So wirkt die Stiftung: Warum sich die Jugendhilfe der Off Road Kids rechnet

Im Austausch in Sachen Off Road Kids: Vorstand Andreas Schwara (von links), Andreas Braun, Tomi Czech, Markus Seidel und Susanne Nann. Hier wurde deutlich, warum diese Hilfe nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich nützt.
Off Road Kids Stiftung- Besuch in Bad Dürrheim: Andreas Braun informierte sich über die Arbeit der Off Road Kids.
- Die Stiftung erreicht jährlich etwa 6000 junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren.
- Hilfe umfasst Nothilfe, Gesundheit, Schulabschluss und Beruf – auch digital via sofahopper.de.
- Seidel betont Prävention gegen Obdachlosigkeit; Braun würdigt den gesellschaftlichen Beitrag.
- Beispielrechnung: Vermeidung lebenslanger Sozialleistungen spart pro Fall rund 900.000 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war ein wichtiger Austausch auf politischer und operativer Ebene und eine Premiere für beide Seiten mit Gewicht: Der Landtagsabgeordnete Andreas Braun (CDU) besuchte die Off Road Kids Stiftung in Bad Dürrheim. Für den Politiker markierte dieser Besuch eine erste konkrete Begegnung mit einem zentralen Akteur der bundesweiten Jugendhilfe mit Sitz in seinem Wahlkreis.
Für die Off Road Kids Stiftung bot das Gespräch die Gelegenheit, einen landespolitischen Entscheidungsträger direkt über die Herausforderungen in der Arbeit für junge Menschen in prekären Lebenslagen zu informieren.
In einem rund zweistündigen Gespräch stellte Stiftungsvorstandssprecher Markus Seidel die bundesweite Arbeit der Stiftung sowie ihrer Tochtergesellschaften vor und erläuterte, was hier geleistet wird und vor welche Herausforderungen man aktuell steht. Unterstützt wurde er dabei von Vorstand Andreas Schwara, Geschäftsführer Tomi Czech und Prokuristin Susanne Nann.
So umfangreich ist die Hilfe
Andreas Braun zeigte sich beeindruckt vom Umfang der Hilfsangebote, die nicht nur eine erste Nothilfe zu Unterbringung und finanzieller Absicherung, sondern auch Themen wie Gesundheit, Schulabschluss und Beruf umfassen. Besonders hervorgehoben wurde der präventive Mehrwert, den die Stiftung im Kampf gegen Obdachlosigkeit und die soziale Entkopplung junger Menschen leistet. Schon der niederschwellige Zugang zur Hilfe sei eine wichtige Leistung der Off Road Kids Stiftung: „Denn es benötigt auch Mut zuzugeben, dass man Hilfe braucht“, so Braun. Die Stiftung leiste einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag.

Vorstandssprecher Markus Seidel (rechts) erläutert gemeinsam mit Tomi Czech (zweiter von rechts) für Andreas Braun (links) die Daten rund um die Off Road Kids Stiftung.
Off Road Kids StiftungMit rund 60 Mitarbeitenden in den Streetwork- und Beratungsstationen in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Köln sowie dem digitalen Beratungs-Chatsystem auf sofahopper.de erreicht sie laut Seidel jährlich etwa 6000 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren. Ziel ist es, diesen Jugendlichen zu helfen, wieder Tritt zu fassen und eine echte Lebensperspektive zu entwickeln.
Auch wirtschaftlich bedeutsam
Auch volkswirtschaftlich wird dem eine große Bedeutung beigemessen – in diesem Zusammenhang waren sich die Teilnehmer über die Kosten der sozialen Instabilität und den Mehrwert durch die Arbeit der Stiftung einig. Markus Seidel präsentierte eine Beispielrechnung: Jeder Jugendliche, der nicht für den Rest seines Lebens in die Abhängigkeit von Sozialleistungen gerate, erspare der Gesellschaft rund 900.000 Euro – ohne Inflation und weitere Kosten – an Transferleistungen. Andreas Braun pflichtete dieser Einschätzung nicht nur bei, sondern hielt die Summe für deutlich zu gering angesetzt.
„Die von uns für das Auffangen junger Menschen eingesetzten Mittel amortisieren unsere gesamte Arbeit bereits in der ersten Woche jeden Jahrs – über die Kosteneinsparung über den Rest des Jahrs für die Gesellschaft kann man nur spekulieren“, so Seidel.
Medienkommpetenz immer wichtiger
Neben der finanziellen Perspektive befasste sich der Dialog auch mit aktuellen gesellschaftlichen Themen: Besprochen wurden zum Beispiel die Relevanz digitaler Kanäle zur Erreichbarkeit Jugendlicher sowie die notwendige Medienkompetenz im Umgang mit sozialen Netzwerken. Zudem thematisierten die Gesprächspartner die aktuelle Debatte über ein mögliches Verbot sozialer Medien und die tiefgreifenden Ursachen junger Obdachlosigkeit.
Die Expertise von Andreas Braun, der sich neben seinem Engagement in der Jugendhilfe auch im Landtag im Bereich Landesentwicklung und Wohnen einbringt, unterstrich die Bedeutung dieses Dialogs für künftige Weichenstellungen. Vor dem Hintergrund der klar erkennbaren Mehrwerte für alle sicherte Braun der Stiftung zum Abschluss des Gesprächs seine umfängliche Unterstützung auf landespolitischer Ebene zu. „Wir sollten das regelmäßig wiederholen“, stellte er zudem einen permanenten Austausch in Aussicht.