Off Road Kids Stiftung nutzt Gaming
: Eigenes Spiel informiert Jugendliche über Gefahren

Der Auftritt der Off Road Kids Stiftung auf der Gamescom in Köln stieß auf eine überwältigende Resonanz und bestätigt die Strategie, durch das Thema Gaming über die Risiken des Lebens auf der Straße aufzuklären und auf Hilfeangebote aufmerksam zu machen.
Von
red/pm
Bad Dürrheim
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Auf großes Interesse stößt der Prototyp des Off Road Kids Games bei der Gamescom in Köln. Das Spiel klärt über die Gefahren des Lebens auf der Straße auf.

Auf großes Interesse stößt der Prototyp des Off Road Kids Games bei der Gamescom in Köln. Das Spiel klärt über die Gefahren des Lebens auf der Straße auf.

Off Road Kids Stiftung
  • Off Road Kids stellt auf der Gamescom ein eigenes Spiel vor – Resonanz ist sehr groß.
  • Das Game zeigt Gefahren der Obdachlosigkeit und informiert über Hilfsangebote.
  • Online-Streetwork wächst: sofahopper.de und Social Media erreichen viele „Sofahopper“.
  • Wöchentlich melden sich 120 bis 140 junge Menschen, Tendenz steigend.
  • Das Spiel soll kostenlos im Browser erscheinen, ein Streaming-Kanal ist geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Seit jeder Jugendliche ein Smartphone in der Tasche hat, überleben obdachlose Minderjährige und junge Volljährige völlig anders als früher“, erklärt Markus Seidel Sprecher des Vorstands der Off-Road-Kids-Stiftung. Er hatte Off Road Kids vor 33 Jahren gemeinsam mit Freunden gegründet: „Früher gab es vielleicht ein oder zwei Freunde, bei denen übernachtet werden konnte. Danach ging es sehr schnell in die Obdachlosenszenen der Großstädte“, so seine Erfahrung.

„Heute haben die jungen Menschen jede Menge Bekannte über Social Media und finden so in ihrem Heimatgebiet lange Zeit ‚Sofas‘, auf denen sie schlafen können. Diese verdeckte Obdachlosigkeit ist heute ein Riesenthema“, erklärt er.

Was sich nicht geändert habe: Es seien nahezu immer familiäre Zerwürfnisse, die junge Menschen aus ihrem Zuhause heraustreiben. Neu sei jedoch die Möglichkeit, mithilfe des Internets frühzeitiger als je zuvor den Kontakt zu Betroffenen aufzubauen.

Streetwork im Internet floriert

Schon vor knapp zehn Jahren hat die Off-Road-Kids-Stiftung daher damit begonnen, ihre Streetwork zusätzlich zu Großstädten auch ins Internet zu tragen. Die vom Bundesfamilienministerium geförderte Online-Streetwork-Station „sofahopper.de“, Werbeinserate bei Internetsuchmaschinen und ein eigenes Social-Media-Team zählen zur Online-Task-Force.

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Der Erfolg dieser Initiativen ist riesig: Wöchentlich wenden sich zwischen 120 und 140 verdeckt obdachlose junge Menschen aus allen Ecken Deutschlands an die erfahrenen Sozialarbeiter der Off Road Kids Stiftung – über 6.000 im Jahr und zehnmal mehr als vor zehn Jahren. Tendenz steigend: Schließlich beziffert der Wohnungslosenbericht der Bundesregierung die Anzahl alleinstehender junger Obdachloser zwischen 14 und 17 Jahren auf rund 44.000.

Mit Altersgrenze Möglichkeiten eingeschränkt

Spannend ist, dass die Hälfte der Hilfe suchenden jungen Menschen über Social-Media-Angebote wie Instagram oder TikTok aufmerksam werden – und zwar meist über Bekannte, die dort von der Off-Road-Kids-Stiftung gehört haben. „Das ist genau die Multiplikatorenwirkung, die wir mit unseren Social-Media-Aktivitäten erreichen wollen“, erläutert Markus Seidel. „Doch genau dieser erfolgreiche Zugang zu verdeckt obdachlosen jungen Menschen wird teilweise geschlossen, wenn gesetzliche Altersgrenzen für TikTok und Instagram gezogen werden“, prognostiziert Andreas Schwara, ebenfalls einer der Gründer und Vorstand der Hilfsorganisation: „Wir wollen diese unaufhaltbare Entwicklung nicht verschlafen und müssen schon heute intensiv vorbereiten, wie wir möglichst noch mehr Menschen über unsere Hilfe für junge Obdachlose informieren.“

Obdachlosigkeit ist lebensgefährlich

Die Off-Road-Kids-Stiftung setze daher künftig Gaming – das kurzweilige Spielen am Smartphone oder Computer – als zusätzlichen Kommunikationskanal zu jungen Menschen in Deutschland ein. „Mit dem von uns entwickelten Online-Spiel erleben junge Gamer, dass Obdachlosigkeit lebensgefährlich ist. Gleichzeitig erfahren Sie, dass die Off Road-Kids-Stiftung bundesweit hilft“, erklärt Andreas Schwara die beiden Bildungsziele des Off-Road-Kids-Games.

Die Gamer schlüpfen dabei in selbst gestaltete Figuren und müssen sich dann in der virtuellen Obdachlosigkeit mit gefundenen Lebensmitteln und Pfandgeld am Leben erhalten. Alles im kindgerechten Look, jugendfrei und mit jeder Menge skurriler Überraschungen.

Gamer belagern die Test-Computer

Der erste Prototyp des Off-Road-Kids-Games ist derart skurril und packend, dass am zwölf Quadratmeter messenden Gamescom-Stand der Off-Road-Kids-Stiftung alle vier Computerplätze zum Testen permanent belegt waren und sich davor Menschenschlangen bildeten. „Mit einem derart großen Interesse hatten wir ebenso wenig gerechnet wie mit dem Überlebensehrgeiz unseres jungen Publikums“, resümiert Ralph Gravenstein, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Off-Road-Kids-Stiftung: „Für uns ist jetzt klar: Unser Online-Spiel wird mit Energie weiterentwickelt und soll möglichst noch vor Weihnachten fertig werden.“

Einstieg in die Streaming-Welt

Die Stiftung werde das Spiel kostenlos als Browser-Game für Smartphones und Computer veröffentlichen. Es könne dann ohne App-Installation und anonym überall gespielt werden. „Doch das ist nur der Auftakt“, so Markus Seidel: „Das Off-Road-Kids-Game ist der Einstieg der Off-Road-Kids-Stiftung in die Gaming-Szene. Wir planen ab nächstem Jahr einen eigenen Unterhaltungs- und Gaming-Kanal bei Youtube und Twitch-TV. Und wir werden 2027 ganz sicher wieder mit einem Stand bei der Gamescom in Köln vertreten sein. Wir wollen erreichen, dass Millionen junger Menschen in Deutschland Betroffenen weitersagen können, wo es Hilfe für junge Obdachlose gibt.“

Die Off-Road-Kids-Stiftung

Off-Road-Kids ist seit 1993 die erste und einzige bundesweit arbeitende Hilfsorganisation für Straßenkinder und von Obdachlosigkeit bedrohte junge Menschen in Deutschland. Die Streetworkerinnen und Streetworker der Stiftung organisieren nicht nur fundamentale Hilfe, sondern erarbeiten auch gemeinsam mit den Betroffenen die bestmögliche Lebensperspektive für die jungen Menschen.
Mit Streetwork- und Beratungsstationen in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Köln bietet Off Road Kids Anlaufstellen an den wesentlichen Brennpunkten. Die virtuelle Streetwork-Station sofahopper.de ist die erste bundesweit relevante Online-Hilfe, die auch mithilfe von KI eine 24/7-Beratung ermöglicht. Weiterführende Begleitung, ein flexibles Schulprogramm sowie präventive Beratungsangebote für Eltern und Familien runden das Angebot ab.
Die als gemeinnützig anerkannte Stiftung finanziert ihre Tätigkeiten durch Spendeneinnahmen und staatliche Fördergelder.