Schwenninger feiert 80. Geburtstag
: Dieter Brandes setzt weltweit Zeichen

Der ehemalige Schwenninger Pfarrer Dieter Brandes feiert an diesem Donnerstag seinen 80. Geburtstag mit der Familie in seiner Heimatstadt Hannover. Danach geht das Feiern weiter.
Von
Birgit Heinig
Oberndorf
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Dieter Brandes wird am Donnerstag 80 Jahre alt.

Birgit Heinig

Dieter Brandes hat in Villingen-Schwenningen Zeichen gesetzt und tut es noch. 1984 kam er mit seiner Familie nach Schwenningen und war bis 1991 an der Seite von Martin Günzler Pfarrer der evangelischen Stadtkirche.

Danach hatte er bis 2000 leitende Stellen der Diakonie inne bis hin zum Direktor der Diakonischen Akademie in Berlin. Danach war er bis 2003 Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes in Leipzig.

Als Vorsitzender des Vereins Christlicher Junger Männer (CVJM), als Mitglied des Lions-Clubs Schwenningen, als Buchautor, Mitbegründer des Arbeitskreises christlicher Kirchen (ACK) und des Vereins »Stolpersteine VS« ist Dieter Brandes trotz seiner vielen weltweiten Reisen in VS stets präsent geblieben.

In Südosteuropa und Afrika

Seit 22 Jahren setzt sich der Theologe im Rahmen des Projektes »Healing of Memories« dafür ein, Kulturen und Religionen durch die Aufarbeitung ihrer Geschichte miteinander zu versöhnen und so für eine weltumspannende Gerechtigkeit zu sorgen. Dafür ist er bis heute insbesondere in Südosteuropa und Afrika unterwegs und legte als Autor der Reihe »Reconciliatio« dazu bereits acht Publikationen in vier Sprachen auf.

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Unglaublich: 2022, mit 76 Jahren, schrieb er an der orthodoxen Fakultät im rumänischen Hermannstadt eine Dissertation über „Das Amt der Christen für Versöhnung in Europa“. Rumänien sei mittlerweile zu seiner zweiten Heimat geworden, sagt Brandes. Kein Wunder, dass die Universität in Klausenburg ihm zu Ehren am 22. September eine internationale Friedenskonferenz ausrichtet. Dort trifft er anlässlich seines runden Geburtstages befreundete Wissenschaftler aus aller Welt, auch aus Burundi, Runada und dem Kongo.

Konzert in Schwenningen

Drei Freunde aus diesen Ländern lädt er anschließend zu sich nach Schwenningen ein. Vital Banywesize Mukuza ist nicht nur Parlamentarier im kongolesischen Kinshasa, er leitet in seiner Heimat auch ein Ausbildungsprojekt für ehemalige Kindersoldaten. Zu dessen Gunsten findet am 27. September in der Schwenninger Johanneskirche ein Benefizkonzert mit Michael Hampel und Phileas Baun sowie dem Bach-Chor statt, wofür Brandes sehr dankbar ist.

In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, absolvierte der Jubilar zunächst eine Schlosserlehre, legte danach das Abitur ab, studierte in Tübingen Theologie und mit Stipendium in Chicago Religionssoziologie. Nach seiner Rückkehr folgte noch ein Betriebswirtschaftsstudium.

1977 übernahm Dieter Brandes eine Pfarrstelle in Tailfingen und war danach noch einige Jahre Dozent an der Dualen Hochschule Ravensburg, bevor er mit seiner Frau Barbara und zwei Kindern nach Schwenningen kam und als Pfarrer in der Stadtkirche tätig wurde.

Nicht nur seinen Geist, auch seinen Körper hält er zusammen mit seiner Barbara fit und lebt nach dem Motto: „As long as I move, as long I’m alive“ (solange ich mich bewege, so lange bin ich lebendig), sagt der Jubilar und lacht.