Noa Hönig aus VS
: Er setzt auf den Live-Shopping-Boom

Ein Gründer aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis setzt auf Live-Shopping statt klassischem Online-Shop – und macht Modeverkauf zum digitalen Event.
Von
red/pm
Oberndorf
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Noa Hönig im ersten „Ebay Live“: Hier findet Liveshopping mit kuratierten Kollektionen „Luxury for Everyday“ statt. Sie sollen die Slow Fashion fördern.

Noa Hönig

Früher saßen manche abends vor dem Fernseher, schauten den Sender QVC und ließen sich von geschniegelt gut gelaunten Moderatoren erklären, warum man jetzt unbedingt diesen Topf braucht.

Heute? Scrollen viele durch Live-Streams, klicken, kommentieren – und kaufen. Direkt. Während jemand vor der Kamera spricht. Willkommen im Jahr 2026.

Und mittendrin: ein 23-jähriger Gründer aus Villingen.

Noa Hönig ist in der Region kein Unbekannter mehr, wie es in einer Mitteilung der regionalen Wirtschaftsförderung heißt. Mit seiner Agentur Make Branding mischt er die lokale Marketingwelt auf.

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Format nimmt Fahrt auf

Jetzt geht er den nächsten Schritt: Mit seinem weiteren Start-up Maison Ô, geboren aus seiner ersten Gründung Revive Personality, setzt er auf ein Format, das gerade weltweit Fahrt aufnimmt – Live-Shopping über Plattformen wie eBay.

Doch Maison Ô ist kein gewöhnlicher Online-Shop. Es versteht sich als exklusive Online-Community für Mode, die schon vor dem Kauf Begehrlichkeiten weckt. Drei „Salons“, steigende Exklusivität – von Vintage-Designerstücken bis zu seltenen Birkin-Bags. Verkauft werden „nicht Produkte, sondern Geschichten und kuratierte Kollektionen“, wie es in der Mitteilung der regionalen Wirtschaftsförderung weiter heißt, „das ist kein Shop mehr – das ist Entertainment.“

Wer sich das anschaut, merkt schnell: Das hat mit klassischem Online-Shop wenig zu tun. Es ist eher eine Mischung aus Influencer-Content, Verkaufsshow und Event. Oder anders gesagt: QVC, nur ohne Fernsehstudio – dafür mit Chat, Emojis und Sekunden-Deals.

Das Prinzip Nähe

Hönig sieht darin enormes Potenzial: „Live-Shopping ist die ehrlichste Form von E-Commerce. Man zeigt Produkte ungefiltert, reagiert direkt auf Fragen – und baut Vertrauen in Echtzeit auf“, sagt er.

Und genau darum gehe es: Nähe. „Die Leute wollen nicht mehr nur klicken – sie wollen erleben.“

Was in Asien längst ein Milliardenmarkt ist, kommt gerade mit Wucht nach Europa: Live-Commerce. Der Unterschied zu früher? Die Technik ist da. Die Aufmerksamkeit auch.

Neue Chancen werden gesehen

„Der stationäre Handel in unserer Region steht seit Jahren unter Druck – steigende Kosten, verändertes Kaufverhalten und die starke Konkurrenz im Netz machen klassische Konzepte zunehmend schwierig“, ordnet Henriette Stanley, Geschäftsführerin der regionalen Wirtschaftsförderung, die Hönig seit Gründungsbeginn begleitet, ein. „Gleichzeitig entstehen genau daraus neue Chancen: Digitale Formate wie Live-Shopping verbinden Erlebnis, Beratung und Verkauf auf eine völlig neue Weise. Gerade junge Gründer zeigen hier, wie innovativ Handel heute gedacht werden kann – auch abseits der großen Metropolen.“

Während klassische Online-Shops oft anonym bleiben, schaffe Live-Shopping etwas, das vielen Marken fehle: Persönlichkeit. Und genau das sei die Stärke von jungen Gründenden wie Hönig: „Sie denken nicht in Kanälen – sondern in Erlebnissen.“

Niedrige Einstiegshürden

Dass solche Ideen nicht immer nur aus Berlin oder Hamburg heraus umgesetzt werden, sondern wie hier aus Villingen-Schwenningen, mag den einen oder anderen überraschen – und passe gleichzeitig perfekt zur Entwicklung der Region. Denn: Die Einstiegshürden sind niedrig. Kreativität schlägt Standort. Hönig und sein Team haben genau das verstanden. Schon bei Make Branding setzen sie auf digitale Strategien, datengetriebenes Marketing und neue Formate. Mit Maison Ô geht der junge Gründer einen Schritt weiter.

Der Gründergarten

Offenes Netzwerk
 Der Gründergarten Schwarzwald-Baar-Heuberg ist ein offenes, regionales Netzwerk zur Förderung von Existenzgründung und Unternehmensnachfolge. Ziel ist es, Gründende sowie Nachfolgerinnen und Nachfolger zu begleiten und eine sichtbare, zugängliche Gründungskultur in der Fläche zu stärken. Die Partner
Das Netzwerk vereint derzeit rund 15 aktive Partner – darunter institutionelle Akteure wie Wirtschaftsförderungen, Hochschulen, Kammern und Banken, aber ebenso engagierte Einzelpersonen, etwa ehemalige Gründer, Berater sowie die Wirtschaftsjunioren Schwarzwald-Baar-Heuberg. Rolle der Wirtschaftsförderung
Koordiniert wird das Netzwerk durch die Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg mit Sitz in Villingen-Schwenningen. Sie wird getragen von 30 Gesellschaftern – darunter Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar, der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg sowie die Handwerkskammer Konstanz.