Neues Format statt Kulturnacht: „Art in Town – Schwenningen pulsiert“ soll Innenstadt beleben

Die Kulturnacht lockt tausende Gäste an. Nun heißt es im Wechsel „ Art in Town – Schwenningen pulsiert“.
Archiv Mareike KrattGut elf Wochen bleiben noch, bis am Samstag, 4. Juli, der Schwenninger Kulturnachtersatz in der Innenstadt stattfinden soll. Beim Informationsabend am Montag in der Neckarhalle zeigte sich jedoch, dass das vorgestellte Konzept noch viele offene Fragen aufwirft und die Zeit knapp wird.
Rund 80 Interessierte aus Vereinen, Gruppen und der Gastronomie waren gekommen, um sich über das neue Format „Art in Town – Schwenningen pulsiert“ zu informieren, das erstmals über die Bühne gehen soll.
Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte, wie wichtig es sei, trotz des Aussetzens der Kulturnacht ein starkes kulturelles Signal zu setzen. Die Kulturnacht habe über viele Jahre gezeigt, welche Vielfalt die Vereine und Kulturschaffenden in Schwenningen bieten. Diese Energie wolle man nicht verlieren, sondern in ein neues Format überführen, das die Innenstadt belebt und Menschen zusammenbringt.
Viele Besucher erinnerten sich an die früheren Europafeste, deren Atmosphäre man wieder aufleben lassen möchte. Die Organisation liegt wie bisher beim Amt für Kultur.
Vereine als Herzstück der Veranstaltung
Die neue Kulturamtsleiterin Anneta Käfer zeigte sich erfreut über das große Interesse aus der Bevölkerung. Der designierte künstlerische Leiter Jens Daryousch Ravari erläuterte den geplanten Ablauf des Tages und betonte, dass die Vereine das Herzstück der Veranstaltung seien. Sie sollen sich mit Auftritten, Aktionen, Ausstellungen oder kulinarischen Angeboten präsentieren können.

Über das neue Format „Art in Town“ informierten (von links): Olaf Jungmann vom Rollmopstheater, Dirk Werner von der Agentur Landfrust, Gunter Welzer vom Gewerbeverband Oberzentrum, Oberbürgermeister Jürgen Roth, Anneta Käfer, und Jens Daryousch Ravari (Amt für Kultur), Debora Weisser vom Netzwerk Kreative SBH, Wirtschaftsförderer Thomas Herr und Mara Gaubusseau vom Citymanagement.
Foto: Jochen SchwilloDie Beiträge sollen über die ganze Innenstadt verteilt werden, damit die Besucher von Ort zu Ort wandern und unterschiedliche Angebote entdecken können. Aktionen im Freien wie auch in Leerständen sind ausdrücklich erwünscht.
Eintritt bleibt frei
Auf Nachfrage stellte das Organisationsteam klar, dass kein Eintritt erhoben wird. Auch das Fest der Vereine sowie die lange Bar- und Kneipennacht sollen kostenfrei bleiben. Um dennoch freiwillige Unterstützung zu ermöglichen, sollen die bisherigen Kulturnachtbändel als Solidaritätsbändel weitergeführt werden, die zu einem frei wählbaren Betrag erhältlich sind.
Finanziert wird das Projekt über mehrere Quellen: Der GVO stellt angesparte Mittel bereit, der Freundeskreis Kultur spendet, und ein Förderantrag beim Land Baden-Württemberg wurde gestellt. Selbst wenn dieser nicht bewilligt wird, soll die Veranstaltung stattfinden, dann allerdings in angepasstem Umfang. Zusätzlich hofft man auf Unterstützung durch Unternehmen, etwa für Streetart-Projekte.
Herausforderung ist fehlende zentrale Infrastruktur
Eine der größten Herausforderungen ist die fehlende zentrale Infrastruktur. Bei früheren Kulturnächten standen Strom- und Wasseranschlüsse zur Verfügung, diesmal jedoch nicht. Vereine sollen Vorschläge einreichen, wie alternative Lösungen aussehen könnten. Ein Ansatz liegt im Leerstandsmanagement: Durch Kooperationen mit Immobilienbesitzern könnten leerstehende Räume genutzt werden, in denen Strom und Wasser vorhanden sind. Dies würde die Vereine entlasten und neue Begegnungsorte schaffen.
Auch Fragen zu den Gema-Gebühren, Haftpflicht, Lärmschutz und der Dauer der Vereinsangebote wurden diskutiert. Der Zeitraum von 12 bis 19 Uhr bereitet vor allem kleineren Vereinen Sorgen, da der Aufbau viel Zeit beansprucht. Klar wurde zudem, dass „Art in Town“ zentral in der Schwenninger Innenstadt verankert sein soll. Eine zu große Ausdehnung sei nicht sinnvoll.
Kontakt zum Kulturamt
Wer sich an „Art in Town – Schwenningen pulsiert“ beteiligen möchte, kann sich bis zum 15. Mai beim Kulturamt bei Sandra Bummel, Telefon 07721/822315 und E-Mail: sandra.bummel@villingen-schwenningen.de anmelden.
Das Konzept
Ablauf
Mit dem neuen Innenstadtformat „Art in Town – Schwenningen pulsiert“ will man ein frisches kulturelles Signal setzen. Am Samstag, 4. Juli, wird die Schwenninger Innenstadt zur Bühne für Kunst, Vereine, Genuss und Nachtleben. Das Format tritt an die Stelle der „Langen Schwenninger Kulturnacht“, die in diesem Jahr pausiert und erst am 3. Juli 2027 zurückkehrt. Der Tag startet früh: Unter dem Motto „Markt & Genuss“ verwandelt sich der Wochenmarkt von 6.30 bis 12.45 Uhr in ein kulinarisches Erlebnis. Probier-Stadtführungen laden dazu ein, Schwenningen neu zu entdecken und regionale Spezialitäten kennenzulernen. Ab Mittag gehört die Innenstadt den Vereinen. Zwischen 12 und 19 Uhr präsentieren sie sich dezentral an verschiedenen Orten – mit Musik, Tanz, Theater oder kulinarischen Angeboten. Ziel ist es, die Vielfalt der Schwenninger Vereinslandschaft sichtbar zu machen und Begegnungen zu fördern. Leerstände und Vereinsräume sollen genutzt werden, eine zentrale Bühne oder technische Infrastruktur stellt die Stadt bewusst nicht bereit. Ein Blickfang wird das ganztägige Kunstprojekt „Street-Arts“. Künstler aus ganz Deutschland gestalten großformatige Wandbilder im öffentlichen Raum. Die Agentur Landfrust organisiert Street Art-Kreative, die Schaufenster in der Innenstadt sowie den Rössle-Turm und voraussichtlich auch den Neckartower künstlerisch gestalten werden. QR-Codes an den Kunstwerken können eingescannt werden. Dadurch entsteht eine digitale Schnipseljagd. Die Aktion bleibt voraussichtlich bis zum Kürbisfest bestehen. Den Abschluss bildet ab 18 Uhr die Kneipen-Nacht. Die Gastronomiebetriebe gestalten Abendprogramme – von Live-Musik über DJs bis hin zu besonderen kulinarischen Angeboten.