Ortsumfahrung für VS: Teils kontroverse Diskussionen bei Infoveranstaltung zum B 523-Lückenschluss

Die Pläne zum Lückenschluss der B523 bei VS sorgen für Gesprächsstoff.
Marc Eich- B 523-Lückenschluss bei VS: Vorzugsvariante vorgestellt, überregionale Bedeutung betont.
- Ziel ist Entlastung in VS, weniger Verkehr in Weilersbach, Obereschach und auf dem Nordring.
- Geplante Knoten: halbes Kleeblatt an der B 33, Rückbau L 181-Anschluss, neue Querspange bei Weilersbach.
- Kritik aus Weilersbach und Mönchweiler wegen Anschlüssen und Flächenverbrauch – Änderung gefordert.
- Nächste Schritte sind Detailplanung und Planfeststellungsverfahren, Zeitplan bleibt offen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Geradezu belagert worden sind die Planer und Verantwortlichen des Regierungspräsidiums Freiburg an den Thementischen zum aktuellen Planungsstand des B-523-Weiterbaus bei Villingen-Schwenningen. 250 Interessierte strömten am Donnerstagabend in die Neckarhalle, um sich zum Lückenschluss zu informieren.
Der Abend brachte auch teils kontroverse Diskussionen mit Betroffenen oder Kritikern – aber genau diesen Austausch sieht das Regierungspräsidium als entscheidender Baustein bei den Planungen. „Es ist wichtig, die Planungen kritisch zu betrachten“, betonte Karl Kleemann, Abteilungsleiter Mobilität, Verkehr, Straßen, am Ende der Veranstaltung. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Veranstaltung.
Was ist das Ziel des Lückenschlusses? Die Ortsumfahrung für VS ist eine der wenigen Ost-West-Achsen über den Schwarzwald und ist daher von überregionaler Bedeutung. Der Lückenschluss soll zudem zu einer verkehrlichen Entlastung in VS führen. Projektleiter Max Gerling geht davon aus, dass durch Weilersbach 50 Prozent weniger Verkehr fließen wird. Auch Obereschach und der Nordring sollen entlastet werden. Der bisherige Schleichverkehr soll wieder auf die B 523 und die B 33 zurückgeführt werden, wie Sabine Klumpp als Referatsleiterin Planung erklärt.

Rund 250 Interessierte kamen zur Infoveranstaltung in die Neckarhalle.
Marc EichWie sehen die politischen Vertreter das Bauprojekt? VS-Bürgermeister Detlev Bührer sieht die Ortsumfahrung als wichtigen Bestandteil der zukünftigen Entwicklung der Doppelstadt. Der Verkehr aus dem Umland solle so auf die überörtlichen Straßen geführt werden. Der Lückenschluss sei „wichtig und unterstützenswert“ – man wolle die Straße, sehe aber noch Verbesserungsbedarf. Landrat Sven Hinterseh sieht im Lückenschluss persönlich eine „wichtige Infrastruktureinrichtung“. Eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs sei notwendig.
Auf welchem Stand ist die Planung? Das Bundesverkehrsministerium hatte das Regierungspräsidium mit den Planungen beauftragt – für das Projekt im Bundesverkehrswegeplan 2030 wird ein „vordringlicher Bedarf“ gesehen. Das Regierungspräsidium hat in den vergangenen Jahren, auch mit öffentlicher Beteiligung, die Vorplanung vorangetrieben und eine Vorzugsvariante herausgearbeitet. Mithilfe einer umfangreichen Bewertungsmatrix gab es einen Vergleich der Varianten mit Blick auf Umweltverträglichkeit, Kosten und Flächenverbrauch. Das Für und Wider wurde in der Infoveranstaltung transparent von Projektleiter Max Gerling dargestellt. Nachdem die Verkehrsministerien des Bundes und des Landes die Variante bestätigt hatten, wurde diese nun öffentlich vorgestellt.

Diese Vorzugsvariante präsentierte das RP bei der Informationsveranstaltung.
RP FreiburgWie sieht die Vorzugsvariante aus? Anschluss an die B 33: Ein halbes Kleeblatt soll die beiden Bundesstraßen verbinden. Der bestehende Anschluss der L 181 an die B 33 bei Mönchweiler wird zurückgebaut, die Landesstraße über den neuen Knoten angebunden. Ein 50 Meter langes Brückenbauwerk soll den dortigen Biotopverbund schützen. Die Trasse quert den früheren Müllverbrennungsplatz Biswurm, der laut Regierungspräsidium bereits saniert wurde. Südlich an der alten Ziegelei vorbei: Zwischen der ehemaligen Ziegelei und dem Gewerbegebiet Vockenhausen verläuft die Trasse überwiegend durch Wald. Sie lässt das Ziegeleigebäude, die umliegenden Altlastenverdachtsflächen und den Lebensraum der Kreuzkröte unberührt, rückt dafür aber näher an Haslach und Wöschhalde. Die Straße soll größtenteils tiefer als das umliegende Gelände liegen, um den Lärm zu mindern. Laut Schalluntersuchung zur Vorplanung werden die geltenden Grenzwerte eingehalten. Anschlüsse für Obereschach und Nordstetten sind nicht vorgesehen. Anschluss bei Weilersbach: Eine neue Querspange verbindet den Nordring mit der Kreisstraße K 5707 und mündet kurz vor dem Ortseingang von Weilersbach in die Kreisstraße. Sie folgt weitgehend bestehenden Wirtschaftswegen am Rand des Wasserschutzgebiets. Auf- und Abfahrtsrampen binden die B 523 an die Querspange an.
Welche Kritik und Anmerkungen gab es bei der Veranstaltung? Insbesondere die Auswirkungen auf Weilersbach beschäftigten zahlreiche Bürger. Eine Entlastung wird zumindest hinterfragt. Die Bündelung der Anschlüsse mithilfe einer neuen Trasse zur K 5707 wird scharf kritisiert. Warum die bisherige Auffahrt zur B 523 im Bereich des Kreisverkehrs an den Verbindungen nach Dauchingen und Schwenningen nicht stattdessen beibehalten werden kann, stand dabei im Mittelpunkt.
Der Landtagsabgeordnete Andreas Braun (CDU) und Landrat Sven Hinterseh kündigten an, beim Bund für eine Änderung der Planung vorstellig zu werden, um einen Flächenverbrauch zu verhindern. Auch das Zusammenlegen der Anschlüsse im Bereich der B 33 und damit der Wegfall des Anschlusses an die L 181 werden von Mönchweiler Bürgern kritisch gesehen.

Mönchweilers Bürgermeister Rudolf Fluck zeigt, was ihn stört – sein Stellvertreter Wolfang Eich (links daneben) und Projekleiter Max Gerling hören zu.
Marc EichFür Anwohner aus dem Bereich Haslach und Wöschhalde spielten Querungsmöglichkeiten in das Naherholungsgebiet eine große Rolle. Insgesamt wurde vielfach das Nutzen-Kosten-Verhältnis in Frage gestellt. „Das Verhältnis ist noch positiv, das Projekt ist daher bauwürdig“, so Abteilungsleiter Kleemann. Dass die Kosten, die bislang auf 80 Millionen Euro geschätzt werden, steigen, sei schon jetzt klar. Den erwarteten höheren Baukosten stehe nach Angaben der Planer auch ein höherer rechnerischer Nutzen gegenüber, weil eingesparte Fahrzeit bei steigenden Preisen und Löhnen höher bewertet werde.
Wie geht es jetzt weiter? Die Trasse werde, auch mit den Anmerkungen aus der Öffentlichkeit, nun detailliert geplant. Der daraus resultierende Entwurf muss dann genehmigt werden. Anschließend kommt es zum Planfeststellungsverfahren, in dessen Zuge die Öffentlichkeit auch weitere Vorbehalte vorbringen kann. Ein Zeithorizont könne aufgrund des komplexen Verfahrens aber nicht genannt werden.
