholt

Einen besonderen Blickfang soll auch das Kunstwerk von Streetart-Künstler Konstantin Viktor Müller am Rössle-Tower geben. Überhaupt wird das Rössle am kommenden Samstag in den Fokus rücken. Schon die Stadtverwaltung hatte betont, bis zur endgültigen Realisierung der neuen Pläne das ehemalige Einkaufscenter durch eine Zwischennutzung wieder temporär zugänglich machen zu wollen.

„The Rössle – ein Leerstand erwacht. Vom Schandfleck zum Ort der Möglichkeiten“ – so beschreibt Dirk Werner derweil diesen Transformationsgedanken als Arbeitsgrundlage. Das bedeutet, dass Art in Town der Auftakt für weitere Konzepte sein wird, die im Rössle bis Ende 2027 realisiert werden sollen. „Damit's wieder in ein positives Licht gerückt und zum Schmuckstück für Schwenningen wird.“ Rund zwei Drittel der oberen Fläche werden am Samstag bespielt, sowohl in den ehemaligen Shops, als auch auf der großen Fläche durch Vorführungen, Installationen und interaktive Aktionen - teils durch die Musikschule Trossingen oder HFU - Vereine und Gastronomie.

Werden sich im Rössle

Sie proben vor Ort bereits fleißig, damit die Performance bei Art in Town im Rössle gut gelingt: Studentinnen und Studenten des Studiengangs Rhythmik der Musikhochschule Trossingen

Mareike Kratt

Das O.K. ist inzwischen von allen zuständigen Ämtern da. Dirk Werner blickt optimistisch nicht nur auf das Wiedererwachen des Rössle, sondern auch auf die übrigen Orte, die Schwenningen pulsieren lassen sollen. „Es ist ein absolut vielfältiges Gesamtpaket.“

Das Programm von Art in Town

Rössle und Rössle-Tower: Seltene Öffnung mit Programm, Führungen und Streetart. Beispiele: Stadtführungen im Gebäude (13.30, 14.30, 15.30 Uhr), „The Rössle“ Beatboxing – Vorrunde, Hauptrunde 18.30 bis 19.30 Uhr, Finale 21 bis 22 Uhr, Streichensemble Amateus Camerata (17 bis 17.20 und 19 bis 19.20 Uhr), Queere Community mit Cocktailbar 18 bis 22 Uhr, Drag‑Show mit Madame Tiz 18 bis 18.15 Uhr und 20 bis 20.15 Uhr, dazu Klang‑Installationen und Street‑Art am Rössle‑Tower. Info/Vortrag zur Hagelabwehr. Bewirtung durch die Stadtmusik Schwenningen.
Muslenplatz: Vom Wochenmarkt direkt ins Fest – Treffpunkt für Musik, Aktionen und Informationen. Wochenmarkt-Führungen „Kulinarik am Wochenmarkt“, Bücherflohmarkt/Infopoint des Lions Clubs im Evangelischen Gemeindezentrum, dazu Puppen‑ und Straßentheater sowie Führungen durch das Heimatmuseum.
Marktplatz: familienfreundlich mit Tanz, Musik und Mitmachaktionen. Tanz mit MMC Twirling Sport VS (13 bis 13.15 Uhr, 15.30 bis 15.45 Uhr), Kreativangebote von Integra VS und Quartiersmanagement (15.30 bis 17.30 Uhr), Musik („Summerdreams“/Thomas Heinson 16 bis 16.45 Uhr, Tom Bühler Guitars 17 bis 17.45 Uhr), Kulinarik bei Antiochia und Moksha sowie Streetart.
Uhrenindustriemuseum: Kultur, Wissen und Familienprogramm im und ums Museum. Unter anderem Führungen „The Secret of Bürk“, Musik mit Matthias Rapp (13.30 bis 14 Uhr), Papiertheater (Michael Fruh), Kasperletheater (Frey’s Puppenkoffer).
In der Muslen (Schaufensterroute): Die Einkaufsstraße wird zur Open-Air-Galerie und Aktionsmeile. Street‑Art‑Murals an Schaufenstern, Kulinarik der Alevitischen Gemeinde (11 bis 18), DLRG mit Fahrzeug/Boot und Mitmach‑Angelspiel (13 bis 18 Uhr), Tanz unter anderem mit Susans Tanzstudio (14 bis 14.15 Uhr), Alevitischer Gemeinde (16.30–16.45 Uhr) und Griechischem Tanzverein „Olympia“ (17 bis 17.15 Uhr).
Stadtbibliothek und Evangelisches Gemeindehaus: Angebote für Groß und Klein. Spielelandschaft und Kulinarik (15 bis 18 Uhr), Garten‑Tanzauftritte im Takt über den Nachmittag, Kleidertauschbörse und Tattoostation (15 bis 18 Uhr).
Neckarhalle/Neckarpark: Sport und Musik. Aktionen von Boxing VS und den Blackforest Panthers, Musikbeiträge unter anderem des Akkordeonvereins Blau‑Weiß, Foodtruck.
Alte Lampenfabrik  und Städtische Galerie: Kunst, Workshops und Theater. Ausstellung „Reduktion als Prinzip“ (Galerie, 13 bis 19 Uhr), Kindertheater („Professor Jazzpresso“) und Werkbox‑Mitmachstationen (14 bis 18 Uhr), Forum Tanz (Galerie, 16 bis 16.30 Uhr), Atelier „Panka“ (17 bis 18 Uhr).
Jugendhaus Spektrum (Garten): DJ‑Lounge und Treffpunkt mit Kulinarik (18 bis 0 Uhr). Urzeitelche (Silcherstraße 29a): Street‑Art‑Mural (13 bis 18 Uhr), Public Viewing und Live‑Band „Fritten und mein Mädchen“.
Festplatz Möglingshöhe: Sommerfest der Butterfasshexen mit Familienprogramm (14 bis 24 Uhr).

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