Schwenninger Stadtfest: Wo ein ganzer Stadtbezirk zur Bühne wird

Im Galaxys konnte das Tanzbein geschwungen werden. Doch das ist längst nicht alles, was "Art in Town" zu bieten hat.
Jochen Schwillo- Premiere „Art in Town“ verwandelte Schwenningen in einen offenen Kunst- und Begegnungsraum.
- Rund 5000 Besucher, über 100 Programmpunkte an 15 Orten – breite Beteiligung in der Innenstadt.
- Streetart, Musik, Tanz und Ausstellungen prägten Plätze, viele Werke bleiben bis September sichtbar.
- Große Nachfrage: Galerie im früheren Kiosk, altes Rössle, Heimatmuseum und Disco-Galaxys.
- Kulturamt betont Belebung der Innenstadt, Stimmen vor Ort loben die Ideenvielfalt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Samstag hat Schwenningen eine Premiere erlebt, die weit über ein gewöhnliches Stadtfest hinausging. „Art in Town – Schwenningen pulsiert“ zeigte vom ersten Moment an, welches Potenzial in einem Format steckt, das Kunst, Stadtleben und gemeinschaftliches Engagement vereint.
Die Innenstadt wurde zu einem offenen Atelier, zu einer Bühne, zu einem Treffpunkt für Menschen, die neugierig waren, sich überraschen lassen oder einfach gemeinsam einen besonderen Tag erleben wollten.
Dass die Premiere gelungen ist, zeigte sich nicht nur an der Atmosphäre, sondern auch an den rund 5000 Besuchern, die das Kulturamt verzeichnete.
Über 100 Programmpunkte an 15 Orten
Über 100 Programmpunkte an 15 Orten machten sichtbar, wie vielfältig Schwenningen sein kann, wenn Vereine, Künstler, Gastronomie, Handel und Institutionen gemeinsam an einem Strang ziehen. Streetart‑Künstler arbeiteten im öffentlichen Raum und ließen Passanten an ihren Prozessen teilhaben, Musik und Tanz erfüllten Plätze und Gassen, Ausstellungen öffneten Türen, Mitmachangebote luden zum Verweilen ein.

Bei der sommerlichen Hitze waren Schattenplätze, wie vor dem Heimatmuseum sehr gefragt.
Jochen SchwilloDie neu gestalteten Schaufenster und Kunstwerke zeigten eindrucksvoll, wie sehr Kunst einen Stadtraum verändern kann – und wie leicht sie Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Viele der Streetart‑Arbeiten bleiben bis September sichtbar und prägen das Bild der Innenstadt nachhaltig.
In der angenehm gekühlten evangelischen Stadtkirche fanden zahlreiche Gäste einen Moment der Ruhe. Der Schwenninger Liederkranz nutzte die besondere Atmosphäre für einen musikalischen Vorgeschmack auf sein Jahreskonzert im Oktober – ein Höhepunkt, den viele dankbar annahmen.
Wie ein altes Kiosk zum Magneten wird
Großen Zulauf erhielten auch die selten geöffneten Gebäude des ehemaligen Rössle‑Komplexes und des Heimatmuseums. Oberbürgermeister Jürgen Roth hatte das Rössle symbolisch eröffnet und damit einen Ort zugänglich gemacht, der seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf lag. Viele nutzten die Gelegenheit, die Räume neu zu erleben und einen Blick auf mögliche zukünftige Nutzungen zu werfen.
Zu einem der Publikumsmagneten entwickelte sich die kleine Galerie von Jörg Schlenker im früheren Kiosk neben dem Burenhaus. Schlenker berichtete, dass am Samstag über 1500 Menschen seine Karikaturen sehen wollten – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie sehr seine Arbeit geschätzt wird. Zeitweise reichte die Schlange bis auf den Marktplatz hinaus. Für die Neckarquelle hat Schlenker im Laufe der Jahre weit über 600 Karikaturen gezeichnet; rund 35 davon zeigte er nun in der ehemaligen Bedürfnisanstalt. Wegen des großen Andrangs öffnete er die Galerie am Sonntag erneut – und wieder kamen viele.
Einst Diskothek, jetzt eine Attraktion
Wer die temporäre Wiedereröffnung des Tanzlokals Galaxys an der Allenstraße erleben wollte, musste ebenfalls Geduld mitbringen und anstehen. Die meisten Besucher kannten die legendären Räume der einstigen Schwenninger Diskothek nicht mehr; schließlich hatte das Lokal unter seinem letzten Namen Intermezzo bereits 1995 geschlossen. Für die passende musikalische Zeitreise sorgte Planet‑Sports‑Inhaber Sascha Zivovic persönlich – mit mancher Disco‑Rarität im Gepäck.
Zwischen Hugos Weinbar, Siesta und dem Eiscafé Gianotti verwandelte sich der Bereich in der Muslen in eine kleine Discomeile, die sommerlichen Temperaturen taten ihr Übriges. Biergärten und Außenbewirtungen waren in der Innenstadt gut besucht.
Kleine Bühne für großes Programm
Im Garten des Hansjakob‑Stübles bot der Heimatverein die passende Kulisse, ergänzt durch Auftritte verschiedener Gruppen auf der kleinen Bühne.
Auch die Narrenzunft trug mit einer heiteren Aktion zum Gelingen des Tages bei. Sie lud Besucher ein, sich im Karaoke‑Singen zu versuchen – ein Angebot, das überraschend gut angenommen wurde. Immer wieder trauten sich Gäste ans Mikrofon, unterstützt von kleinen Gruppen, die klatschten, lachten oder mitsummten. Die Mischung aus närrischem Charme und ungezwungener Bühnenfreude fügte sich mühelos in die offene Atmosphäre des Festivals ein.
Beim Schwenninger Stadtfest war zudem Olaf Jungmann in seiner Paraderolle als französischer Koch Jacques Mehlsack unterwegs und sorgte für heitere Momente.
Angebot der Marktführung schmeckt nicht vielen
Vor dem Heimatmuseum wurde der Biergarten rege genutzt, die Necklemer unterhielten mit Musik, und Themenführungen im Museum fanden Anklang. Weniger gefragt war dagegen die kulinarische Marktführung, wie bedauernd festgestellt wurde. Die Stadtmusik Schwenningen war auf dem Muslenplatz mit von der Partie. Auf dem Marktplatz gab es Vorführungen der jungen Twirlerinnen aus Villingen und der Schwenninger Kunstradfahrer.
Am Ende des Tages blieb ein Eindruck, der viele Beteiligte verband: Die Ideenvielfalt war überwältigend.
Cora Worms: „sensationell“
Stadtführerin Cora Worms brachte es auf den Punkt: „Die Ideenvielfalt aller war sensationell!“ Auch Kulturamtsleiterin Annette Käfer zog ein positives Fazit: Man habe nicht nur Kultur anbieten wollen, sondern Menschen zusammenbringen und die Innenstadt beleben. Dass dies gelungen ist, zeigte der Blick in die Straßen – und die Zahl der Besucher, die das Format angenommen haben.
